08.02.2017 Alle zurück ins Büro!

IBM: Schluss mit Homeoffice - auch in Deutschland?

IBM beordert alle Marketing-Mitarbeiter in die US-Niederlassungen zurück. Was steckt hinter dem Aus für das Homeoffice bei Big Blue? Was bedeutet dies für die Mitarbeiter in Deutschland?

Das gut informierte Portal "The Register" berichtet, dass IBMs Marketing-Mitarbeiter sich entscheiden müssen: Entweder ins Büro kommen oder sich einen neuen Job suchen.

In einer internen Videobotschaft soll Marketing-Chefin Michelle Peluso ihren US-Kollegen im Marketing mitgeteilt haben, dass sie künftig nur noch in sechs "strategischen" US-Büros arbeiten können: Austin, San Francisco, New York City,  Boston, Atlanta und Raleigh.

The Register führt weiter aus, dass es wohl keine freie Wahl für einen dieser sechs Standorte gibt, sondern je nach Arbeitsschwerpunkt eine Zuteilung erfolgt. Laut der Videobotschaft sollen die Mitarbeiter 30 Tage lang Zeit haben, sich zu entscheiden.

Aus für Homeoffice auch bei IBM Deutschland?

Die Maßnahme könnte auch das Aus des Homeoffice für alle heimarbeitenden IBM-Angestellen in Deutschland einläuten: Während aktuell nur die US-Marketing-Abteilung betroffen ist, gehe die Angst um, dass auch andere Abteilungen und Länder nachfolgen könnten, schreibt The Register:

"While the move-or-leave mandate is right now being applied only to IBM's US marketing operation, it is feared Big Blue will extend the policy to other departments and countries, as the business computing giant shaves costs and sheds jobs to improve its bottom line."

Das Ende des Homeoffice ist aufgrund der neuen, strengen Bedingungen nämlich eine Maßnahme zur Verschlankung der Marketing-Abteilung, auch wenn Peluso dies nicht so verstanden wissen will: Sie habe das "Gefühl", dass das Marketing-Team in wenigen Niederlassungen konzentriert werden sollte, sagt sie im Video. Jedoch hat IBM nach wie vor mit dem Umbruch in der IT-Landschaft zu kämpfen und vermeldet seit 19 Quartalen sinkenden Umsatz.

Die Maßnahme steht völlig gegen den Trend Homeoffice, der auch stets ein gewissen Imagefaktor für den Arbeitgeber hat. Microsoft zum Beispiel propagiert auch in Deutschland "Vertrauensarbeitszeit" und schaffte feste Arbeitsplätze in der neuen Zentrale in München ab.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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