Projektverwaltung
"Wir arbeiten gemeinsam an Best Practices und machen die Ergebnisse frei zugänglich", beschreibt Projektprofi Marcus Raitner die Ziele der offenen, unabhängigen und nicht-kommerziellen Plattform für Projektmanagement unter dem Namen OpenPM. Kernidee ist der offene Austausch. "Wenn wir das Wissen erfahrener Projektmanager zusammenbringen, entsteht echter Mehrwert", betont Raitner.
Vor gut einem Jahr entstand die Idee zu dieser Plattform im Verlauf einer Diskussion im Internet. Ausgangspunkt war die Feststellung, dass Institutionen wie die Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) und das Project Management Institute (PMI) neuere Entwicklungen nur zögerlich aufnehmen. Mit dieser Kritik war Raitner nicht alleine: Eine Vielzahl an PM-Experten sahen das ähnlich und wollten nicht bei reiner Kritik stehen bleiben. So entstand die Idee zu der PM-Plattform.
"Zunächst ging es uns darum, noch mehr Mitstreiter zu finden und anschließend die Plattform technisch aufzubauen - nach dem Wikipedia-Prinzip", sagt Raitner. Im November begann die Arbeit an der technischen Basis sowie an der inhaltlichen Struktur. Im April ging die Plattform dann offiziell an den Start, direkt mit einem Grundbestand an Artikeln und Themen. "Ab sofort jeder jeder wie in Wikipedia mitmachen und mit seinem Wissen und seiner Erfahrung beitragen."
Bis heute konnte die Plattform 200 Projektprofis als Mitglieder gewinnen. Sie dürfen jetzt eigene Artikel verfassen. Lesen kann diese Artikel dann jeder, der die Website besucht. Raitner betont, dass OpenPM bereits jetzt ein thematisch sehr breites Angebot hat. Es gibt Artikel zu ungewöhnlichen Themen wie "kybernetisches Bauprojektmanagement" oder Diskussionen zu der Frage "Wie lässt sich Scrum mit Festpreisen vereinbaren?"
"Wir hängen keiner bestimmten Richtung im Projektmanagement an und wollen offen für neue Strömungen sein", meint Marcus Raitner. Vor allen Dingen soll die Plattform nicht-kommerziell und werbefrei bleiben. Für diesen Zweck gründet die bisher eher informelle Arbeitsgruppe einen gemeinnützigen Verein, der das Spenden etwas vereinfacht.
Doch in den nächsten Monaten wollen Marcus Raitner und seine Mitstreiter zunächst einmal alle Kräfte auf die Werbung für die Plattform konzentrieren. "Auf der Plattform soll durch eine stetig steigende Mitgliederzahl rasch eine kritische Masse entstehen", hofft Raitner. "Es gibt eine große Bereitschaft, eigene PM-Erfahrungen anderen mitzuteilen. Durch unsere zentrale Plattform wollen wir das Knowhow bündeln."
Bildquelle: Inna Pommeranz/pixelio.de