BS2000-Mainframe-Summit von Fujitsu

Neu entwickelte Serverinfrastruktur

Nachdem das Großrechnergeschäft in den vergangenen Jahren stagnierte, sehen ­Fujitsu-Verantwortliche jetzt Anzeichen für eine Trendwende. Angesichts ungebremst wachsender Datenmengen und immer komplexer werdender, rechenintensiver ­Anwendungen werden sich Mainframes einen Teil der Bühne zurückerobern, ­prognostiziert der Technologiekonzern.

Mainframe-Summit, Bildquelle: Fujitsu

Zum diesjährigen BS2000-Mainframe-Summit hatte man Anwender und Interessenten ins Deutsche Museum nach München eingeladen.

Gleich zwei Jubiläen gab es anlässlich des diesjährigen „BS2000 Mainframe Summit“, der am 3. und 4. Juni in München und Prien am Chiemsee stattfand, für den Anbieter zu feiern: 50 Jahre Mainframe- sowie 40 Jahre BS2000-Entwicklung. Nachdem dezentrale Client-Server-Umgebungen seit den 90er Jahren den Einsatz von Großrechnern immer weiter zurückgedrängt hatten, sieht Dr. Rolf Strotmann, Vice President Enterprise Server and Software bei Fujitsu, jetzt Anzeichen für eine Renaissance der Mainframes. Trends wie die Rezentralisierung der IT, Big Data sowie Mobility und Cloud Computing verleihen dem Großrechner seinen Worten nach wieder neuen Auftrieb: „Es zeichnet sich nunmehr eine Trendwende in Richtung Zentralisierung von Rechenzentrumsleistungen und Konsolidierung von Serverfarmen ab. Genau hier kann der Mainframe seine Stärken wieder voll ausspielen. Maschinen wie die Server der BS2000-Reihe ermöglichen es, nicht nur eine Vielzahl an virtuellen Servern zu starten, sondern nehmen durch ihre immense Leistungsfähigkeit deutlich mehr virtuelle Server huckepack. Das spart Platz und Strom im Rechenzentrum und hilft, die Kosten zu senken“, erklärt Strotmann.

Unterstützung für seine Argumentation erhält er von Dr. Joseph Reger, dem technologischen Vordenker und CTO von Fujitsu. Nach dessen Vorhersage wird das Thema „Konvergenz“ die Entwicklung der IT-Technologie in den kommenden Jahren maßgeblich bestimmen. „Ohne Konvergenz entsteht Komplexität“, sagt Reger. Die steigende Zahl von Appliance-Lösungen, Produktentwicklungen wie Smartphones, aber auch die Tatsache, dass der Begriff IT immer häufiger durch ICT ersetzt wird, sind laut Reger klare Indizien für eine fortschreitende technologische Konvergenz. „Die Steuerung komplexer Wertschöpfungsketten, wie sie beispielsweise in Form des Internets der Dinge auf uns zukommt, ist mit den bisher praktizierten ,Best in class‘-Strategien nicht zu bewältigen. Mainframes werden deshalb in zunehmendem Maße mit anderen modernen Technologien konvergieren“, ­prognostiziert Reger. Desweiteren präsentierte der Hersteller auf dem Summit die neue Generation seiner Mainframes, die BS2000SE-Serie. Sie umfasst drei SE-Servermodelle, deren Server-Units innerhalb der SE-Infrastruktur unterschiedlich kombinierbar sind: SE300, SE500 und SE700.

Mit ­dieser komplett neu entwickelten Serverinfrastruktur stellt man ­eigenen Angaben zufolge eine hochskalierbare und flexibel gestaltbare Highend-Multi-OS-Infrastruktur bereit. Die neuen Server erlauben es, herkömmliche Mainframe-Anwendungen und An­wendungen aus der sogenannten offenen Welt je nach Bedarf parallel auf unterschiedlichen und/oder gleichen Hardwaretechnologien mit verschiedenen Betriebssystemen zu betreiben. Der neue SE-Manager ermöglicht ein zentrales webbasiertes Management der gesamten SE-Infrastruktur, einschließlich der /390-basierten ­Server-Unit, der x86-basierten ­Server-Unit, der Net-Unit, sowie den Application-Units für den Einsatz weiterer Betriebssystemwelten (Linux, Windows) und Hypervisor (beispielsweise VMware vSphere). Neu ist auch die Software OSD/BC Version V10.0, die neben einigen neuen Features für die bestehenden BS2000-Server der S- und SQ-Serie auch spezielle additive Funktionen zur Unterstützung der neuen SE-Serie enthält. Die neue Betriebssystemversion ermöglicht eine erweiterte Integration von Netstorage und gewährleistet laut Anbieter durch verschiedene Performancemaßnahmen eine deutlich effizientere Nutzung des Gesamtsystems.

„Im SE-Server werden unter dem Dach eines gemeinsamen Mainframe-Managements Host-Technologie für klassische Mainframe-Lasten und x86-Technologie für Linux- und Windows-Aufgaben nebeneinander und effizient gekoppelt bereitgestellt. So eröffnet diese Infrastruktur einerseits den klassischen Host-Applikationen den kontrollierten und effizienten Zugang zu Windows- und Linux-Welten, während diese von den Vorteilen des Großrechnermanagements profitieren“, resümiert Rolf Strotmann.

Bildquelle: Fujitsu

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