02.05.2017 Telekom bleibt im Plan

IP-Migration läuft bis 2018

Von: Ina Schlücker

Eigenen Angaben zufolge liegt die Deutsche Telekom bei der IP-Umstellung voll im Plan und hält am Ziel fest, diese bis Ende 2018 abzuschließen.

Netzausbau bei der Telekom

Netzausbau bei der Telekom: Bis 2018 sollen alle Anschlüsse auf IP umgestellt werden.

Im Rahmen einer Presseveranstaltung in München gab die Telekom in der vergangenen Woche einen Einblick in ihr laufendes Projekt der deutschlandweiten IP-Umstellung bei Privat- und Geschäftskunden. Laut Anbieter sind bereits 14 Millionen Anschlüsse von Privat- und Geschäftskunden in Deutschland auf IP umgestellt. Pro Woche kommen über 80.000 neue Anschlüsse hinzu.

Generell stieg die Quote der IP-basierten Anschlüsse im Geschäftskundenumfeld innerhalb der vergangenen sechs Monate von 35 auf 45 Prozent; die Zahl der Anschlüsse erhöhte sich um 300.000 auf 1,4 Millionen. Vor allem bei den Geschäftskunden gehe die IP-Migration zügig voran: „Wir haben inzwischen mehr als 43.000 Workshops durchgeführt, um die Unternehmen und ihre teilweise sehr speziellen Anwendungen und Anbindungen erfolgreich auf IP umzustellen. Unser großes Ziel ist es dabei, ‚IP’ als den Marktstandard in Deutschland zu etablieren“, erklärt Klaus Müller, Leiter Strategische Entwicklung und Transformation bei der Telekom Deutschland, im Rahmen des Presse-Events.

Hochbetrieb im Testcenter

Die geplanten Umstellungen testet die Telekom seit Mitte 2015 in ihrem Testcenter in Bonn. Rund 500 Telefonanlagen, Router, Gateways und Sonderdienste von über 100 Herstellern sowie 1.000 Anschlussvarianten standen seitdem im Livebetrieb auf dem Prüfstand, um sicherzustellen, dass bei der Umstellung alles klappt. Das Sicherheitszertifikat der VdS Schadenverhütung GmbH soll zudem bestätigen, dass das IP-Netz der Bonner höchsten Sicherheitsanforderungen entspricht.

Laut Klaus Müller ergeben sich im Zuge der IP-Umstellung mitunter auch Herausforderungen: So müssen bei vielen Kunden nicht nur zahlreiche Filialen, sondern auch mehrsprachige Anschlüsse umgestellt werden. Daneben spielt auch die Übernahme bzw. Aktualisierung von Vertragsinhalten eine wichtige Rolle. Nicht selten würden die Verantwortlichen die Chancen der Modernisierung ergreifen, um die digitale Transformation im Unternehmen zu starten und firmenweite Prozessoptimierungen anzustoßen.

Bis zu 164 Anrufe parallel führen

Seit dem Produktlaunch vor einem Jahr wird der SIP-Trunk als durchwahlfähiger, IP-basierter Anlagenanschluss von Geschäftskunden stark nachgefragt, heißt es aus Anbieterkreisen. „Wir verkaufen rund 250 SIP-Trunk-Anschlüsse die Woche, wobei bereits mehrere TK-Anlagenhersteller oder Zubehörlieferanten wie Bintec Elmeg unsere Lösung integrieren können“, betont Klaus Müller. Als großen Vorteil erachtet er die Möglichkeit, dass man damit bis zu 164 parallele Anrufe im Unternehmen führen kann.

Als neues Produkt kombiniert man zudem Cloud-PBX-Anschluss, Telefonie, Internet und Telefonanlage aus der Cloud mit neuester IP-Technologie zu einer Kommunikationslösung für Unternehmen jeder Größe. Das sogenannte „DeutschlandLAN Cloud PBX“ soll hochskalierbar sein und mit einer umfangreichen Integration von Mobilgeräten punkten. Neue Releases und Funktionen werden zentral eingespielt. Zudem biete der „Pay-as-you-use“-Ansatz den Kunden den Spielraum, Cloud-PBX-basierte Arbeitsplätze flexibel an- und abzumelden. Laut Müller sei die Lösung selbsterklärend, weshalb auch eine Administration in Eigenregie möglich sei. Im August soll schließlich ein Angebot zur Anbindung mehrerer Filialen an eine Cloud PBX folgen.

Die technologische Basis für die neue Lösung bietet der britische Unified-Communications-Anbieter Broadsoft. Allerdings sei die Integration von Cloud PBX auch mit weiteren Lösungen z.B. von Swyx, Microsoft Skype for Business oder Nfon möglich, betont Müller.

Nicht zuletzt ist auch an die Zeit nach der IP-Umstellung gedacht: Mit „Magenta Eins Workplace“ bietet man für Firmenkunden ein Paket für 99,95 Euro pro Mitarbeiter an, das nicht nur Cloud PBX, Full Service und Office 365, sondern auch einen Mobilfunkvertrag inkludieren soll.

Glasfaser für Gewerbegebiete

Neben den konkreten Produktpaketen will man generell die Bereitstellungsqualität für Geschäftskunden weiter ausbauen: Neben einem Team von über 2.300 Service-Technikern, die speziell auf Business-Anforderungen geschult sind, wird die Telekom in Kürze zwei weitere Service-Pakete mit persönlicher Betreuung und Ansprechpartner für ihre Geschäftskunden anbieten. Generell habe man laut Müller viel aus der ersten IP-Umstellungsphase gelernt. Neben einer höheren Sprachqualität seien die technischen Parameter qualitativ deutlich verbessert.

Desweiteren wurde ein Sonderprogramm zur Förderung von Gewerbegebieten angekündigt, um dem steigenden Bandbreitenbedarf Rechnung zu tragen. In einem ersten Schritt sollen 100 Gewerbegebiete in Deutschland an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Dabei wird der Breitbandausbau technisch seitens der Telekom entweder über Vectoring und FTTC (Fibre to the Curb) oder mit FTTH (Fibre to the Home) vorangetrieben, heißt es.

Bildquelle: Telekom


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