Bastian Brand, FCS Fair Computer Systems
IT-DIRECTOR: Herr Brand, inwieweit können Unternehmen mit einem Asset-Management-System auch sämtliche Netzwerkkomponenten abbilden?
B. Brand: Die Abbildung von Netzwerkkomponenten im IT-Asset-Management ist ein Grundbestandteil der ganzheitlichen Verwaltung von IT-Werten. Leider vergessen das die meisten IT-Manager. Von jeher geht es beim IT-Asset-Management um die Verknüpfung kaufmännischer Informationen und Verträge mit den Assets der IT, um deren Lokalisierung sowie um organisatorische Details aller Hard- und Softwaredaten. Liegen diese Informationen vor, so kann eine IT-Asset-Management-Lösung diese grafisch in Strukturbäumen und Diagrammen darstellen.
IT-DIRECTOR: Welche Vorteile können sich die Verantwortlichen von einem Tool für Netzwerk-Assets versprechen?
B. Brand: Es handelt sich dabei nicht um Netzwerk-Management-Tools, die Auslastungen, kritische Fehler, Ausfälle etc. dokumentieren. An dieser Stelle sollte man die Anforderungen nicht miteinander vermengen. Dies gilt ebenso für die Suche nach einer Lösung für die Softwareverteilung, einem Helpdesk oder Servicemanagement. Denn auf dem Markt gibt es keine „eierlegende Wollmilchsau“. Die Verknüpfung von Lösungen ist jedoch bei modernen Softwareprodukten über offene Schnittstellen oder Gateways (z.B. Open Data) so einfach geworden, dass kaum Aufwand anfällt.
IT-DIRECTOR: Wie wichtig ist der Sicherheitsaspekt?
B. Brand: Netzwerk-Topologie-Pläne bilden die Grundlage für Sicherheitsbewertungen der IT sowie der Rechenzentrumssicherheit. Sie sind für Zertifizierungen, beispielsweise für ISO-Normen, wichtig. Der visuelle Überblick hilft, Sicherheitslücken im Rechenzentrums- oder Netzwerkaufbau zu erkennen.
IT-DIRECTOR: Worauf sollten Verantwortliche bei der Auswahl einer Netzwerk-Asset-Management-Lösung vor allem achten?
B. Brand: Wichtig ist es, dass alle Assets der IT und alle damit verbundenen Services in der IT-Asset-Management-Software abbildbar sind. Für die Netzwerkbetrachtungen sollten auch Standorte der Assets mit in die Netzwerkdiagramme einfließen. Es kann interessant sein, in welchem Raum, an welcher Dose und mit welcher Verkabelung eine Netzwerkkomponente angeschlossen ist. Mit welchem Server ist sie verbunden? Wie sieht die Topologie des Netzwerks allgemein aus? Um solche Pläne zu generieren, sollten wenige Handgriffe oder Klicks nötig sein. Daher sind Assistenten- sowie Drag-&-Drop-Funktionalitäten wichtig.
IT-DIRECTOR: Wie haben Sie solche Anforderungen in einer eigenen Lösung umgesetzt?
B. Brand: „Visual Network“ ist ein Funktionsbereich unserer Lösung Asset.Desk, die ein ganzheitliches IT-Asset-Management ermöglicht. In Verbindung mit dem Feature „Foto View“ haben wir unsere Software visueller gestaltet. Dabei lassen sich nun Fotos von Serverracks, Verkabelung oder Räumen zum Asset-Management hinzufügen. Die Software ermöglicht es, über Assistenten entweder Netzwerkpläne, virtuelle Serverpläne oder Topologiepläne zu erstellen. Letztere lassen sich z.B. um Netzwerkgeräte oder andere Objekte manuell ergänzen, sofern deren Daten nicht automatisch beim Scanning erfasst wurden. Desweiteren lassen sich Relationen zwischen Objekten per Mausklick darstellen und mit dem entsprechend richtigen Port verknüpfen. Insbesondere von Rechenzentrumsbetreibern wurde in der Vergangenheit erklärt, dass dieses Feature die Zukunft in der Hardwareverwaltung im Data Center sein könnte.