Neue Runde im Kampf Laser gegen Tinte: Welches Druckermodell wird sich durchsetzen?
Zumindest wenn Leistung und Kosten überzeugen, entscheiden sich Firmen und öffentliche Einrichtungen immer häufiger dafür, einen Tintenstrahl- anstelle eines Laserdruckers anzuschaffen. Doch werden Inkjet-Drucker über kurz oder lang die dominierende Drucktechnologie in Unternehmen sein? Obwohl diese Frage aktuell sehr kontrovers diskutiert wird, gibt es auch Fakten. Laut GfK hat sich der Absatz von Business-Inkjet-Geräten hierzulande in den letzten vier Jahren verdoppelt: Wurden 2010 noch 394.000 Geräte in Deutschland verkauft, so schoss deren Absatz in 2013 bereits auf 788.000 Geräte nach oben. Dieser Trend zeichnete sich auch im vergangenen Jahr ab. Im Druckgerätesegment gingen hohe Umsatzimpulse von Tintenstrahldruckern aus – speziell Business-Ink-Modelle waren gefragt.
Zudem sind sich Analysten und andere Marktexperten einig, dass die Wachstumsraten der Inkjets auch in den kommenden Jahren über denen des Marktes im allgemeinen und denen der Laser im besonderen liegen werden. Letztere haben in Mitteleuropa in den vergangenen Quartalen zum Teil zweistellig Anteile verloren. Für die Business-Inkjet-Technologie sprechen aus Sicht der Marktforscher vor allem ihre Druckgeschwindigkeit, der geringe Stromverbrauch, keine Aufwärmzeit vor dem Druck und praktisch keine Emissionen.
Doch trotz einiger Vorteile der jüngsten Tintenstrahl-Business-Drucker hat der Laserdrucker seine Existenzberechtigung natürlich noch nicht verloren. Fakt ist: Vom Schwarzweißdrucker für das Home-Office bis hin zum leistungsstarken Multifunktionsdrucker (MFP) für große Arbeitsgruppen befindet sich heute noch eine millionenfache Gerätebasis bei den Anwendern. Die Lasertechnologie gilt bei zahlreichen Nutzern als zuverlässig und nicht zuletzt empfehlen auch noch immer viele Händler die etablierte Technik. Das hat mitunter auch damit zu tun, dass man sich mit Laser seit Jahren gut auskennt. Servicemitarbeiter können Störungen oft „blind“ beheben, Kundenberater zählen die Vorzüge aus dem „Effeff“ auf. Die in einigen Punkten zwischenzeitlich überlegene Tintenstrahltechnik bedeutet erst einmal Neuland und damit auch mehr Zeitaufwand für den Handel. Einige Hersteller, die ihr Produktangebot unbeirrt auf die Lasertechnik ausrichten, tragen im eigenen Interesse ebenfalls nicht zur Verbreitung aktueller Fakten bei.
Oft noch Skepsis
Dennoch sollte vor jeder Entscheidung für oder gegen eine Drucklösung der konkrete Vergleich mit den jeweiligen Anforderungen stehen. Denn bei den Angeboten, Servicepaketen, Preisen und Funktionsumfängen der Modelle gibt es große Unterschiede. Auch die Druckinfrastruktur sollte bei der Wahl berücksichtigt werden. Moderne Tintenstrahldrucker verbrauchen beispielsweise rund 20 Prozent des Stroms von Laserdruckern. Bei einer entsprechend großen Druckerflotte summiert sich dies zu beträchtlichen Beträgen. Bei den Unterhaltskosten ist der Tintenstrahler dem Laserdrucker ebenfalls überlegen, was ein Vergleich von Stiftung Warentest ergab. Werden beim Tintenstrahldrucker jedoch nicht alle Farben regelmäßig verwendet, können bei inkorrektem Ein- und Ausschalten des Geräts die Patronen austrocknen. Neben der Tintenpatrone muss dann im schlimmsten Fall auch der komplette Druckkopf ausgetauscht werden, was zusätzliche Kosten verursacht.
Ein herkömmliches Dokument im Büro ist zwischen vier und sechs Seiten lang. Hier hat der Tintenstrahl- gegenüber dem Laserdrucker Geschwindigkeitsvorteile, weil er ohne Aufheizen sofort mit dem Druck der ersten Seite beginnt. Dennoch stehen Unternehmen in Sachen Druckqualität Tintenstrahldruckern oft noch skeptisch gegenüber, besonders was den Dokumentendruck angeht. Denn hier überzeugen die Laserdrucker mit einer hohen Schriftrandschärfe und Farbtiefe. Zudem berichten Anwender, dass es bei den Tintenstrahlgeräten beim Druck auf einfachem Kopier- oder Recyclingpapier häufig zu Problemen kommt. Zudem sind die Ausdrucke bei vielen Tintenmodellen gewellt, nicht wischfest und gegenüber UV-Strahlung empfindlich, was u.a. auf die häufig unzureichende Farbtiefe zurückzuführen ist.
Fachhändler zurate ziehen
Beim Thema „Gesundheitsbeeinträchtigung“ durch Laserdrucker gehen die Meinungen auseinander. Fest steht jedoch, dass Lasergeräte im Betrieb ultrafeine Partikel freisetzen. Für Behörden in Bayern und Niedersachsen war dies ein wichtiges Argument, Tausende ihrer Laserdrucker gegen Tintengeräte auszuwechseln. Darüber hinaus lassen sich sowohl Laserdrucker als auch Tintengeräte in MPS-Systeme einbinden. Der Clou bei Tintendruckern ist, dass sie aufgrund ihrer einfacheren Bauart zuverlässiger sind und weniger Service erfordern. Dies senkt die Kosten weiter. Um letztlich das passende Gerät zu finden, sollten Unternehmen einen qualifizierten Fachhändler zurate ziehen, der die Anforderungen des Kunden mit Angeboten des Marktes aufeinander abstimmen kann.
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