Unternehmensweite Datenanalysen

Integration von Business Analytics

Zu komplex, zu oberflächlich, zu teuer? Wer IT-Tools zur besseren Entscheidungsfindung integrieren will, hat verschiedene Möglichkeiten.

Tapas, Bildquelle: Thinkstock/iStock

Analysen im Tapas-Stil: Mitarbeiter gehen häufiger auf Reisen; sie hinter dem Desktop-PC anzutreffen, scheint oft nur die Ausnahme. Da liegt es nahe, Business Analytics häppchenweise als Apps anzubieten.

Der Wind auf den globalen Märkten wird rauer. Unternehmen müssen sich ständig neuen Anforderungen stellen: Innovation, Marktveränderungen, steigender Wettbewerb, regulierende und finanzielle Zwänge sowie die Suche nach qualifiziertem Personal. Umso wichtiger ist es, Informationen über diese sich wandelnden Anforderungen einzufangen, zu konsolidieren und zu analysieren, um Entscheidungen jederzeit auf den Prüfstand zu stellen und eventuell neu zu treffen. Als Hilfe zur Entscheidungsfindung kann ein Business-Analytics-Werkzeugkasten unterschiedliche Tools bereithalten.

Als Ausgangspunkt von Ressourcenplanung und betrieblichen Abläufen dient das ERP-System, die meist größte Datenquelle im Unternehmen. Ist das ERP-System deshalb die Antwort schlechthin, um Business Analytics zielgerichtet umzusetzen? Der Ansatz gleicht dem Versuch aus einem Feuerwehrschlauch zu trinken. Den Druck zu minimieren, in dem man den Datensatz reduziert, kann keine adäquate Antwort sein. Zudem fehlt den meisten Mitarbeitern, gleich ob Kundenbetreuer oder C-Level-Manager, die IT-Expertise, um über das Dashboard hinauszugehen und in die Datentiefen des ERP-Systems abzutauchen.

Eine Lösung, um die entscheidungsrelevanten Informationen zu identifizieren, aufzubereiten und mit anderen Daten in Bezug zu setzen, stellen Business-Intelligence-Software-Tools (BI) dar. Einsatz findet BI vor allem im Controlling. Dort werden vorhandene operative Unternehmensdaten durch Analyse und grafische Aufbereitung zu strategisch relevanten Informationen veredelt. Doch werden viele BI-Tools nach dem Baukastenprinzip angeboten. Das setzt voraus, dass ein internes Team sich intensiv mit der Frage beschäftigen muss, welche Parameter in welcher Regelmäßigkeit gemessen werden sollen, wo die entsprechenden Datenquellen im Unternehmen liegen und welche Maßnahmen aus den Analysen folgen. Anschließend müssen passende Tools validiert und auf Kompatibilität mit dem vorhandenen ERP-System getestet werden. Zugegebenermaßen ist die Reise bis zum stabilen Betrieb häufig lang und Finanz- wie auch IT-Aufwand sind hoch, doch der Analysefähigkeit sind prinzipiell kaum Grenzen gesetzt.

Datenhäppchen für unterwegs

Und auch die Mitarbeiter gehen immer häufiger auf Reisen. Sie hinter einem Desktopcomputer anzutreffen, scheint oftmals mehr nur die Ausnahme. Da liegt es nahe, Business Analytics häppchenweise als Apps im Appstore anzubieten. Meist verfügen diese über bereits einsatzfähige Analyselösungen, die spezifische Bedürfnisse adressieren – z.B. Apps für CFOs, die sich der Balance im Portfolio der Sachanlagen widmen. Da nicht die gesamten Unternehmensdaten in das System übernommen werden, sondern entsprechend den Fragestellungen kleine Häppchen, kann eine rasche Wertschöpfung gewährleistet werden. Das finanzielle Risiko ist aufgrund des Pay-as-you-go-Modells überschaubar und die Integration folgt häufig dem Do-it-yourself-Prinzip. Unternehmen müssen allerdings prüfen, inwieweit die Apps ihre Unternehmensrealität tatsächlich widerspiegeln. Ein Hinweis liefern die Best Practices eines Unternehmens, vor allem die Frage, aus welchen Branchen Unternehmen an der Entwicklung beteiligt waren.

Solche „Tapas“-Lösungen eignen sich vor allem für Unternehmen, die nicht wissen, wie sie mit riesigen Universallösungen umgehen sollen. Ein Hybrid-Ansatz zwischen BI und Apps ist die Integration von In-Memory Analytics in ein ERP-System. Die ERP-Software verfügt damit nicht mehr nur über die gängige Verwaltungsfunktion, sondern ist auch in der Lage, Daten mit hoher Geschwindigkeit zu analysieren. Die Analysefunktionen befinden sich als Add-on direkt im System. Die Anwendung kann im besten Fall binnen Stunden installiert und genutzt werden. Die Analysegeschwindigkeit ist enorm: Ergebnisse erscheinen augenblicklich und ermöglichen Entscheidungen auf granularer Datenbasis. Während ein Report nur die Möglichkeit bietet, Daten anhand zweier Analysedimensionen zu analysieren (z.B. Produktlinie nach Territorium), sind In-Memory Analytics ein Tool für multidimensionale Echtzeitanalysen. Da ERP-Systeme zwar eine Hauptdatenquelle, aber nicht die einzige Datenquelle im Unternehmen darstellen, sollte vor einer Anschaffung darauf geachtet werden, ob die Systeme kompatibel mit weiteren Datenquellen sind, um flexibel zu bleiben.

 

Checkliste für unternehmensweite Datenanalysen

Möchte man Business Analytics im Unternehmen integrieren, um strategische ­Entscheidungen auf eine fundierte Datenbasis zu stellen, sollte das Tool über folgende Funktionen und technologische Voraussetzungen verfügen:

Bereitstellung und Integration

  •   Flexible Integration/Implementierungsstrategie
  •   Verfügbarkeit über die Cloud/Software as a Service (SaaS)
  •   Möglichkeit zur mobilen Nutzung
  •   Sammeln, aufbereiten und auswerten aller ­Unternehmensdaten
  •   Nahtlose Integration mit der ERP-Lösung
  •   Einfache Einbindung in vorhandene Infrastruktur

Funktionale Elemente

  •   Abdeckung der Analyse-Anforderungen aus den Bereichen Budgetierung, Planung und Forecast für verschiedene ­strategische und operative Anforderungen
  •   Operatives Reporting und Analyse
  •   Operatives Performance-Management
  •   Finanz-Performance-Management
  •   Strategisches Performance-Management
  •   Professionelle Visualisierung
  •   Vordefinierte, sofort einsatzfähige Analyselösungen als Apps

Quelle: Unit4

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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