Unser Autor, Bert Oosterhof, ist Director of Technology EMEA bei Informatica.
Hochentwickelte Technologien, mit deren Hilfe sich Bilder von kriminellen Verdächtigen mit deren Seiten in Social Networks und anderen Daten schneller und effizienter abgleichen lassen, bedeuten, dass die Polizei Straftäter nun in einem Arbeitsschritt identifizieren kann. Sie muss sich nicht mehr durch einen Berg unterschiedlichster Informationen wühlen. Big Data bezeichnet die Technologie, die ortsbezogene Informationen, Gesichtserkennungsdaten und sämtliche erhältlichen Informationen, die den Beamten dienlich sein könnten, in einer Ansicht zur Verfügung stellt.
Erst kürzlich waren Bilder von Plünderern, die Flachbildschirmfernseher wegtransportiert haben, in den Nachrichten rund um den Globus zu sehen. Aber es dürfte nicht jedem der wütenden Krawallmacher klar sein, dass diese Bilder auch der Polizei helfen können, erfolgreiche Verurteilungen für Straftaten herbeizuführen. Mit Big-Data-Technologie und den eingesetzten Methoden ist es jetzt viel wahrscheinlicher, dass sie gefasst werden. Einfach formuliert bedeutet dies, sich mit Big Data eine Technologie zu Nutze zu machen, die bereits Bestandteil von beliebten Social Networks wie Facebook oder Twitter ist, und diese dann mit anderen Quellen wie Videoüberwachungsanlagen oder Datensätzen von Mobiltelefonen abzugleichen.
Die Ergebnisse können sowohl die Identifikation mutmaßlicher Randalierer als auch die Ermittlung ihres Aufenthaltsorts beschleunigen. Die primäre Herausforderung beim Überführen von Krawallmachern und Plünderern besteht für Behörden darin, sicherzustellen, dass riesige Mengen von Daten gesichtet und überprüft werden und dass diese Informationen schnell an einer Stelle zur Verfügung stehen. Big Data benötigt eine Plattform, die innerhalb kürzester Zeit Informationen aus unterschiedlichsten Quellen sichten kann und die Beamten damit in die Lage versetzt, die Übeltäter schnell dingfest zu machen.
Informatica hat fünf klare Schritte definiert, die notwendig sind, um alle Informationen zu sammeln und in eine zusammenhängende, verwertbare Form zu bringen:
- Datenerfassung: zum Beispiel von Videoüberwachungsanlagen, Mobilfunktelefonen oder prahlerischen Kommentaren in Social Networks
- Datenanalyse: Analyse der Informationen und Sicherstellung, dass diese in einem gebräuchlichen Format vorliegen, z.B. Darstellung des Datums in einer üblichen Form wie TT/MM/JJ
- Filter: Entfernung aller irrelevanten oder bedeutungslosen Informationen
- Anreicherung: Ergänzung und Abgleich mit Informationen aus anderen Quellen
- Verknüpfung: Herstellung von Verbindungen zwischen den Datenquellen und Darstellung der wichtigen ermittelten Informationen.
Wird diese Vorgehensweise angewandt, können Behörden davon ausgehen, dass sie in der Lage sind, stärkere Beweise gegen Einzelpersonen anzuführen. Dies gilt zum Beispiel für:
- Abgleich der Gesichtserkennungstechnologie, die auf Facebook bereits im Einsatz ist, mit Bildern von Straftätern, die von Videoüberwachungsanlagen aufgenommen wurden, und anschließender Vergleich der Bilder mit den Datenbanken der bekannten Straftäter
- Auslesen von GPS-Daten aus Fotos, die von Mobilfunktelefonen hochgeladen wurden, um den Tatort von Verbrechen genau zu bestimmen, Verwendung der Fotos selbst als Beweisstück
- Auslesen ortsbezogener Informationen aus prahlerischen Kommentaren auf Twitter oder anderen Social-Media-Webseiten. Diese Informationen werden dann mit Mobilfunkdaten, die alle Netzwerkanbieter vorhalten müssen, abgeglichen und dann mit Aufnahmen von Videoüberwachungsanlagen verglichen. So kann der Aufenthalt von Personen ganz genau bestimmt werden.
- Nachverfolgung von Instant-Messaging-Daten und damit die Möglichkeit, Verbindungen zwischen Personen aufzuzeigen und ihren Aufenthalt zu bestimmen.
Das Ergebnis vereint Informationen aus unterschiedlichsten Quellen in einer einzigen Darstellung und liefert den Beamten so ein leistungsstarkes neues Werkzeug für die Verbrechensbekämpfung.
Es ist nicht länger die größte Herausforderung, Daten zu sichten, sondern sicherzustellen, dass Informationen so schnell wie möglich zusammengestellt werden. In dieser Hinsicht ist Cloud Computing die richtige Lösung. Diese Technologie ermöglicht es den Behörden, nicht nur ihre Informationen, sondern auch die Verarbeitungskapazitäten ihrer Computer zu bündeln.