Cloud-Projekte

Hohe Priorität, langsame Entwicklung

Projekte im Cloud Computing kommen trotz hoher Priorität nur langsam voran. Die Private Cloud könnte eine Lösung sein.

Cloud Computing: Die ewige Priorität

Alle Jahre wieder: Die Researcher der IT-Beratung Gartner befragen eine Vielzahl an CIOS zu Technologietrends. Es geht dabei um die Frage "Welche geschäftlichen und technologischen Prioritäten haben Sie nächsten 12 Monaten?". Wer die Jahresliste über einen längeren Zeitraum vergleicht, stellt fest: Einige Trends sind Evergreens, andere dagegen folgen mit ein paar Jahren Verspätung dem berühmten Gartner-Hypecycle und sinken auch wieder ab.

Interessant ist die Entwicklung des Cloud Computing: 2010 taucht das Thema wie herbeigezaubert erstmals und direkt auf dem zweiten Platz der Technologiethemen auf. Seitdem behauptet es Spitzenplätze in der CIO-Agenda. Diese ziemliche rasante Entwicklung ist nicht nur die Folge des vielzitierten Cloud-Hypes.

Ohne Cloud scheint in der IT inzwischen nichts mehr zu gehen. Innerhalb von wenigen Jahren hat sich rund um Vorzeigeprojekte wie den Amazon Web Services ein eigenes Universum aus Anwendungen und Geschäftsbeziehungen entwickelt.

So wäre zum Beispiel der Aufschwung von Internet-und Mobile-Startups ohne Cloud Computing ausgeblieben. Der größte Teil der jungen Unternehmen nutzt die Cloud als Rechenknecht und Massenspeicher für seine Services. Auch zahlreiche jüngere und kleinere Unternehmen aus anderen Branchen nutzen die Cloud wie selbstverständlich - allerdings vorwiegend in Form von kostengünstigen Diensten für Mietsoftware (SaaS, Software a a Service).

Auf der Angebotsseite sieht Cloud Computing sehr positiv aus. Praktisch jedes größere IT-Unternehmen bietet seinen Kunden Cloud-Dienste an - auch  Microsoft. Die mehr als 2.000 von Gartner befragten CIOs stehen für die Nachfrageseite. Hier wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird: Die Priorität von Cloud Computing hat sich nach dem Senkrechtstart vor drei Jahren auf einen regelmäßigen dritten Platz eingependelt, in diesem Jahr hinter BI und Mobile.

Das erstaunt den Cloud-Experten Opens external link in new windowDavid Linthicum wenig: Seit Jahren kündigen die IT-Leiter den Durchbruch beim Cloud Computing an, doch es fehlen immer noch die großen Cloud-Projekte. Das hat nach Linthicums Ansicht vor allem mit dem Tagesgeschäft der IT zu tun: Cloud Computing ist ein heftiger Umschwung, der oft zugunsten von Wartung, Austausch und Aktualisierung der bestehenden Systeme aufgeschoben wird.

Eine andere mögliche Erklärung ist Risikoscheu: Clouds können sich auch mal in Luft Opens external link in new windowauflösen. In diesem Fall können die eigenen IT-Mitarbeiter nichts dagegen unternehmen. Dies ist sicher ein Grund für die gewisse Zurückhaltung in den großen Unternehmen und ebenfalls ein Grund für die Private Cloud, die von vielen Anbietern wie Dell, HP oder Microsoft propagiert wird. Die eigene, aber nicht unbedingt selbst betriebene Cloud hat alle Vorteile des Cloud Computing sowie den eindeutigen Vorteil der eigenen IT: Opens external link in new windowMehr Kontrolle.

Bildquelle: Ralf Sperling / Opens external link in new windowpixelio.de

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