Klenkhart nutzt Lösung von IDC EDV

Kein Schnee von gestern

Die Konzeption von Skigebieten basiert auf vielen Gelände- und Vermessungsdaten sowie Daten aus Geoinformations- und GPS-Systemen. Sie alle müssen beim Ingenieurbüro Klenkhart & Partner sicher vorgehalten werden.

Skifahrer, Bildquelle: iStockphoto.com/monkeybusinessimages

Die legendäre Kandahar-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen gilt mit ihrer Länge von 3.300 Metern, dem Höhenunterschied von 920 Metern und Gefällen bis zu 92 Prozent als eine der schwierigsten Pisten im Alpinen Skiweltcup. Spektakuläre Abfahrts- und Super-G-Rennen wie beim Weltcup-Finale 2010 und bei den Skiweltmeisterschaften 2011 machen sie zum Zuschauermagneten vor Ort und an den Bildschirmen. Auch bei Hobbysportlern ist das Skiressort beliebt. Das österreichische Ingenieurbüro Klenkhart und Partner Consulting war zwischen 2008 und 2011 verantwortlich für den Umbau der Abfahrtsstrecke – vom Pistenumbau über die Installation von Sicherheitsnetzen, Beschneiungsanlagen und Füllpumpstation bis hin zur Sesselbahn „Kandahar-Express“.

Detailgenauigkeit und innovative Technologien zur Datengenerierung sowie -verarbeitung bilden bei solchen Projekten die Basis dafür, dass Naturschutz und Nachhaltigkeit sowie Sicherheit für Anwohner, Sportler und Touristen ebenso gewährleistet sind wie die Rentabilität und Profitabilität der Anlagen für ihre Betreiber. Die Daten sind zu einem großen Teil Geodaten: Sie müssen sehr genau sein und dienen zum Beispiel für die Kalkulation und CAD-basierte Modellierung von Naturrisiken wie Lawinen, Niederschlägen, Wildwassern oder Geschieben sowie 3D-Darstellungen und Flugsimulationen als Ergänzung zu herkömmlichem Kartenmaterial. Die IT-Verantwortlichen bei Klenkhart und Partner sehen sich daher einem exponentiell starken Datenwachstum gegenüber. Da es sich zum Teil um kritische Informationen handelt, ohne die Projekte nicht durchführbar sind und die ständig verfügbar sein müssen, braucht das Ingenieurbüro eine skalierbare, zuverlässige Sicherung.

Ein bestehendes Tape-Backup-System konnte mit dem starken Wachstum des Datenvolumens und den steigenden Anforderungen an die Verfügbarkeit der Informationen nicht Schritt halten. Das Ingenieurbüro stellte deshalb im April 2008 zunächst auf ein Datensicherungssystem mit zwei Festplatten um, das ein größeres Fassungsvermögen hatte und die typischen Vorteile von Disk-Backup mitbrachte: höhere Datensicherheit, eine schnellere Datenwiederherstellung nach Ausfällen oder Datenverlusten und eine bessere Datenintegrität. Tapes erreichen zudem zwar theoretisch höhere Übertragungsraten, aber in der Praxis verlangsamen die Spulzeiten und das bei nicht peformanten Servern entstehende typische Start-Stopp-Verhalten das Backup & Restore. Zudem haben Disks aufgrund des geringen Verschleißes eine höhere Lebensdauer.

Prinzipiell war die Umstellung von Tape-Backup auf eine Disk-Backup-Lösung für Klenkhart und Partner also sinnvoll, in der Praxis erwies sich das System aber als extrem unhandlich, denn es musste von German Feichter, Abteilungsleiter CAD/EDV und allein verantwortlich für die Datensicherung, jeden zweiten Tag manuell mit neuen Platten bestückt werden. Zudem war es nicht skalierbar genug, um auch langfristig den wachsenden Datenbestand sichern zu können.

