16.05.2017 Rittal: Eröffnung des Lefdal Mine Datacenters

Industrialisierung von Rechenzentren

Das jüngst in Norwegen eröffnete Lefdal Mine Datacenter (LMD) soll zu den kosteneffizientesten, sichersten und umweltfreundlichsten Rechenzentren in Europa zählen, wie Projektteilnehmer Rittal bei der Eröffnung bekannt gab.

Lefdal Mine Datacenter (LMD)

Das Lefdal Mine Datacenter (LMD) wurde am 10. Mai 2017 eröffnet. Das modulare Gesamtkonzept sieht vor, dass Kapazitäten für bis zu 1.500 Container entstehen mit einer Kühlleistung von bis zu 200 Megawatt.

Mit der feierlichen Eröffnung am 10. Mai 2017 hat das Rechenzentrum die Ausbaustufe 1 abgeschlossen, sodass nun 45 MW Kühlleistung einsatzbereit sind. Dabei soll die Anlage im ehemaligen Bergwerk neue Maßstäbe für die Rechenzentrumsindustrie setzen, da die große Fläche in Verbindung mit modularem Design eine schnelle Markteinführungszeit ermöglicht. Desweiteren führe die Kombination von preiswerter und erneuerbarer Energie zu kalkulierbaren, geringen Kosten für die Kunden, heißt es in einer Pressemeldung.

Als strategischer Partner und Technologiepartner bietet Rittal vorkonfigurierte, modulare und skalierbare Infrastruktur für das Rechenzentrumsprojekt. Anlässlich der Eröffnung, sagte Dr. Karl-Ulrich Köhler, Vorsitzender der Geschäftsführung von Rittal International: „Die laufende digitale Transformation wird zweifellos zu einer höheren Nachfrage an Rechenzentrumskapazität führen und in der Folge zu einer effizienten Industrialisierung der RZ-Infrastruktur und Dienstleistungen, mit anderen Worten – einer intelligenten Standardisierung.“

Nachhaltiges Rechenzentrum

An der Westküste Norwegens gelegen, wird das 120.000 Quadratmeter große Rechenzentrum ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben. Darüber hinaus wird es durch Wasser aus dem nahegelegenen Fjord gekühlt. Die Energiekosten sind entsprechend gering und das System erreicht einen PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) von weniger als 1.15.

Dank der Flexibilität des Rechenzentrums ist der verfügbare Speicherplatz sehr variabel. Die Größe und die Kapazität, die die 16 Meter hohen Hallen im Berg und die dazugehörige Logistik bieten, ermöglichen verschiedene skalierbare Lösungen. Das Datacenter hat ein Potential von 120.000 m² Nettoleerraum und 200+ MW IT-Kapazität, der als Container-Lösung oder traditionell als Whitespace zur Verfügung gestellt wird. So haben die Kunden die Möglichkeit, ein Modell zu erhalten, das je nach Bedarf mit ihren Anforderungen „wächst“ oder „schrumpft“. „Wir können alle bekannten Konzepte für Whitespace-Lösungen umsetzen und die Struktur der Anlage ermöglicht eine optimierte Lösung für Container in verschiedenen Formen und Größen, darunter auch kundenspezifische Lösungen für Packungsdichte, Temperatur, Feuchtigkeit und Betriebsmittel. Wir verdanken dies unseren Technologiepartnern, Rittal und IBM, die uns während des Ausbauprozesses unterstützt und ihre Lösungen und Services in unser Ökosystem eingebracht haben“, erklärt Jørn Skaane, CEO bei Lefdal Mine Datacenter.

Das Augenmerk auf Sicherheit

Darüber hinaus soll das Lefdal Mine Datacenter eines der sichersten Rechenzentren Europas werden. Die Daten werden von Felswänden geschützt, die eine natürliche Abschirmung gegen elektromagnetischen Impulse (EMP) bieten. Die Anlage ist nur von zwei Zutrittspunkten zugänglich und bietet damit schon natürliche Sicherheit und Zugangskontrolle. Der Aufbau und die Dokumentation der Infrastruktur-Installationen sind streng vertraulich. Speziell ausgebildetes Personal überwacht die gesamte Anlage rund um die Uhr. Daher erfüllt das Datacenter alle Anforderungen der Tier-III-Norm, heißt es weiter.

In den nächsten Monaten werden nach und nach die Kunden ins Rechenzentrum einziehen. Innovo Cloud, ein deutscher Cloud-Provider, wird einer der ersten internationalen Kunden sein, der mit seinen High-Density-IT-Containern einzieht. Die ersten Komponenten werden ab September eingerichtet und in Betrieb genommen und bieten sowohl norwegischen als auch internationalen Kunden ein Cloud-Portfolio einschließlich „High Performance Computer as a Service“. Darüber hinaus will IBM seine „Resiliency Services“ von Norwegen aus anbieten.

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