Die modulare Bauweise kann dabei helfen, die Kosten eines Rechenzentrums im Griff zu behalten und Überkapazitäten zu vermeiden.
So fand die Studie im Auftrag von Colt, bei der 503 Entscheidungsträger für IT-Infrastrukturen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden an der Onlinebefragung teilnahmen, heraus, dass es den Entscheidern insgesamt schwerer fällt, eine Strategie für die Nutzung von Rechenzentren zu entwickeln, obwohl der Einsatz der entsprechenden Technologie an sich einfacher wird. Unternehmen benötigen längere Planungsphasen für die strategische und taktische Bereitstellung von Informationen und es herrscht Unsicherheit bezüglich der benötigten Kapazitäten für die Datenverarbeitung.
Für technologiegetriebene Unternehmen ist das Rechenzentrum der Dreh- und Angelpunkt für den Einsatz moderner Technologien und Konzepte wie Social Business, Mobility, Cloud Computing und Big Data. Ineffizienz im Rechenzentrum hat daher direkten Einfluss auf den Unternehmenswert und den Umsatz. Wie kann es gelingen, die Entscheidungsfindung wieder zu beschleunigen, Unsicherheiten und Fehlplanungen im Hinblick auf Kapazitäten zu beseitigen und dabei auch noch den über allem schwebenden Kostendruck im Auge zu behalten?
Einen Ansatzpunkt bietet das Rechenzentrum selbst, und zwar in seiner Bauweise als Gebäude. Wenn Rechenzentren modular gebaut sind, kann die Kapazität leichter nach dem tatsächlich bestehenden Bedarf aufgebaut werden als dies bei herkömmlicher Bauweise der Fall ist. Die Kosten für den Bau sind grundsätzlich geringer, obwohl in traditioneller Bauweise inzwischen auch sehr günstig errichtet werden kann. Da aber Unsicherheit bezüglich der benötigten Kapazitäten besteht, tendieren Projekte in traditioneller Bauweise zum Aufbau von Überkapazitäten, was unnötige Kosten bedeutet.
Mit der modularen Bauweise dagegen lassen sich die Kosten im Griff behalten, es sind kleinere Entscheidungsschritte erforderlich, was den Prozess beschleunigen kann und es werden eher keine Überkapazitäten entstehen. Sollten die Kapazitäten zu knapp kalkuliert worden sein, kann ein weiteres Modul errichtet werden. Mit „Modul“ ist dabei nicht notwendigerweise ein beweglicher Container gemeint.
Vielmehr ist darunter ein vorgefertigtes Element zu verstehen, das in einer Produktionsumgebung entsteht. Dies ist ein bewährtes Konzept, dass in verschiedenen Fertigungsbereichen angewendet wird und vor rund fünf Jahren auf den Bau von Rechenzentren übertragen wurde. Das Element wird beim Hersteller gefertigt, zum Standort des Rechenzentrums transportiert und dort eingerichtet oder mit bereits vorhandenen Elementen verbunden. Diese Bauweise ist schneller, ein einsatzfähiges Rechenzentrum kann in nur 14 Wochen statt in 18 Monaten entstehen. Darüber hinaus werden die bestehende Rechenzentrumsumgebung und der laufende Betrieb so weniger gestört. Der modulare Ansatz lässt sich darüber hinaus auch auf traditionell errichtete Rechenzentren übertragen. Wenn möglich, können diese auch stückweise ausgebaut werden.
Vorteile der modularen Rechenzentrumsbauweise
Bildquelle: Colt