BER lässt Hardware extern warten

Hilfe für den Rundum-Betrieb

Bei der Wartung der Hardware setzt der neue Flughafen Berlin Brandenburg auf die Unterstützung eines externen Spezialisten für das Third Party Management.

Terminalvorfahrt, Bildquelle: Marion Schmieding, Alexander Obst/Berliner Flughäfen

Blick auf die 400 Meter lange und 60 Meter breite Terminalvorfahrt des neuen Flughafens Berlin Brandenburg

Im Jahr 2011 brachen die Verkehrszahlen von Tegel und Schönefeld alle bisherigen Rekorde: Zum ersten Mal konnten mehr als 24 Mio. Passagiere in einem Jahr gezählt werden. Mit einem Anstieg von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr sind die beiden Airports auch im neunten Jahr in Folge besser als der Durchschnitt der internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland und nehmen hinter Frankfurt und München den dritten Platz ein. Noch sichern die Flughäfen Tegel und Schönefeld die Luftverkehrsinfrastruktur für die Hauptstadtregion. Ab dem 3. Juni 2012 wird der gesamte Verkehr allerdings auf dem neuen Flughafen Berlin Brandenburg (BER) konzentriert. Hierfür wird der Flughafen Schönefeld seit September 2006 zum neuen Hauptstadt-Airport ausgebaut.

Für einen Flughafen besitzt die IT eine besondere Bedeutung – so auch für den Flughafen Berlin Brandenburg. Die eingesetzte Hardware stammt überwiegend von dem Hersteller HP. Momentan werden über 180 Proliant-Server mit den Betriebssystemen Windows und Linux betrieben. Im Bereich Storage/SAN sind Eva-SAN-Systeme von HP im Einsatz, die die Daten spiegeln und redundant halten. Für die Sicherung von Daten und Programmen kommt schließlich eine VSV-Library desselben Herstellers zum Einsatz. Nicht zuletzt setzt sich das Netzwerk zum großen Teil aus Cisco-Komponenten zusammen. Mit der Erweiterung und dem Umbau des Flughafens Schönefeld soll die Serveranzahl auf über 300 steigen.

Die Bereichsleitung der Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) liegt in den Händen von Knut Deimer und gliedert sich in Anwendungs-, Infrastruktur- und Servicemanagement mit insgesamt rund 100 Mitarbeitern. Als Abteilungsleiterin ist Gudrun Speer für den Bereich Infrastrukturmanagement zuständig, der sich in die Segmente Systemplanung und Betrieb aufteilt. Der Bereich Betrieb ist operativ verantwortlich für einen sicheren Betrieb der Server-, Storage- und Kommunikationsinfrastruktur und wird von Frank Mohren, Technologiemanager Betrieb, geleitet.

Viren keine Chance geben

Wenn sich schon Produktionsbetriebe einen Ausfall ihrer IT kaum leisten können, so ist ein Flugbetrieb ohne IT gänzlich unvorstellbar: ohne IT keine Flüge – ohne Flüge keine Fluggäste und damit kein Umsatz. Dies bedeutet, dass Sicherheitssysteme in der IT-Abteilung des Berliner Flughafens höchste Priorität besitzen. Unerlässlich sind erhebliche Anforderungen an Redundanz und Verfügbarkeit durch Clustersysteme, weshalb die Daten im SAN auch mit Hot-Backup-Systemen gespiegelt werden. Eine Firewall sowie die Datensicherheitsschleuse DMZ (ein geschützter Rechnerverbund) gewährleisten einen sicheren Schutz gegen Einflüsse von außen. Ist ein Virus erst einmal im Netz, kann es beim Anwender zu nicht kontrollierbaren Veränderungen am Status der Hardware, am Betriebssystem oder an der Software kommen. Damit die Flughafen-IT vor Viren und Spam geschützt ist, verwendet man eine Reihe von Tools: von einem Proxysystem mit Virenscannern über georedundante RZ-Standorte mit zwei dedizierten Direktverbindungen bis hin zu einer redundanten Stromversorgung. Letztere schaltet – jeweils aus Berlin oder Brandenburg – innerhalb weniger als 20 Sekunden auf eine alternative Stromversorgung um.

Stehen in produzierenden Firmen die Produktionssteuerung und Logistik im Mittelpunkt der IT-Anwendungen, so gibt es im Flughafenbetrieb zahlreiche kritische Anwendungen: angefangen bei Verkehrssteuerungssystemen über Disposition und Anzeigen im gesamten Flughafenbereich, Flugsicherungs-, Feuerwehrleit- und Bündelfunksysteme bis hin zu SAP-Systemen und dem Störungs- und Facilitymanagement. Ein Ausfall von Systemen kann den kompletten Flugbetrieb lahmlegen. Der Schaden geht in ungeahnte Höhen und verursacht einen erheblichen Imageverlust. Als Konsequenz eines Systemausfalls sind auch Folgeschäden bei Fluggesellschaften, den Zielflughäfen und der Infrastruktur des Flughafens zu erwarten, angefangen bei Restaurationsbetrieben, Dienstleistern wie Banken bis hin zu den verschiedenen Fachgeschäften. Ausfälle vermeiden – das war die Startbasis für den Einsatz der Technogroup IT-Service GmbH, einem Anbieter von Drittwartung aus Hochheim am Main. Eine stimmige Kommunikation sowie flexible SLA-Vereinbarungen bis hin zur Ersatzteillagerung vor Ort überzeugten die IT-Verantwortlichen des Flughafens. Kurze Reaktionszeiten und Kosteneinsparungen im Servicebereich waren für den Flughafen Berlin Brandenburg möglich, indem Care-Pack-Verträge in einem Servicerahmenvertrag konsolidiert wurden und der administrative Aufwand damit erheblich verringert werden konnte.

 

Der Flughafen Berlin Brandenburg
Die Weichen für die Zukunft sind gestellt: Seit September 2006 wird der Flughafen Schönefeld zum neuen Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ausgebaut. Ab dem 3. Juni 2012 wird der gesamte Flugverkehr der Region auf dem Airport im Südosten der Stadt konzentriert sein. In einem ersten Schritt wurde der Flughafen Tempelhof am 30. Oktober 2008 geschlossen. Die Schließung des Flughafens Tegel erfolgt 2012 mit der Eröffnung des BER. Vorgesehen ist 2012 eine Startkapazität von bis zu 27 Mio. Passagieren. Je nach Passagierentwicklung kann der Flughafen für bis zu 45 Mio. Passagiere ausgebaut werden.
Im Internet: www.berlin-airport.de

 

Bildquelle: Marion Schmieding, Alexander Obst/Berliner Flughäfen

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