Im Frühjahr 2011 suchte man daher nach einer neuen Backup-Lösung. Beauftragt wurde damit das österreichische Systemhaus IDC EDV Handels- und Dienstleistungs-Ges.m.b.H. Die Anforderungen waren beispielsweise ein hohes Maß an Automatisierung und ein unkompliziertes Handling sowie die Möglichkeit, Backup-Medien zu entnehmen und außer Haus zu lagern. Zudem war die einfache Erweiterung um mehr oder neuere Backup-Medien gefordert, auch um langfristig dem steigenden Datenvolumen standzuhalten. Und nicht zuletzt war eine hohe Performance gefordert. Denn je größer das Datenvolumen ist, desto länger dauert die Sicherung.

Die Lösung fand sich im Disk-Backup-System Say­fuse Backup des Münchner Herstellers Saytec Solutions. Es vereint die Vorteile von Festplatten-Backup mit hoher Skalierbarkeit sowie einem flexiblen Medien-Handling, wie es Tape-Backup-Systeme mitbringen. Die automatische Komplettlösung integriert Backup-Hardware, Backup-Server sowie die Backup- und Medien-Management-Software in einem System. Als Medien werden schnelle Sata-II-Festplatten verwendet, die wie Tapes einfach dem System entnommen werden können. Es sind also keine separaten Tape- und Disk-Systeme nötig, die entsprechend konfiguriert werden müssen. Durch simultanes Schreiben (mehrere Lese- schreibköpfe) erreicht die Lösung eine hohe Sicherungs- und Restore-Geschwindigkeit. Klenkhart entschied sich für das Modell Sayfuse Backup 2000M mit zwölf Medien à zwei Terabyte plus vier Wechselplatten. German Feichter fährt täglich ein inkrementelles Backup sowie von Sonntag auf Montag ein Vollbackup auf Wechselplatten zur externen Auslagerung. Als Backup-Software kommt die Open-Source-Lösung SEP Sesam in der Standard-Serverversion sowie mit einem Modul für die Online-Sicherung des Microsoft Exchange Servers zum Einsatz.

Keine Angst vor Ausfällen

Kommt es bei Klenkhart zu einem Totalverlust der Daten, können diese nun schnell und sicher wiederhergestellt werden – ein stabiles „Sicherheitsnetz“, mit dem zeitkritische Kundenprojekte auch im Falle eines „Datenunfalls“ ohne große Verzögerung mit allen nötigen Informationen weitergeführt werden können. Das ist bei umfangreichen Projekten wie dem Umbau von Skipisten ebenso wichtig wie bei kleineren Projekten, etwa einer neuen Seilbahn oder einer Beschneiungsanlage, die zu Saisonbeginn fertig sein müssen.

Das System kann bei steigendem Datenvolumen problemlos mit Drei-Terabyte-Platten sowie einem Erweiterungsmodul ausgebaut werden, welches zusätzlich zwölf Stellpätze für Backup-Medien bereitstellt. Damit ist auch die nötige Zukunftsfähigkeit gewährleistet, denn künftig wird es immer mehr grafische Anwendungen auf Basis von Geodaten geben, die immer mehr Daten generieren. Ein Beispiel ist die Software GPixS 360, die Klenkhart und Partner anbietet: Sie bietet Betreibern von Freizeitgebieten georeferenzierte Videoaufnahmen auf Basis von Google Earth bzw. Google Maps, mit denen ein realitätsnahes Erleben der Ski- und Wandergebiete möglich ist. Bereits jetzt lassen sich alle Objekte mit Informationstexten, Bildern oder Links ergänzen, die an die Anforderungen der Skigebiete angepasst und Besuchern zum Beispiel als Apps zur Verfügung gestellt werden können – kaum vorstellbar, was hier zum Beispiel mit Augmented Reality zukünftig technisch noch möglich sein wird.

 

Klenkhart & Partner
Neben Schwerpunkten im Schutzwasserbau sowie Wildbach- und Lawinenschutz ist das Unternehmen vor allem mit Planungs- und Controllingaufgaben bei diversen Projekten in Skigebieten befasst. So wird beginnend von kleinen Pistenausbau- und Beschneiungsprojekten bis zu umfassenden Masterplänen für Skiressorts die gesamte Planungspalette in Skigebieten abgedeckt.
Im Internet: www.klenkhart.at

 

Bildquelle: iStockphoto.com/monkeybusinessimages

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