Erfolg in der Nische

Marktanteil von Windows 8.1 in Unternehmen wächst

Mindestens zwölf Prozent des Betriebssystemmarktes hat Windows 8/8.1 bereits erobert. Langsam erreicht es auch die Unternehmen – vorerst aber nicht deren Desktop-PC.

Das Surface 3 Pro von Microsoft

In der Windows-Gerüchteküche dampfen die Töpfe: Bald soll das Update 2 zu Windows 8.1 kommen. Das von vielen erhoffte Startmenü wird aber nicht dabei sein. Dieses Feature wird vielleicht erst im nächsten Frühjahr mit dem Update 3 kommen. Oder möglicherweise später mit der neuen Windows-Version, die den Codenamen „Treshold“ tragen soll, bei der es sich aber auch um das Update 3 handeln könnte.

Und so weiter und so fort, es wird im Moment jede denkbare Möglichkeit als Theorie in die heiße Luft geblasen. Lustig, das ausgerechnet das von vielen Mobility-Fans bereits abgeschriebene Windows noch so die Gemüter erregen kann. Das ist andererseits aber auch kein Wunder, denn an dem Microsoft-System führt kein Weg vorbei.

Windows 7 gehört die Hälfte der Desktops

Windows beherrscht immer noch die Desktop-PCs, der Marktanteil beträgt weltweit deutlich mehr als 90 Prozent. Doch innerhalb dieses gigantischen Segments gibt es interessante Entwicklungen, wie ein Blick auf die Statistiken der Marktforscher von Netmarketshare ergibt.

Das Unternehmen bietet ausführliche Vergleichswerte für die Marktanteile von Betriebssystemen, die anhand von Webverbindungen ermittelt werden. Dabei wird festgestellt, mit welchen Systemen auf Webserver zugegriffen wird. Die Ergebnisse basieren auf Daten von 40.000 Webseiten und 160 Millionen Unique Visitors.

Die Statistik zeigt einige interessante Trends für die Zeit seit Juli 2013. So sinkt der Anteil von Windows XP deutlich, aber nicht so stark wie sich das Microsoft wünschen würde (von knapp unter 40% auf etwa 25%). Im Gegenzug steigt der Anteil von Windows 7 merklich von 45% auf 50%.

Konkurrent StatCounter kommt übrigens im selben Zeitraum auf niedrigere Zahlen für XP (von 22,5% auf 16,7%) und etwas höhere für Windows 7 (um 55%). Hier werden die Daten aus insgesamt 15 Milliarden Seitenaufrufen gewonnen. Die Tendenzen sind allerdings ähnlich.

Windows 8 und 8.1 haben zusammen gut 12,6% (StatCounter: 14,8%) des Markts erobert. Beide Systeme nehmen etwa die Hälfte ihres gemeinsamen Kuchenstücks in der Grafik ein. Neben der enormen Verbreitung von Windows 7 ist die relative Stärke von Windows 8 eine zweite Besonderheit, denn das Update auf die Version 8.1 ist kostenlos und problemlos "over the air" zu installieren.

Dieses Phänomen ist schwer zu erklären. Sind die Windows-8-Nutzer skeptisch gegenüber dem Update? Vermuten Sie keine Verbesserung? Nutzen Sie die Geräte nur selten, so dass sie ein Update nicht lohnend finden? Die Gründe dafür sind unklar. Klar dagegen ist die Ursache für die Stärke von Windows 7: Das System ist Enterprise-Standard.

Das Wachstum von Windows 7 wird seinen Grund in erster Linie im Umstieg zahlreicher Unternehmen von XP haben. Bei IT-Organisationen ist die Skepsis vor Windows 8/8.1 auf dem Desktop groß: Die Unternehmen befürchten erhöhten Aufwand für Schulung und Support ("Mein Startmenü ist futsch.")

Unternehmen bevorzugen hybride Notebooks/Tablets

Außerdem werden große Rollouts mit neuen Clientsystemen über eine längere Zeit geplant, getestet und dann Zug um Zug umgesetzt. Versionssprünge während dieser Phase werden mit hoher Wahrscheinlichkeit einfach ignoriert. Trotzdem konnte sich Windows 8/8.1 einen gewissen Stand bei den Business-Anwendern erkämpfen - meint Forrester Research in einer neuen Analyse.

Das Unternehmen registriert zahlreiche Anfragen von Unternehmen, die Windows -8-Geräte als Ersatz für bisher genutzte Notebooks nehmen wollen. Diese Unternehmen erneuern gerade die mobile Infrastruktur und sehen dabei sowohl Bedarf für relativ leistungsfähige Notebooks sowie Tablets.

Die Unternehmen bevorzugen deshalb eine 2-in-1-Lösung, um die Anschaffungskosten für neue Hardware möglichst gering zu halten. Die Geräte werden als Tablets in neuen Anwendungsgebieten eingesetzt, doch das typische Notebook-Szenario verschwindet nicht.

Mobiles (ernsthaftes) Arbeiten mit der gewohnten Software-Umgebung ist immer noch die Top-Forderung in den Unternehmen. Dies betrifft vor allem die in vielen großen und kleinen Unternehmen anzutreffende Alt-Software, die nicht abgeschafft werden kann oder soll.

Hier hat Windows 8.1 nach Ansicht der Analysten von Forrester Research deutliche Vorteile, was auch von zunehmend mehr Unternehmen so gesehen wird. Dafür spricht ebenfalls, dass nach Forrester-Erkenntnissen etwa 62% der "Wissensarbeiter" nicht auf eine Tastatur verzichten wollen, auch nicht am Tablet.

Windows 8/8.1 findet seinen Platz also erst einmal in der Nische. Vermutlich wird es dort auch nicht herauskommen, denn die meisten Anwender empfinden die immer noch starke Festlegung auf die Touchscreen-Oberfläche als zu starke Gängelung. In den Unternehmen wird wohl erst ein Nachfolger mit einem starken Schwerpunkt auf dem Desktop sowie dem altbekannten Startmenü Punkte machen können.

Bildquelle: Microsoft

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