Der stetige Expansionskurs des Versandhändlers Zalando spiegelt sich in einem ebenso schnell ansteigenden Datenvolumen wider: Seit Mitte 2010 ist das Data Warehouse um den Faktor fünf gewachsen. Dadurch entstehen immer komplexere Anforderungen an die IT-Infrastruktur. Allein durch die Bestellinformationen entstehen Unmengen an Daten, die sinnvoll verwaltet und schnell ausgewertet werden müssen. Um sämtliche Transaktionen mit Kunden, Lieferanten und Logistikdienstleistern reibungslos zu gestalten, benötigt das Unternehmen durchgängige Prozesse und standardisiert konsistente Daten zu Produkten, Beständen, Aufträgen, Kunden und Lieferungen. Über interne Analysen und Reportings generiert Zalando daher ununterbrochen Informationen über Nutzerverhalten, verkaufte Artikel oder Rücksendequoten. Diese dienen als Grundlage für die zeitnahe Sortimentsgestaltung und Anpassungen des Web-Shop-Designs. Auch die dezentrale Lagerhaltung und die Lieferanten- und Kundenabwicklung werden auf Basis der Auswertungen fortlaufend optimiert.
Die für den Bereich Business Intelligence (BI) Verantwortlichen bei Zalando suchten eine Datenbank, die mit der zu analysierenden Datenmenge mitwächst und sich in die bestehende IT-Infrastruktur integrieren lässt. Die Wahl fiel auf Exasolution von Exasol. Die Datenbank wurde für zeitkritische komplexe Analysen entwickelt und bildet die passende Basis für die BI-Infrastruktur des Unternehmens. Entscheidend für die Wahl dieser In-Memory-Lösung waren vor allem die Ausbaufähigkeit des Systems sowie die Möglichkeit, Rohdatenanalysen in Echtzeit durchführen zu können. „Neben der Leistung hat uns die sehr hohe Skalierbarkeit überzeugt. Teststellungen mit Datenmengen, wie wir sie in knapp zwei Jahren erwarten, haben gezeigt, dass die Lösung problemlos mit dem zu analysierenden Datenvolumen mitwachsen wird“, so Eric von Czapiewski, Head of Business Intelligence bei Zalando.
Für die Leistungsfähigkeit der Datenbank ist die Kombination aus In-Memory-Technologie, massiv paralleler und spaltenbasierter Datenverarbeitung ausschlaggebend. Mit der In-Memory-Cluster-Technologie in Verbindung mit effizienten Kompressionsalgorithmen kann das System das große Datenvolumen von Zalando verarbeiten. Dadurch, dass es Informationen spaltenorientiert organisiert, reduzieren sich der Speicherverbrauch und die benötigte Disk-Bandbreite, falls Daten nachgeladen werden müssen. Dank der Uniformität der Daten innerhalb einer Spalte verbessert sich die Kompression – die Datenbank wählt vollautomatisch für jeden Inhalt den günstigsten Algorithmus aus.
Exasolution hat die verteilte Datenspeicherung bereits integriert. Somit entfällt ein Storage Area Network (SAN) als externe Speicherlösung. Das System passt sich zudem an die Nutzungsgewohnheiten an – Indizes werden automatisch verwaltet, Daten komprimiert und SQL-Anweisungen vom Query-Optimizer getunt.
Das System ist seit Ende 2011 bei Zalando im Einsatz. Die Technologie konnte innerhalb von knapp zwei Wochen komplett in die bestehende Infrastruktur eingebunden werden. Über native Lade-Schnittstellen zu bestehenden Datenbanken konnte das System als Analyse-Layer integriert werden. Es besteht aus einzelnen Server, die zu einem Cluster zusammengeschlossen werden, in dem die Daten automatisch verteilt werden. Einer der Rechner wird dabei als Hot Standby verwendet. Etwa ein Drittel des RAM werden von der Lösung verwendet, der Rest steht für das Betriebssystem und Erweiterungen zur Verfügung. Das System kann jederzeit beliebig um weitere Server vergrößert werden.
Seit der Einführung der neuen Datenbank-Management-Lösung werden komplexe Anfragen schneller verarbeitet. „Wir erleben eine Performance-Steigerung. Analysen, die früher zehn Minuten dauerten, sind heute in zehn Sekunden fertig“, so von Czapiewski. Das Unternehmen profitiert auch davon, dass es dank der Ad-hoc-Analysen schneller auf das Kundenverhalten reagieren und entsprechend zeitnah das Sortiment und Marketingmaßnahmen anpassen kann. Umsatzströme können besser gesteuert und neue Umsatzpotentiale frühzeitig erkannt werden.
Über Zalando
Das Berliner Unternehmen ging als Online-Anbieter für Schuhe 2008 online. Seit 2009 expandiert es – unterstützt durch schreiende Werbung und mithilfe finanzstarker Investoren, u.a. den drei Samwer-Brüdern von Rocket Internet, Tengelmann, Holtzbrinck oder der schwedischen Investorenfamilie Kinnevik. Diese könnten auf einen Börsengang setzen und darauf, dass Zalando irgendwann Gewinn erwirtschaftet. Bisher ist das trotz der geknackten Milliardengrenze beim Umsatz nicht der Fall. Wachstum ist zunächst wichtiger als Gewinn.
Heute beliefert das Unternehmen mit ca. 4.000 Mitarbeitern Kunden in fast ganz Europa. Zusätzlich zum Sortiment bietet man seinen Kunden den kostenlosen Versand und Rückversand, eine kostenlose Service-Hotline sowie 100 Tage Rückgaberecht auf alle Produkte. Die Webseite zählt wöchentlich mehr als 100 Mio. Page Impressions. Zalando arbeitet derzeit mit über 1.000 Markenherstellern zusammen. Das Sortiment umfasst 100.000 Produkte aus den Sparten Schuhe, Fashion, Beauty, Sport und Wohnen. (RS)
Im Internet: www.zalando.de
Die eingesetzte Business-Intelligence-Lösung
Nach einem Einstieg mit einer Open-Source-Version hat sich das Online-
Unternehmen für die Jedox Suite entschieden, um seine Planungsprozesse zu optimieren.
Die E-Commerce-Experten der Fachhochschule Niederrhein sehen Zalando noch in diesem Jahr zum sechstgrößten deutschen Online-Händler aufsteigen. Beim rasanten Aufstieg hilft auch der unternehmensübergreifende Einsatz von BI-Software: „BI ist für das Unternehmen absolut entscheidend, denn alle wichtigen Entscheidungen werden bei uns zahlengestützt getroffen: Die Hälfte der Mitarbeiter nutzt BI-Tools“, so der für die Jedox-BI-Tools des Unternehmens verantwortliche Mitarbeiter Leonhard Krause. Besonders intensiv nutzt der Einkauf die entsprechenden Werkzeuge. „Unsere Einkäufer sind ständig international unterwegs und können mittels der webbasierten Lösung auch aus dem Hotelzimmer jederzeit den Planungsstand checken“, so Krause.
Quelle: Jedox
Bildquelle: Zalando