IT auf der Überholspur

IT-Infrastruktur mit schneller Netzwerk-Konnektivität

Die Formel 1 ist eine der schnellsten und technisch fortschrittlichsten Sportarten der Welt. Und sie ist ein Sport der Extreme. Ein Sekundenbruchteil kann bereits über Erfolg oder Versagen entscheiden. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Teams zu ­steigern, benötigen die Ingenieure von AMG Petronas eine moderne IT-Infrastruktur mit schneller Netzwerkkonnektivität und Datenanalyse in Echtzeit als Basis.

Formel 1

IT auf der Überholspur

Während jedes F1-Rennens analysiert das Mercedes-AMG-Petronas-Team die Informationen, die von den bis zu 200 Sensoren, die an jedem Auto befestigt sind, gesendet werden. Diese generieren etwa 2.000 Datensätze pro Minute. Basierend auf diesen Daten erhalten die Ingenieure Einblicke in verschiedene Faktoren – angefangen vom Reifendruck und Kraftstoffverbrauch bis hin zu Entwicklungen, die vorausgegangene Rundenzeiten beeinflusst haben. So können sie das Team dabei unterstützen, die richtige Strategie für das Rennen zu finden. Der Zugang zu schneller, zuverlässiger Glasfaserkonnektivität ist dafür ein Muss.

Dazu vernetzt der Anbieter Tata Communications als „Official Managed Connectivity Supplier“ bei jedem Grand Prix – von den Straßen von Monaco bis zur Wüste von Bahrain – das Team mit seinem globalen Netzwerk. Mit einer Übertragungsrate von 128 GB pro Sekunde wurde die Geschwindigkeit der Datenübertragung für Mercedes AMG Petronas verdreifacht. Dies ermöglicht, dass entscheidende Rennautotelemetrie- und Sensorendaten – wie Reifenerosion, Luftströmung, Aerodynamik, Gaspedal, Bremsen- und Öltemperatur sowie Bewegungen innerhalb der Räderkasten – in weniger als einer Viertelsekunde von der Rennstrecke zum Werk in Großbritannien und umgekehrt übertragen werden.

Während Lewis Hamilton und Nico Rosberg diejenigen sind, die im Rampenlicht stehen, ist die Formel 1 eigentlich ein richtiger Teamsport und die Fahrer verlassen sich auf eine Gruppe von Ingenieuren und technischen Experten. Die Regeln der FIA grenzen die Anzahl der Teammitglieder bei jedem Grand Prix auf 60 Personen ein. Die Teams müssen ihre Ressourcen an der Strecke also effizient managen und einsetzen. Die schnelle Konnektivität gewährleistet, dass Mercedes AMG Petronas konform mit den Regeln der FIA ist. Gleichzeitig kann das Team auf so viel „Brain Power“ wie möglich aus der Ferne zugreifen – kein anderes Team verfügt aktuell über ähnliche Möglichkeiten.

Datengestützte Einblicke für Boxen-Crew


Das Team betreibt ein modernes IT-Setup, um möglichst viele Aufgaben und Ressourcen außerhalb der Rennstrecke durchführen zu können. Die „zweite“ Boxen-Crew sitzt im Werk des Teams in Großbritannien. Sie kommuniziert, kollaboriert und tauscht datengestützte Einblicke mit der Boxen-Crew an der Rennstrecke aus – in Echtzeit. Aufgrund des Lärms an der Rennstrecke kommunizieren die Fahrer und das technische Team über Headsets miteinander. Bei einer Gelegenheit nahm Lewis Hamilton an einem Training teil und sprach über sein Headset mit einem Mitglied seines Ingenieurs-Teams – alles wie immer.

Der Ingenieur war allerdings nicht vor Ort an der Rennstrecke, sondern im Werk in Großbritannien. Die Kommunikation war so klar, dass Hamilton dies nicht einmal gemerkt hat. Er fragte sogar „Wo bist du? Ich kann dich nicht sehen!“
Der Fernbetrieb, unterstützt durch schnelle Glasfaser, ermöglicht es dem Team, präzisere Entscheidungen zu treffen sowie Geschwindigkeiten, Handhabung und Stabilität zu verbessern, und trägt zum Erfolg des Teams bei. Angespornt durch diese Vorteile plant Mercedes AMG Petronas den Fernbetrieb auszubauen und weitere unkritische Datenelemente und -operationen in das Werk in Großbritannien zu verschieben. Zudem beabsichtigt das Team, im Werk ein Video-Setup aufzubauen, um den Ingenieuren dort ein visuelles Gefühl für die Werkstatt und die Umgebung der Rennstrecke zu geben.

