27.04.2017 „Der Mensch ist ein haptisches Wesen“

Papierrecycling in Deutschland

Von: Lea Sommerhäuser

Im Interview erklärt Jörn von Ahlen, Leiter Marketing der Epson Deutschland GmbH, warum Unternehmen auch in Zukunft viel Papier bedrucken werden, obwohl dies in der Theorie nicht nötig wäre, und welche Rolle das Thema „Papierrecycling“ in Deutschland spielt.

Jörn von Ahlen, Epson

Jörn von Ahlen, Epson

IT-DIRECTOR: Herr von Ahlen, wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus?
J. von Ahlen:
Aus einer vor Kurzem von uns initiierten Umfrage geht hervor, dass Arbeitsplätze dank neuer digitaler Technologien generell flexibler und auch ortsungebundener werden, es aber je nach Branche Unterschiede gibt. Mit einer modernen IT-Ausstattung stellen Firmen ihren Mitarbeitern schon heute ein Arbeitsumfeld bereit, das Produktivität und Zufriedenheit erhöht. Der Tenor gegenüber den zu erwartenden Veränderungen ist überwiegend positiv.

IT-DIRECTOR: Wie weit ist das papierlose Büro noch von der Realität entfernt?
J. von Ahlen:
Schon in den Achtzigerjahren kamen Software-Pakete auf den Markt, die keine oder eine nur sehr eingeschränkte Druckfunktion besaßen. Der Grund für diese Entscheidung war, so die Entwickler, dass aufgrund des vor der Tür stehenden papierlosen Büros in Kürze sowieso niemand mehr drucken würde. Die Beerdigung des Papiers erwies sich als voreilig. Doch spiegelt diese Anekdote die Geschichte des papierlosen Büros wider: Menschen drucken weiterhin wichtige Dokumente aus und sie werden es auch in Zukunft machen, selbst wenn es in der Theorie nicht nötig ist. Der Mensch ist nun mal ein „haptisches Wesen“.

IT-DIRECTOR: Welchen Stellenwert hat das Thema „Papierrecycling“ in deutschen Großunternehmen?
J. von Ahlen:
Zu diesem konkreten Thema liegen uns leider keine belastbaren Zahlen vor, aber wir wissen aufgrund von Umfragen, dass der Umweltgedanke in deutschen Unternehmen jeder Größe wichtig ist und weiter an Bedeutung  gewinnt.

IT-DIRECTOR: Welche Länder sind bei dem Thema ganz vorn mit dabei und warum?
J. von Ahlen:
Aus einer letztes Jahr europaweit durchgeführten Studie zum Thema „Umweltfreundliche Technologien“ wissen wir, dass Deutschland in diesem Bereich führend ist. Aber auch in anderen Ländern wird dieses Konzept immer wichtiger. Es gibt Thesen, dass die frühe politische Thematisierung (Grüne Partei) des Umweltschutzes in Deutschland eine wesentliche Rolle dabei gespielt hat, die Umwelt als Aufgabe und Verpflichtung in die Köpfe der Bevölkerung zu bekommen.

IT-DIRECTOR: Wie lässt sich ein Papierrecyclingprozess möglichst energieeffizient gestalten?
J. von Ahlen:
Mit unserem Paperlab bieten wir ein Verfahren an, das auf einem Trockenprozess beruht und somit den hohen Wasserverbrauch herkömmlicher Anlagen vermeidet.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 04/2017. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Außerdem ist das Recycling von Papier mit unserer Maschine auch im Unternehmen selbst möglich, sodass Transportwege und Kosten gesenkt werden. Gleichzeitig steigt die Sicherheit bei der Vernichtung sensibler Dokumente.

IT-DIRECTOR: Inwieweit ist das Paperlab bereits praxistauglich?
J. von Ahlen:
Wir haben auf der Cebit 2017 einen Prototypen dieser Maschine vorgestellt, der aber schon viele Anforderungen des europäischen Marktes erfüllt, sodass wir den Herbst 2018 für eine Markteinführung anpeilen.

Bildquelle: Epson

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