IT-Arbeitsplatz aus der Cloud

Mobiles Arbeiten

Der IT-Arbeitsplatz aus der Cloud macht die Anwender mobil, versorgt die Fachbereiche flexibel mit den benötigten IT-Ressourcen und hilft der IT-Abteilung, sich auf Strategiethemen zu konzentrieren.

Arbeiten im Grünen, Bildquelle: Thinkstock/iStock

Dank Cloud-Ansatz wird der Arbeitsplatz mobil.

Fachkräftemangel und demografischer Wandel haben in den Unternehmen einen „War for Talents“ entfacht, in dem sich nur diejenigen Arbeitgeber behaupten können, die konkret auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter eingehen. Von daher versuchen viele Unternehmen derzeit in Umfragen herauszufinden, welche Erwartungen die Nutzer an ihre IT-Arbeitsplätze haben. Dabei zeigt es sich, dass viele Mitarbeiter flexible Arbeitsmodelle bevorzugen, bei denen sie auch von zuhause oder unterwegs aus arbeiten können. Dies setzt Arbeitsplatzkonzepte voraus, die es den Nutzern erlauben, jederzeit und überall auf alle benötigten Anwendungen und Services zuzugreifen – von jedem beliebigen Endgerät.

Dabei ist es wichtig, dass der Arbeitsplatz der Zukunft neben den Geschäftsanwendungen auch Social-Media- und Collaboration-Lösungen, Echtzeitvideos, Instant Messaging sowie Sprachanwendungen integriert. Auch verlangen die Nutzer nach Möglichkeiten, um privat genutzte Endgeräte oder Social-Media-Werkzeuge einzubinden. Darüber hinaus soll der IT-Arbeitsplatz so einfach bedienbar sein wie die eigenen Consumer-Applikationen, bei Bedarf sofort zur Verfügung stehen und alle Funktionen bieten, um die benötigten Anwendungen in Eigenregie zu installieren.

Der Arbeitsplatz wandert mit

Die Arbeitsplatzkonzepte der Zukunft werden diesen Anforderungen gerecht. Sie stellen Mitarbeitern die kompletten Arbeitsplätze aus der Private Cloud eines ITK-Dienstleisters zur Verfügung. Unabhängig von Endgerät, Ort und Zeit greifen die Nutzer über eine webbasierte Schnittstelle auf ihre Applikationen zu, die im Rechenzentrum des Providers betrieben werden. Bei Bedarf kann der Dienstleister die Anwendungen auch vor Ort als vom Kunden betriebene Lösung bereitstellen. In beiden Szenarien gibt es die Möglichkeit, mit bestimmten Anwendungen offline zu arbeiten, wenn keine Internetverbindung besteht. „Wie aus einem Baukasten lassen sich für Unternehmen, Abteilungen und Mitarbeiter aus Standardbausteinen Arbeitsplätze kombinieren, die flexible Arbeitsmodelle unterstützen“, erläutert Thomas Jürgen Gierich, Business Development Executive Workplace Solutions bei T-Systems. „Gleichgültig, ob Desktop-PCs, Notebooks, Tablets oder Smartphones im Einsatz sind: Durch den Cloud-Ansatz wandert der Arbeitsplatz komplett mit den Mitarbeitern mit.“

Die Trennung von Endgeräten und Anwendungen bietet Nutzern den Vorteil, dass sie immer die gleiche Sicht auf ihren IT-Arbeitsplatz haben. Die Fachwelt spricht von einem „Single Pane of Glass“, das bedeutet so viel wie einheitliche Benutzeroberfläche. Da die gesamte Rechenoperation in der Cloud erfolgt, dienen die Endgeräte nur noch dazu, den Bildschirminhalt darzustellen und Daten einzugeben. So müssen Anwendungen nicht erst zeitraubend gestartet werden, sondern sind unmittelbar verfügbar. Wie es die Mitarbeiter von ihrer privaten Nutzung gewohnt sind, ist der IT-Arbeitsplatz intuitiv bedienbar und bietet über ein Selbstbedienungsportal die Möglichkeit, per Mausklick Anwendungen und Services selbstständig zu buchen und einzurichten.

