Durch den Einsatz von Zero Clients haben die Schüler mehr Platz zum Arbeiten – auf und unter den Tischen. Die Unterrichtsräume wirken aufgeräumter und besser strukturiert.
„Eine Berufsschule, die IT, Wirtschaft und Verwaltung lehrt, hat damit gleichzeitig den Lehrauftrag, das Wissen kompetent und mit moderner Technik zu vermitteln“, sagt Peter Heinbockel, Schulleiter an der Beruflichen Schule City Nord. „Allerdings sahen wir dies nicht mehr gegeben. Betagte Technik und geringe Energieeffizienz machten eine Änderung in unserer IT unumgänglich.“
Die Schule betrieb in der Vergangenheit zehn physisch getrennte Server und rund 600 sogenannte „Fat Clients“ – also klassische Desktop-PCs, ein paar Laptops und Apple-Produkte. Diese waren unter den Tischen fest verbaut und schränkten die Beinfreiheit der Lernenden ein. Andere standen auf den Tischen und nahmen so Arbeitsplatz weg. Dadurch, dass die Rechner individuell gewartet, aktualisiert und repariert werden mussten, war der administrative Aufwand sehr hoch.
„Allein zeitlich konnten wir uns eine solche Lösung nicht mehr leisten“, sagt Heinbockel. „Darüber hinaus war sie weder wirtschaftlich noch ökologisch auf dem neuesten Stand.“ Die Berufsschule entschied sich deshalb für eine Lösung des Herstellers Nutanix, basierend auf Empfehlungen und Überlegungen des Hamburger Systemhauses Targosoft. Das neue System dient der Schule zur Virtualisierung der Server und der Fat Clients unter VMware vSphere sowie VMware View und besteht aus Rechnereinheit und Speicherkapazität. Das erleichterte die Planung wesentlich, da nicht einzelne Komponenten erworben werden mussten.
In einem ersten Schritt wurde ein 3-Knoten-Block des Storage-Anbieters, der über sechs Intel-Prozessoren, 576 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie verschiedene Speichermedien verfügt, installiert. Dazu gehören 960 Gigabyte in PCI-Express-SSD-Karten, 900 Gigabyte in Solid State Disks und 15 Terabyte in herkömmlichen SATA-Laufwerken. Damit und mit der entsprechenden Software lässt sich nun ein Teil der alten IT-Umgebung virtualisieren und die Fat Clients lassen sich durch Zero Clients ablösen. Ein einziges Stück Hardware übernimmt hier die Bereitstellung aller Ressourcen für acht Server und 150 Clients.
Natürlich ist allein schon der Platzgewinn ein Vorteil für das IT-Team und die Schüler, die Lernenden müssen nicht mehr die Füße einziehen oder sich den Tisch mit sperriger Hardware teilen. Zudem bietet das System ohne weitere Komponenten einen Disaster-Recovery-Schutz. „Die Lösung zeigte uns auch physisch auf, wie groß das Konsolidierungspotential der Appliance ist“, sagt Michael Rompa, IT-Administrator der beruflichen Schule. „Wo früher acht reale Server und 150 Desktop-PCs standen, dort befindet sich nun nur noch ein zwei Höheneinheiten großes System und auf der anderen Seite Zero Clients. Statt eines gesamten Racks nimmt die Appliance nicht einmal zehn Zentimeter in der Höhe ein.“
Finanziell zeigten sich bereits die Anschaffungskosten niedriger als bei einer Installation mit einzelnen Server- und Storage-Komponenten sowie zusätzlichen PCs. „Selbst mit neuen Softwarelizenzen für die Virtualisierung und die schlanken Zero Clients lag die Investitionssumme unter der einer herkömmlichen Lösung. Außerdem lässt sich durch die Virtualisierung Software nun auch auf älteren Systemen betreiben“, erklärt Martin Stoltenberg, Abteilungsleiter für die kaufmännischen IT-Berufe der Hamburger Berufsschule. „Durch die Virtualisierung lassen wir nun auf den alten Systemen zuerst eine virtuelle Windows-7-Maschine laufen, auf der dann die paketierte neue Fibu-Software zum Einsatz kommen kann.
Dies hat zudem den Vorteil, dass wir die Software auch auf anderen Rechnern laufen lassen können, die bereits mit Windows 7 ausgestattet sind. Wir nutzen also die gleiche paketierte Software auf virtuellen Maschinen, die auf alten Geräten laufen, und zugleich auf den neueren Rechnern.“ Dieser Vorteil schützt Investitionen, weil sich dadurch der Einsatz älterer Systeme verlängern lässt.
Und nicht zuletzt bringt das neue System auch ökologische Vorteile, da durch die virtualisierten Server und die Zero Clients weniger Energie verbraucht wird als bei real laufenden Servern und Fat Clients. So ließ sich der jährliche Stromverbrauch von 81.525 kWh auf 30.850 kWh reduzieren. Das sind Einsparungen von 62 Prozent. Gleichzeitig stößt die Einrichtung nun 29 Tonnen weniger CO2 in Hamburgs Himmel.
Berufsschule City Nord Hamburg
78 Lehrkräfte unterrichten an der „Beruflichen Schule für Wirtschaft und IT City Nord (H7)“ in Hamburg 880 Schüler in 36 Berufsschulklassen sowie in 21 Vollzeitklassen 550 Jugendliche. Dabei liegt der wissensvermittelnde Fokus auf kaufmännischen IT-Berufen, der Ausbildung von Bürokaufleuten sowie im Beruflichen Gymnasium Fachrichtung Wirtschaft.
Im Internet: www.h7citynord.de
Bildquelle: Berufliche Schule City Nord