Unterstützung durch Staffing-Anbieter

IT-Freiberufler effizient steuern

Angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland greifen Unternehmen immer öfter auf die rund 77.000 hiesigen IT-Freelancer zurück, um ihre IT-Projekte zu bewältigen. Bei der Vermittlung und Steuerung lassen sie sich zunehmend von professionellen Staffing-Anbietern unterstützen.

Figuren, Bildquelle: iStockphoto.com/alexsl

Dem Branchenverband Bitkom zufolge zählte der ITK-Bereich im Oktober 2011 rund 38.000 offene Stellen. Gegenüber Oktober 2010 bedeutet das eine Zunahme von 10.000 Arbeitsplätzen (plus 36 Prozent), die aus Mangel an Fachkräften nicht besetzt werden können. Laut Befragung entfallen rund 16.000, also 42 Prozent, der offenen Stellen für IT-Experten auf die ITK-Branche, den IT-Anwendern fehlen rund 22.000 IT-Kräfte. 59 Prozent von ihnen suchen laut Bitkom-Umfrage IT-Administratoren.

Selbst wenn man die Zahlen und die Warnungen des Branchenverbandes aufgrund seiner Interessenslage für etwas übertrieben hält, bleibt doch festzuhalten, dass es sich bei IT-Fachkräften um eine knappe und zunehmend teure Ressource handelt. Vor diesem Hintergrund verwundern die Bestrebungen von Anwenderunternehmen, Anbietern und Beratern nicht, seit einigen Jahren verstärkt auf freie IT-Spezialisten zurückzugreifen, wenn es darum geht, Projektteams zu komplettieren, die man nicht mehr allein intern besetzen kann, oder wenn es um Spezial-Know-how geht, das sie nur temporär benötigen. Auf der einen Seite versorgen sich die Unternehmen so mit frischem Know-how, das sie über festangestellte Kräfte nicht zeitnah abdecken können. Auf der anderen Seite müssen sie sich bei Freelancern nicht langfristig binden. So halten sie ihren Personalstamm flexibel.

Doch dieser Pool an IT-Freiberuflern, den die Marktforscher der Lünendonk GmbH in der Studie „Der Markt für Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung freiberuflicher IT-Experten in Deutschland“ für das Jahr 2011 auf 77.000 schätzen, wächst nur langsam. Seit 2009 kamen lediglich 3.000 Freelancer hinzu. Ihre Umsätze steigen dagegen viel schneller: von 2009 auf 2010 um 15 Prozent auf 6,7 Mrd. Euro. Für 2011 erwartet Lünendonk eine ähnliche Steigerungsrate und einen Gesamtumsatz von 7,7 Mrd. Euro.

Umfassende Sourcing-Strategie

Aufgrund des steigenden Bedarfs fällt es den nachfragenden Unternehmen immer schwerer, ihren Bedarf an Freiberuflern effizient zu decken. Deshalb greifen immer mehr Firmen auf professionelle Anbieter zurück, die ihnen Freiberufler vermitteln und diese unterschiedlich stark für sie steuern. Lünendonk teilt diese Anbieter in drei verschiedene Kategorien ein:

– Spezialagenturen für Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung von Freiberuflern rekrutieren Einzelressourcen für Kunden, besetzen aber auch ganze Projekte und übernehmen auf Wunsch das gesamte Handling der Freiberufler.
– Hybride Anbieter vermitteln Freelancer, übernehmen IT-Projekte aber auch mit eigenen Mitarbeitern oder mit gemischten Teams.
– Freelancer-Portale, bei denen Freelancer ihre Profile und Unternehmen ihren Bedarf einstellen. übernehmen teilweise auch Agenturtätigkeiten.

Bei der Q_Perior Staffing Solutions handelt es sich gemäß Lünendonk-Definition um einen hybriden Anbieter. Als Geschäftsbereich des IT-Beratungsunternehmens Q_Perior vermittelt der Anbieter seinen Kunden Einzelressourcen, besetzt bei Bedarf ganze IT-Projekte und offeriert Third-Party-Management. Zudem bietet man IT-nahe Qualifikationen an, mit den Schwerpunkten SAP, Softwareentwicklung, Architektur, Projektmanagement, Test sowie Infrastruktur und produktionsnahe Themen. Dabei werden die Kräfte unter freien IT-Spezialisten, eigenen festangestellten Beratern sowie bei Bedarf auch bei Consultants aus Partnerunternehmen für die Kundenprojekte rekrutiert.

Zudem hilft der Anbieter seinen Kunden dabei, eine umfassende Sourcing-Strategie zu entwickeln. Dazu prüft man die gesamten IT-Vorhaben zunächst auf ihre Sourcing-Fähigkeiten und kategorisiert die Projekte bzw. Projektteile in zukaufbare oder selbst zu bewältigende Vorhaben. Daraufhin wird festgelegt, wie und bei welchen Dienstleistern Leistungen bezogen werden. So macht man den gesamten Sourcing-Bedarf des Kunden transparent und unterstützt ihn in einer Bedarfspartnerschaft, um die nötigen Kapazitäten zu planen und am Markt einzukaufen und zu vergleichen.

Dieses Vorgehen ermöglicht es dem Dienstleister, seinen Kunden einerseits schnell Einzelressourcen verfügbar zu machen, andererseits kann man auch ganze Projekte mit einem Mix aus festen und freiberuflichen Beratern übernehmen. Bei einem Pool von zurzeit knapp 20.000 Freelancern achtet Q_Perior stark auf Qualität. Zunächst prüft eine Software beim Einchecken der Profile in die Datenbank, ob die angegebenen Qualifikationen sich auch in ausreichendem Maße in den Projekterfahrungen des Freelancers wiederfinden, und nicht nur in der Skill-Übersicht des Profils. Darauf folgt ein persönliches Interview mit einem festangestellten Berater, in dem der Freelancer sein Know-how nachweisen muss.

Durch dieses Geschäftsmodell will das Beratungshaus einen Trend bei der Vermittlung von Freiberuflern unterstützen – der geprägt ist vom zunehmenden Fachkräftemangel und der daraus resultierenden hohen Nachfrage nach IT-Spezialisten. Deshalb rückt die Fähigkeit der Vermittler wieder in den Vordergrund, möglichst schnell die richtigen Leute für die Auftragnehmer ausfindig zu machen und zu vermitteln. Überdies gehen große Auftraggeber verstärkt dazu über, ihre strategischen Vermittlungspartner frühzeitig in ihre Bedarfsplanung einzubeziehen. So entsteht eine bessere Planbarkeit, die wiederum in höheren Verfügbarkeiten der Freiberufler resultieren kann.

 

So teuer sind IT-Freelancer – aktuelle Preistendenzen
(Stundensatz alles inklusive):

Infrastrukturdesigner    94 Euro
Java-, J2EE-Entwickler    77 Euro
Lotus-Notes-Spezialist    64 Euro

Bildquelle: iStockphoto.com/alexsl

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