UC aus der Cloud: Im Gespräch mit Jens Leuchters, NTT Europe

Kommunikation aus der Cloud

Der Telekommunikationsanbieter NTT Communications führte kürzlich einen cloud-basierten Communications-as-a-Service-Dienst (UCaaS) auf dem deutschen Markt ein. Im Interview berichtet Jens Leuchters, Regional General Manager Central & East Europe bei NTT Europe Ltd., Germany, über das neue Angebot und eine einheitliche Kommunikationsstruktur.

Jens Leuchters, Regional General Manager Central & East bei NTT Europe, berichtet über den neuen cloud-basierten Communications-as-a-Service-Dienst (UCaaS) auf dem deutschen Markt.

IT-DIRECTOR: Herr Leuchters, NTT Communications bietet seit kurzem seinen UC-Service auch in Deutschland an. Was ist das Besondere an Ihrem Unified-Communications-Service?
J. Leuchters:
Der UCaaS-Dienst, den wir seit März auch in Europa anbieten, nutzt die sicheren NTT Com Rechenzentren mit Standorten in Europa, Asien und den USA. Wir bieten den Service in zwei Grundausrichtungen an: Die standardisierte Variante ermöglicht unterschiedliche Nutzerprofile, die sich an den Tätigkeiten der Mitarbeiter ausrichten – also vom festen Büroarbeitsplatz bis zum flexiblen Außendienstmitarbeiter mit voller Mobilintegration. Die zweite Variante bietet ein größeres Maß an individuell konfigurierbaren Profilen. Außerdem öffnet sie die cloud-basierte Lösung via Schnittstelle für Drittanbieter z.B. von Contact-Centern und anderen Kommunikationslösungen. In dieser Variante kombinieren wir die Vorteile von UCaaS mit den klassischen Vorzügen einer selbst administrierbaren "On-Premise"-Lösung. In beiden Fällen steht die Plattform global bereit und ist über ein einheitliches Portal weltweit administrierbar.

Hinzu kommt die Umsetzung des "Evergreen"-Gedankens. Dieser besagt, dass der Kunde kontinuierlich von den neuesten Service-Features profitiert und der Service auf einer stets aktualisierten und sicheren Plattform läuft. Veraltete Hardware- oder Software-Lizenzen sind somit kein Thema.

IT-DIRECTOR: Welchen geschäftlichen Nutzen stellt der Service für den Kunden dar?
J. Leuchters:
Arcstar UCaaS bietet den Versand und Empfang von Nachrichten sowie eine Präsenzfunktion, die Standort und Kommunikationsstatus des Empfängers anzeigt. Zudem erlaubt die BYOD-Funktion (Bring-your-own-device) den Einsatz anwenderspezifischer Geräte und Konferenzmethoden. Die Lösung ermöglicht den Zugang zu internen und externen Leitungen, und zwar von internen und externen IP-Telefonen sowie Smartphones und Tablet-PCs aus. Bei Verlust des mobilen Endgerätes sorgt eine Mobile-Device-Management-Funktion für eine Gerätesperre und Datenlöschung per Fernzugriff sowie andere Sicherheitsmaßnahmen.

IT-DIRECTOR: UC ist ein umkämpftes Marktsegment. Wie positionieren Sie ihr Angebot gegenüber dem Wettbewerb in Deutschland?
J. Leuchters:
Wir adressieren zum einen den global agierenden Mittelstand und zum anderen multinationale Konzerne, die weltweit expandieren und eine Plattform suchen, die sie in kurzer Zeit an jedem Ort in Betrieb nehmen können und sich dynamisch ihrem Geschäftserfolg anpasst. Die UCaaS-Plattform hat das Potential, das kollaborative Rückgrat des Unternehmens zu bilden, mit allen produktivitätssteigernden Eigenschaften, die UC ausmachen. Unsere Kunden kommunizieren dadurch einfacher, schneller, besser und zielgerichteter. Außerdem sind sie für die einfache Zusammenarbeit mit Drittunternehmen bestens ausgestattet.

IT-DIRECTOR: Wo sehen Sie die Trends im UC-Markt in Deutschland? Geht alles in die Cloud?
J. Leuchters:
Unserer Meinung nach ist die traditionelle Form, Kommunikationsinfrastrukturen zu "sourcen", zu statisch für unsere moderne, global vernetzte Geschäftswelt geworden. Unternehmen müssen heute in der Lage sein, neue Märkte in kürzester Zeit erfolgreich zu bearbeiten. Langatmige IT-Roll-out-Projekte sind hier eher hinderlich. Um es kurz zu sagen: Cloud-basierten UC- und Kommunikationsinfrastrukturen gehört die Zukunft, und die passiert bereits heute.


Tipps für eine erfolgreiche UC-Strategie

Mit einem verlässlichen Partner arbeiten

  • Schnellere Prozesse – von der Schulung bis zur Implementierung
  • Mitarbeiter motivieren, UCaaS zu nutzen
  • Langfristig denken: Was erwarten Sie von UC auf lange Sicht?
  • Erweiterbarkeit, um UCC auch auf mobilen Endgeräten einzusetzen   

Alle Geschäftseinheiten mit einbeziehen

  • Alle Abteilungen involvieren
  • Unterstützung von oberster Ebene
  • Lösung auf die Bedürfnisse der Einzelnen zuschneiden

Einen hybriden Ansatz verfolgen

  • Oftmals können Organisationen nicht vollständig auf UCaaS umstellen
  • UCaaS ist häufig standardisiert und lässt wenig Raum für kundenspezifische Anpassung oder Konfiguration
  • UCaaS eignet sich ggf. nicht für alle Standorte oder Services

In Geduld üben

  • Alle müssen mitspielen
  • Integration kann schwierig sein und die Akzeptanz langsamer als gedacht erreicht werden
  • Legacy-Systeme, vorhandene Geräte und der hybride Ansatz erschweren die Integration mitunter

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