Thomas Pempelforth, Channel Vertriebsleiter MDS & Solution Business bei Kyocera
IT-DIRECTOR: Welche neuen Technologien verändern aktuell den Markt für Output-Geräte?
T. Pempelforth: In Bezug auf die Hardware wird der Output-Markt maßgeblich durch das Thema Multifunktionalität und Farbe getrieben. Während der Laserdruckermarkt (Q1 und Q2 2012) um 16,8 Prozent zurückgegangen ist, wächst hingegen der Gesamtmarkt der Multifunktionssysteme A4 (Q1 und Q2 2012) um 17,3 Prozent. Im Rahmen der Gerätekonsolidierung tauschen die Unternehmen zunehmend Drucker gegen Multifunktionssysteme aus. Zusätzlich ist Farbe ein wesentlicher Markttreiber. Hier wächst der Markt beispielsweise im Color-A4-Bereich (Q1 und Q2 2012) um 16,8 Prozent. Darüber hinaus bestimmen Entwicklungen wie die Erhöhung der Mobilität den Output-Markt. IT-Trends wie die Entwicklung der PDAs, Cloud und Collaboration haben auch einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklungen im Output-Markt. Wesentliche Gründe dafür sind die Anforderungen der Wissensarbeiter beim Dokumenten-und Content-Management.
IT-DIRECTOR: Worauf sollten Unternehmensverantwortliche, die auf der Suche nach neuen, vor allem energieeffizienten Output-Geräten sind, auf jeden Fall achten?
T. Pempelforth: Das Energy Star Label gibt dem Geschäftskunden eine gewisse Orientierung über den Stromverbrauch des Systems. Dabei sollte man beim Vergleich aber darauf achten, dass die Systeme die gleiche Geschwindigkeitsklasse haben. Es ist jedoch empfehlenswert, das den Energy Star nicht zu überschätzen. Die IT-Verantwortlichen sollten auch die Gesamt-Total-Cost-of-Ownership (TCO) des Systems bewerten. Entscheidend dabei ist zum Beispiel, wie viele Verbrauchsmaterialien der Drucker benötigt. Die Systeme sollten neben dem Energy Star auch den Blauen Engel besitzen, da sich diese Systeme durch einen geringen Energieverbrauch auszeichnen.
IT-DIRECTOR: "Managed Print Services“ werden bereits seit Jahren am Markt angeboten. Wie schätzen Sie aktuell deren Verbreitung bei Großkunden bzw. in mittelständischen Unternehmen ein?
T. Pempelforth: Insbesondere mittelständische Unternehmen mit 200 bis 1.000 Beschäftigten planen laut der aktuellen IDC-Studie "Print Management & Document Solutions in Deutschland 2012" in den kommenden ein bis zwei Jahren, Druckermanagement und Document Services verstärkt zu implementieren und zu verbinden. Unsere Document Solutions bieten hier nicht nur Print-Management, sondern konzentrieren sich auf den gesamten Dokumenten-Management-Prozess. Neben der Analyse, Konsolidierung sowie dem Asset-Management bieten wir unseren Kunden ein umfangreiches Portfolio an Document Solutions. Oftmals sprechen wir beim Kunden nur noch über Prozesse und Lösungen. Die Hardwarediskussion entsteht meist erst am Ende des Beratungsprozesses.
IT-DIRECTOR: Welche Print Services werden seitens der Anwenderunternehmen momentan vor allem nachgefragt?
T. Pempelforth: Laut der IDC-Studie beziehen viele der befragten Unternehmen von externen Print-Services-Anbietern aktuell vor allem Basisdienstleistungen wie Wartung und Support (56 Prozent), Gerätebeschaffung (51 Prozent) und das Verbrauchsmaterial (47 Prozent). Mit diesen sogenannten Basic-Print-Services-Verträgen (BPS) lassen sich die direkten Kosten senken und eine einzige Abrechnung und ein Reporting sorgen für Transparenz.
IT-DIRECTOR: An welchen Stellen hakt es hinsichtlich der Umsetzung bzw. dem laufenden Betrieb von Managed Print Services noch am meisten?
T. Pempelforth: Es werden wie gesagt primär Basisdienstleistungen eingekauft, die aber die versteckten Kosten für ineffiziente Prozesse sowie überflüssige Hardware nur bedingt eliminieren. Nach wie vor werden Systeme am eigentlichen Bedarf der Anwender vorbei eingekauft und der Wildwuchs an veraltetem Drucker oder MFP-Equipment bleibt bestehen. Die Unternehmen haben zwar erkannt, dass die Optimierung der Unternehmensprozesse durch intelligente Dokumenten-Management-Lösungen erheblich die Kosten für Output-Management reduziert, das komplette Einsparpotential wurde jedoch bisher noch nicht völlig ausgeschöpft. Hier steht man noch am Anfang. Ein großer Hemmschuh sind oftmals die alten Zweifel. Man will zwar sparen, fürchtet aber, dass die Neuausrichtung mit erheblichen Veränderungen und Folgen verbunden ist. Mitarbeiter fühlen sich durch neue Lösungen vielleicht zu sehr kontrolliert, müssen auf ihre Arbeitsplatzdrucker verzichten oder müssen Schulungen durchlaufen. Wie in vielen Change-Management-Prozessen fordert die Veränderung von den Projektverantwortlichen viel Überzeugungskraft und Kommunikationsgeschick.
IT-DIRECTOR: Welche Trends werden Ihrer Ansicht nach den Output-Markt in den nächsten fünf Jahren dominieren?
T. Pempelforth: Laut IDC haben die befragten Unternehmen den größten Bedarf an externer Unterstützung in der Beratung für die Optimierung und Automatisierung von dokumentenintensiven Geschäftsprozessen. Die Aufgaben der IT-Abteilung wandeln sich. Bislang lag ihre Hauptaufgabe im Betrieb und in der Wartung der IT-Systeme. Inzwischen muss die IT einen Mehrwert bieten und die Fachabteilungen und deren Prozesse besser, schneller und flexibler unterstützen. Die IT spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn mit Hilfe von IT-Tools und Services werden diese Anforderungen letztlich umgesetzt. Davor muss die IT-Abteilung aber als Art interner Berater gegenüber den Fachabteilungen fungieren. Diese Aufgabe ist relativ neu für die IT und entsprechend hoch ist der Bedarf an externer Beratung. Beratungsbedarf besteht auch bei der eigentlichen Implementierung sowie der Auswahl von Document-Solutions-Softwaretools. Wir passen uns den Markttrends-und Entwicklungen an und haben im Rahmen der Umfirmierung zur Kyocera Document Solutions neue Lösungs-und Softwarekooperationen unter anderem auch mit der Firma Docuware, Stethos und Sequisoft geschlossen. Wir bieten hier neben der Hardware ein umfangreiches Lösungsportfolio.
IT-DIRECTOR: Mit welchen Lösungen bzw. welcher Strategie tragen Sie dem Trend des „Mobile Printing“ heute schon Rechnung?
T. Pempelforth: Mit Mobile Print bieten wir per eigener App die Möglichkeit, beispielsweise Fotos, Dokumente oder Internetseiten bequem auf jedem im Netzwerk verfügbaren Kyocera-System auszugeben bzw. direkt auf das Smartphone oder Tablet zu übertragen. Eine weitere Treiberinstallation ist nicht nötig.