Zusätzlich zu seinen Aktivitäten mit dem Mercedes-Team vernetzt Tata Communications jede der 19 Grand-Prix-Strecken mit seinem Glasfasernetz. Dies wird durch eine sichere MPLS-Verbindung unterstützt. Darüber hinaus wird die IT-Infrastruktur der Formel 1 und von Formula1.com auf den Rechenzentren des Unternehmens weltweit colocated und gehosted. Das Formula-One-Management nutzt die Rechenzentren u. a. für Rechenleistung und Speicherplatz der Video- und Live-Inhalte für die Webseite.

Der Anbieter konnte die Konnektivität auf der Rennstrecke um ein Zehnfaches von 100 MB/s auf mindestens 1 GB/s erhöhen. Das Netzwerk spielt für das Broadcasting Center des Formula-One-Managements eine zentrale Rolle. Dies ist eine 130 Tonnen schwere Struktur, die an jedem Veranstaltungsort des Grand Prix installiert wird. Damit ist das Management in der Lage, viele seiner Broadcast-Tätigkeiten aus der Ferne – vom technischen Hauptsitz in Biggin Hill in Großbritannien aus – zu steuern. So kommt beispielsweise ein in zwei Richtungen funktionierender Datenpfad zum Einsatz, mit dem ferngesteuerte Kameras an der Rennstrecke bedient werden. Das Team nimmt ebenso die Funknachrichten zwischen Fahrern und Rennteams auf und teilt diese mit TV-Sendern weltweit. Ebenso werden Video-Feeds über Glasfaser von der Rennstrecke zum Broadcast Center geschickt, wo diese für die Weiterleitung programmiert und an die TV-Sender zur Verbreitung gesendet werden. Über das Netzwerk werden auch Inhalte für die Webseite und für die App übertragen, dazu gehören Live Timing, Foto-Streams und Videos oder Zugang zu Funknachrichten und Fahrerstatistiken.

Die Leistungsfähigkeit von Broadcasting über Glasfaser soll demnächst auch für Live-Footage in 4K-Qualität und Over-The-Top(OTT)-Inhalten in Echtzeit genutzt werden. 2014 wurde ein Test dazu beim Grand Prix in Singapur erfolgreich durchgeführt.


Mercedes AMG Petronas F1 Team
Werksteam des deutschen Auto­mobilherstellers Daimler AG in der Formel 1
Unternehmenssitz: Brackley (GB), ­Stuttgart (D)
Teamchef: Toto Wolff
Techn. Direktor: Paddy Lowe
Fahrer: Lewis Hamilton, Nico Rosberg


Wettbewerb für F1-Fans

Um die Nutzung von Daten im Sport weiter voranzubringen, haben Tata Communications, das Mercedes-AMG-Petronas-Team und das Formula-One-Management 2014 den Formula 1 Connectivity Innovation Prize vorgestellt. „Er richtet sich an F1-Fans überall auf der Welt und motiviert sie, in zwei Technologiewettbewerben ihren Einfallsreichtum, ihr technisches Know-how und ihre Leidenschaft für die Formel 1 einzubringen“, erklärt Mehul Kapadia, Managing Director F1 Business bei Tata Communications.

Der Gewinner von 2015 – Paul Clarke aus Australien – zeigte einen neuen Ansatz, um entscheidende Rennautotelemetrie und -daten, die über Sensoren am Fahrzeug gesammelt wurden, darzustellen. Die Ingenieure an der Rennstrecke und im Werk können somit mithilfe der Visualisierung der Daten in Echtzeit schneller Entscheidungen treffen. Seine Siegeridee berücksichtigt, dass die Boxenmauer während eines Rennens eine der extremsten Arbeitsumgebungen ist – oftmals mit Temperaturen über 40 Grad Celsius. Deswegen verfügt die Anwendung über eine intuitive Oberfläche und ermöglicht es den Ingenieuren, große Datenmengen zu verarbeiten.


Bildquelle: Tata Communications

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