10.10.2017 Im Gespräch mit Veranstaltungsleiter Frank Venjakob

It-sa: Mehr Aussteller, größere Hallen

Von: Ina Schlücker

Ransomware, Internet of Things und Künstliche Intelligenz: Frank Venjakob, Veranstaltungsleiter der Fachmesse It-sa, berichtet über die Höhepunkte des diesjährigen Sicherheits-Events in Nürnberg.

Frank Venjakob, Veranstaltungsleiter der It-sa

Frank Venjakob, Nürnberg Messe GmbH

IT-DIRECTOR: Herr Venjakob, 2016 lockte die It-sa rund 490 ausstellende Unternehmen und knapp über 10.000 Fachbesucher nach Nürnberg. Mit wie vielen Ausstellern und Teilnehmern rechnen Sie 2017?
F. Venjakob:
Die It-sa wächst weiter: Über 580 Aussteller haben ihre Beteiligung bereits zugesagt. Viele Unternehmen haben ihre Standflächen nochmals deutlich vergrößert, deutsche genauso wie internationale. Stand heute rechnen wir mit Ausstellern aus 23 Ländern, darunter die USA und Japan. Wir gehen davon aus, dass sich auch die Zahl der Fachbesucher noch einmal erhöhen dürfte.

IT-DIRECTOR: Erstmals findet die Veranstaltung in zwei Messehallen statt. Welche weiteren Neuerungen gibt es?
F. Venjakob:
Mit dem Umzug in die Hallen 9 und 10 bieten wir den notwendigen Raum für das weitere Wachstum und größere Stände. Die Besucher profitieren auch, weil jetzt vier offene Foren einladen, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren – zwei in jeder Halle. Der Ausbau des Forenprogramms spiegelt sich auch in der Anzahl der Vorträge wider: Mit rund 320 Beiträgen ist das diesjährige Angebot größer als je zuvor.

IT-DIRECTOR: Die offenen Foren tragen die Namen M9, M10, T9 und T10 – was verbirgt sich dahinter?
F. Venjakob:
In den Hallen 9 und 10 setzt jeweils ein Forum einen Themenschwerpunkt im Bereich Management und ein zweites rückt technische Informationen in den Fokus. Entsprechend sind die Foren als M9 und T9 sowie M10 und T10 bezeichnet. Entscheidungsträger finden hier passgenaue Vorträge aus beiden Bereichen. Außerdem präsentieren Start-ups ihre neuen Ideen und Produkte in den Foren. Neu ist „it-sa insights“. Dahinter verbergen sich gesondert gekennzeichnete Vorträge und Diskussionsrunden, die einen Überblick zu Branchen, Trends, Rechtsfragen und Spezialthemen verschaffen.

IT-DIRECTOR: Welche IT-Sicherheitsthemen rücken in diesem Jahr in den Vordergrund der Veranstaltung? Welche Rolle spielen dabei aktuell besonders „heiße“ Themen wie Ransomware (Wanna Cry, Petya), Internet of Things (IoT) oder Künstliche Intelligenz (KI)?
F. Venjakob:
Ob Hardware, Software oder Dienstleistungen: Mit mehr als 580 Ausstelllern deckt die Veranstaltung das gesamte Spektrum an IT-Sicherheitsangeboten ab und bietet traditionell einen Gesamtüberblick zu aktuellen Entwicklungen der IT-Security. Natürlich gibt es auch dieses Jahr Themen wie Ransomware, die besonders für Diskussionsstoff sorgen. Als zentrales Thema lässt sich zudem die EU-Datenschutz-Grundverordnung nennen, die im Mai 2018 in Kraft tritt. Die neuen Regeln betreffen alle Unternehmen, die in der EU agieren. Mit den neuen Anforderungen an den Datenschutz sind auch Fragen der IT-Sicherheit eng verknüpft, sowohl auf technischer als auch auf organisatorischer Ebene.
Das Internet der Dinge ist ein weiterer Trend, der für IT-Sicherheitsverantwortliche eine wachsende Herausforderung darstellt. Das gilt auch für die Vernetzung der Produktion unter dem Schlagwort Industrie 4.0. Ebenso präsent ist das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Dabei handelt es sich derzeit um einen Megatrend in der IT, der auch im Bereich der Security-Lösungen immer häufiger zum Einsatz kommt.

IT-DIRECTOR: Das Veranstaltungskonzept sah in der Vergangenheit verschiedene Sonderflächen vor. Welche sind für dieses Jahr geplant?
F. Venjakob:
Israel, Frankreich und die Tschechische Republik sind mit eigenen Gemeinschaftsständen vertreten. Fachbesucher finden hier eine kompakte Übersicht zahlreicher Aussteller aus dem jeweiligen Land. In den Hallen 9 und 10 erhalten junge Unternehmen und Hochschulen eigene Präsentationsflächen. Startups@it-sa in beiden Hallen und Campus@it-sa in Halle 9 sind Adressen für alle, die sich für den aktuellen Stand der Forschung und spezielle Hochschulabschlüsse interessieren. In der „IAM Area“ in Halle 10 dreht sich alles um das Identity- und Access-Management (IAM).

IT-DIRECTOR: Inwieweit können sich die Besucher auf der Veranstaltung über konkrete Praxiserfahrungen informieren?
F. Venjakob:
Als „Arbeitsmesse“, wie wir sagen, zeichnet die It-sa aus, dass sich Aussteller und Fachbesucher zu konkreten Fragen austauschen. Der individuelle Bedarf der Unternehmen hängt von vielen Faktoren wie Größe oder Branche ab. Die Veranstaltung bietet dafür einen Marktüberblick und beste Voraussetzungen, um praxisnah zu diskutieren. Im Vortragsprogramm der offenen Foren demonstrieren Experten außerdem in Live-Hacking-Vorführungen, wie Cyber-Kriminelle vorgehen. Ein Tipp: Mit unserer App lassen sich alle Termine auf der Fachmesse einfach organisieren.

IT-DIRECTOR: Welche Höhepunkte erwarten die Teilnehmer beim begleitenden Congress@it-sa?
F. Venjakob:
15 Veranstaltungen von Institutionen und IT-Sicherheitsanbietern rücken aktuelle Themen wie die EU-Datenschutz-Grundverordnung in den Mittelpunkt. Das Angebot umfasst z.B. Veranstaltungen zu Industrie 4.0 oder zur Datensicherheit für Gesundheitsanwendungen.

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Auch dieses Jahr dürfen wir den IT-Grundschutztag und die Jahrestagung der IT-Sicherheitsbeauftragten in Ländern und Kommunen in Nürnberg begrüßen. Das Kongressprogramm findet übrigens nicht mehr im westlichen Teil des Geländes statt, sondern im NCC Mitte. Damit ist gewährleistet, dass die Kongressteilnehmer wie gewohnt in nächster Nähe das Messegeschehen besuchen können.

IT-DIRECTOR: 2016 hielt Datenschutzaktivist Maximilian Schrems eine Keynote, im Jahr zuvor wurde eine Keynote von Edward Snowden live übertragen. Mit welchem Special Guest wollen Sie die Besucher dieses Jahr überraschen?
F. Venjakob:
Unser diesjähriger Special Keynote Speaker ist der ehemalige Wikileaks-Sprecher Daniel Domscheit-Berg. Am dritten Messetag wird er die digitale Vernetzung mit ihren technischen, datenschutzrechtlichen und sozialen Implikationen beleuchten und erläutern, welche Rolle IT-Sicherheit für unsere Zukunft spielt.

Bildquelle: Nürnberg Messe

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