Automatisierte Sicherheit

Raum für Innovation

Zielvorgabe an die IT-Abteilung: innovative Anwendungen und Services 40 Prozent schneller entwickeln und jeden neuen Service mit automatisierter Sicherheit anbieten. Ist das realistisch? Einige Unternehmen jedenfalls wollen diese Ziele umsetzen.

Reifenauswahl, Bildquelle: A.T.U.

A.T.U.-Fachmarkt mit einer großen Auswahl an Reifen

Für viele Unternehmen sind die Startvoraussetzungen nicht rosig: Innovative Produkte und Services können nicht schnell genug vermarktet werden, weil die IT-Unterstützung hinterherhinkt. Die bestehende IT ist teuer und aufwendig in Betrieb und Wartung, und die Sicherheitsrisiken vergrößern sich vehement.
Aber die IT kann gegensteuern, indem sie innovativ denkt und handelt, Ressourcen durch eine höhere Effizienz und Management der Komplexität freisetzt sowie Risiken minimiert. Wie das gehen kann, weiß Trevor Bunker, Senior Vice President Global Presales bei CA Technologies. Nach seinen Erfahrungen sind IT-Abteilungen auf dem richtigen Kurs, wenn sie den Automatisierungsgrad erhöhen sowie den Fokus auf eine einheitliche Sicht der gesamten ITK-Infrastruktur legen.

Laut Bunker ist der traditionelle Plan-Build-Run-Zyklus in der IT zu langsam und zu aufwendig: 80 Prozent des IT-Budgets sind für den Betrieb der IT reserviert, bleiben nur 20 Prozent für innovative Projekte. Und 70 Prozent der Entwicklungszeiten sind unnötig und verschwenden Geld, sagt er. Abhilfe schaffe die Business-Service-Innovation mit Portfoliomanagement, Servicevirtualisierung und einer agilen Cloud-Strategie.

So habe die Amag, der Generalimporteur des Volkswagen-Konzerns in der Schweiz, durch ein End-to-End-Application-Performance-Management von über 56.000 Transaktionen täglich ihre Supportkosten um jährlich 70.000 Euro gesenkt. Bayer Business Services habe die Anwendungsentwicklung beschleunigen können mit dem Ziel, zehn bis 15 Prozent weniger Kosten zu verursachen.

Zeitdruck verhindert Sicherheit

Eine weitere Baustelle sind die Sicherheitsrisiken. „Ich weiß, dass die gerade entwickelte Anwendung nicht sicher ist, aber ich muss sie aus Zeitdruck trotzdem freigeben“, zitiert Bunker Kundenerfahrungen. Dieser Zeitdruck entstehe auch, weil der traditionelle Security-Ansatz Sicherheit in jeden einzelnen Service einbettet, statt ein übergreifendes, rollenbasiertes und inhaltsbezogenes Identity- und Access-Management zu installieren. Bunkers Referenzanwender ist hier das Bundesrechenzentrum in Österreich. Es sichert täglich über eine Million Online-Transaktionen von rund 120.000 Unique User mit einem zentralen Web-Access-Management und unterstützt dabei über 400 Anwendungen im Rechenzentrum.

Dritte große Baustelle ist für Bunker der traditionelle Ansatz im Infrastrukturmanagement. Dieser biete keine End-to-End-Sicht und wenig Automatisierung, weil er mit einzelnen, nicht integrierten Technologiesilos arbeite. Eine einheitliche und durchgängige End-to-End-Perspektive dagegen bieten Service Assurance und ein ganzheitliches Infrastrukturmanagement.

Vom Nutzen und der Notwendigkeit eines ganzheitlichen Infrastrukturmanagements und Monitorings ist auch Klaus Vogl überzeugt. Der CIO von A.T.U, einer der Marktführer im deutschen Kfz-Service, sieht IT als professionellen strategischen Partner des Geschäfts, der innovative und effiziente Lösungen unter kosten­optimierten Gesichtspunkten anbietet sowie die ­Geschäfts- und Managementprozesse vollständig und effektiv unterstützt – so flexibel wie möglich, so strukturiert wie nötig.

A.T.U will Umsatzverluste vermeiden, indem man die IT-Verfügbarkeit steigert und Ausfallzeiten reduziert. Kann eine der rund 650 Filialen, die über Thin Clients an die Zentrale angebunden sind, wegen eines IT-Ausfalls nicht arbeiten, werden Kunden verprellt. Um die Servicequalität zu sichern, arbeitet der Anwender deshalb mit einem End-to-End-Monitoring vom Rechenzentrum über die Zentrale bis in die einzelne Filiale.

CIO Klaus Vogl setzt auf die Früherkennung von Problemen und ein schnelles, vorausschauendes Gegensteuern. Dazu braucht seine IT-Organisation ein umfassendes, integriertes und objektives Bild der IT-Infrastruktur. Dieses liefert der CA Spectrum Service Assurance Manager über ein integriertes Dashboard, das in Echtzeit über Verfügbarkeit, Zustand, Gesundheit und Risiken eines IT-Services informiert – gegebenenfalls mit Durchgriffsmöglichkeit zur direkten Ursache eines Problems. Die damit verbundene Transparenz und eindeutige Verantwortlichkeit vermeidet laut Vogl unnötige Schwarze-Peter-Spiele und führt zu einem ziel- und lösungsorientierten Arbeiten mit weniger zeit- und kraftraubenden Meetings.

Ein Vorteil, der auch für die Einbindung der externen IT-Dienstleister gilt. „Wir arbeiten mit vielen externen Service-Anbietern zusammen. Früher hatte kein Dienstleister eine zentrale Sicht auf die Infrastruktur, was sich besonders bei Störungen negativ bemerkbar machte“, erinnert sich Bernhard Panzer, Abteilungsleiter Server und Netze bei A.T.U.

Die Beispiele zeigen, dass die IT mit der Unternehmensführung nicht nur in einem Boot sitzt, sondern durchaus auch bei der Schlagzahl mithalten kann. Vielleicht kann sie gar künftig selbst die Schlagzahl im Boot erhöhen, bevor die Unternehmensführung sie dazu auffordert. Zurückrudern jedenfalls war gestern.

Bildquelle: A.T.U.

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