Interview mit Jürgen Hernichel, Colt

Nächster logischer Schritt

Interview mit Jürgen Hernichel, Vorstandsmitglied bei Colt Technology Services, über die praktische Umsetzung von „Bring your own device“ (BYOD)

Jürgen Hernichel, Colt

Colt-Vorstandsmitglied Jürgen Hernichel

Themen wie „Consumerisation of IT“ und „Bring your own device“ sind in aller Munde und werden insbesondere mit Blick auf Sicherheit und Umsetzung diskutiert. Der IT- und Telekommunikationsdienstleister Colt setzte ein solches Konzept bereits im eigenen Unternehmen um. Seit einem Pilotprojekt im Jahr 2009 können immer mehr Mitarbeiter wählen, ob sie firmeneigene oder ihre persönlichen Geräte für die Arbeit nutzen.

IT-DIRECTOR: Herr Hernichel, was hat sich für Ihre Mitarbeiter mit der Einführung von „Bring your own device“ verändert?
J. Hernichel:
Unser primäres Ziel war eine IT-Umstrukturierung im Rahmen einer effizienten Unified-Communications-Strategie (UC), mit der wir die Zusammenarbeit verbessern und unseren Mitarbeitern die Wahl lassen können: über Arbeitsplatz und Arbeitszeit, und eben auch über die Arbeitsgeräte. Als Basis diente dafür die Einführung von Virtual Desktops, über die sie orts- und zeitunabhängig auf Firmendaten zugreifen können. Die Möglichkeit, auch private Geräte für die Arbeit zuzulassen, war dabei der nächste logische Schritt.

IT-DIRECTOR: Was mussten Sie bei der Projekt-umsetzung berücksichtigen?
J. Hernichel:
Wir haben uns eine Reihe von Optionen angesehen. Letztlich fiel die Entscheidung zugunsten von Virtual Desktops. Diese bilden nun auch den Kern unserer BYOD-Strategie. Der Mitarbeiter testet lediglich, ob sein Gerät den Zugang reibungslos gewährleistet, und schon kann es losgehen. Da wir alles über eine Plattform abwickeln, haben wir gleichzeitig alle Fragen des Netzwerkzugriffs sowie der Datensicherheit im Griff.

IT-DIRECTOR: Was planen Sie für die Zukunft?
J. Hernichel:
Die nächste technische Herausforderung ist die Integration der IP-Telefonie in den Virtual Desktop. Dies wird mit der kommenden Version der von uns genutzten Software VMware möglich sein und die Zusammenarbeit hoffentlich noch weiter vereinfachen. Auch möchten wir, dass alle weltweit etwa 5.000 Mitarbeiter BYOD nutzen können. Bis Jahresende werden weit über die Hälfte unserer Mitarbeiter über virtuelle Desktops arbeiten können. Anfang 2013 erfolgt dann die Umstellung auf Network Access Control.

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