Fachanforderungen schneller umgesetzt

Doch diese Konzepte kommen nicht nur den Bedürfnissen der Anwender nach Mobilität, Flexibilität und einfacher IT-Nutzung entgegen. Vielmehr profitieren auch die Fachbereiche davon, dass ihre geschäftlichen Anforderungen von der IT-Abteilung viel schneller umgesetzt werden können als zuvor. Nehmen Einführungsprozesse für neue Anwendungen gewöhnlich mehrere Wochen oder sogar Monate in Anspruch, reduziert der Cloud-Ansatz den Zeit- und damit verbundenen Kostenaufwand beträchtlich. Damit können die Fachabteilungen auch schneller auf geschäftliche Anforderungen reagieren. Weitere IT-Ausgaben sparen Unternehmen dadurch, dass der Provider die IT-Arbeitsplätze der Zukunft wie in einer Fabrik produziert – und damit die Kostenvorteile von Standardisierung, Gleichteiligkeit, Modularität und Automatisierung nutzt. Zudem reduzieren die Skaleneffekte der Cloud-Desktop-Infrastruktur sowie der zentrale Anwendungsbetrieb den Aufwand für die Systempflege zwischen 30 und 50 Prozent. Da ein Unternehmen kostspielige PCs und Notebooks künftig durch Thin Clients und Netbooks ersetzen kann, sind auch bei den Endgeräten Einsparungen von bis zu 70 Prozent zu erwarten.

Noch hegen viele IT-Verantwortliche Sicherheitsbedenken, wenn es um die Auslagerung ihrer Daten in die Wolke geht. Daher sollten sie bei der Providerauswahl unbedingt darauf achten, dass die IT-Arbeitsplätze in deutschen Rechenzentren betrieben werden: Denn deren Sicherheitsanforderungen zählen zu den höchsten weltweit. So ist gewährleistet, dass die Daten, Applikationen und Services das Rechenzentrum des Providers nicht verlassen. Alternativ bietet es sich an, die Anwendungen als selbst betriebene Lösung im eigenen Rechenzentrum laufen zu lassen. Die zentrale Vorhaltung minimiert das Risiko des Verlusts von Daten und Know-how. Zudem ist sichergestellt, dass die Mitarbeiter auch dann auf ihre Anwendungen zugreifen und damit arbeiten können, wenn sie in Folge von Epidemien oder Katastrophenfällen nicht an ihren Büro-Arbeitsplatz gelangen können. Ein Beispiel dafür ist der Ausbruch der Vogelgrippe vor einigen Jahren, der sehr viele Unternehmen in Sorge um die Fortführung ihrer operativen Tagesgeschäfte versetzte, weil sie fürchteten, dass die Mitarbeiter ihr Zuhause nicht mehr verlassen können.

Teamarbeit und Kommunikation fördern

Nicht zuletzt sind sich die Analysten einig: Der mobile Arbeitsplatz wird zu einem entscheidenden betriebswirtschaftlichen Erfolgsfaktor werden. Denn er kann Prozesse beschleunigen, Prozesskosten senken und Produktivität sowie Umsätze eines Unternehmens steigern. Gleichzeitig kommt er den Wünschen vieler Mitarbeiter nach einem flexiblen Arbeitsplatz entgegen. Doch gilt gerade dieses Argument nicht mehr für alle Unternehmen. So schaffte der Internetriese Yahoo kürzlich die Heimarbeit wieder ab und verordnete seinen Mitarbeitern Anwesenheitspflicht im Büro, maßgeblich um die Teamarbeit und Kommunikation unter den Kollegen und Kolleginnen zu fördern. Gleichgültig, für welches Arbeitsplatzmodell sich ein Unternehmen entscheidet: Wer die Vorteile eines cloud-basierten Ansatzes nutzen will, sollte einen ITK-Dienstleister zur Seite haben, der sich individuell auf seine Bedürfnisse einstellen kann.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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