Deutsches Rotes Kreuz startet Hilfsflug für ein Ebola-Behandlungszentrum in Sierra Leone.
Verladung von Hilfsgütern für Nepal
Das Deutsche Rote Kreuz ist die größte humanitäre Hilfsorganisation in Deutschland. Als in Berlin ansässiger Verband koordiniert das DRK-Generalsekretariat die Aktivitäten der zahlreichen Landes-, Kreis- sowie Ortsverbände und betreibt u.a. ein Führungs- und Lagezentrum, das bei Großraumeinsätzen im Inland oder bei Auslandseinsätzen koordinierend tätig werden kann.
Dabei ist man auf eine funktionierende Kommunikationsanlage angewiesen – auch wenn im Katastrophenfall die normalen Leitungen unterbrochen sind. Die bisherige Telefonanlage war den steigenden Anforderungen des DRK-Generalsekretariats nicht mehr gewachsen. „Die veraltete Hardware verursachte Probleme, und die Anlage war nicht mehr erweiterbar“, erinnert sich Dr. Christoph Intemann, Leiter des für Telekommunikation zuständigen Bereichs Dienstleistungen im DRK-Generalsekretariat. „Wir haben uns deshalb über neue Lösungen informiert. Bei einer solchen Entscheidung stellten wir uns die Frage nach `Make-or-Buy´ – das heißt, ob der Betrieb einer TK-Anlage zu unseren Kernkompetenzen gehört. Darum haben wir externe Anbieter gesucht, an die wir diese Aufgabe auslagern konnten.“
Der Auswahlprozess zeigte: Nur eine IP-basierte Telefonanlage bietet die vom Verband angestrebte Flexibilität und Zukunftssicherheit. Vier der ursprünglich sechs Anbieter waren deshalb schnell aus dem Rennen. Letztlich konnte nur die Karlsruher CNT AG die geforderte Referenz erbringen: eine Installation in vergleichbarerer Größe. Nach dem Gespräch mit einem Referenzkunden erhielten die Badener mit ihrer virtuellen Telefonanlage auf Basis von IP-Centrex den Zuschlag. Dabei stellt die virtuelle IP-Telefonanlage, die als IP-Centrex-Lösung zentral im Rechenzentrum betrieben wird, die jüngste Evolutionsstufe der TK-Anlage dar. Generell zeichnet sich die Lösung u.a. durch eine hohe Skalierbarkeit, Funktionalität und Sicherheit aus. Hierzu ergänzt Christoph Intemann: „Bei unserer Entscheidung spielte auch die Total Cost of Ownership eine Rolle. Dass nicht so hohe Investitionen wie bei einer stationären Anlage vor Ort angefallen sind, hat nicht geschadet. Ausschlaggebend war für uns aber, dass die Lösung eine Ausfallsicherheit garantiert, die mit keiner anderen Technologie zu erreichen ist.“
Damit das DRK auch im Katastrophenfall nicht von der Außenwelt abgeschnitten ist, richtete CNT identische IP-Centrex-Anlagen in mindestens zwei Rechenzentren ein. Das DRK-Generalsekretariat seinerseits gewährleistet eine ausfallsichere Stromversorgung bis hin zu Notstromaggregaten. Außerdem hat man die Internetanbindung mehrfach redundant ausgelegt. „Bei einer herkömmlichen Anlage steht die gesamte Technik an einem Standort, der nur über einen Multiplexer angebunden ist“, erklärt Renze. „Bei unserer Lösung tritt beim Ausfall einer Anlage ein Alternativ-Routing in Kraft, alle ein- und ausgehenden Gespräche werden dann über die zweite Anlage geroutet.“ Die Rechenzentren erfüllen hohe Sicherheitsanforderungen: von der redundanten Internetanbindung und Stromversorgung über physische Zugangskontrollen bis hin zu höchsten Anforderungen an den Brandschutz. Dass beide Rechenzentren gleichzeitig ausfallen, ist praktisch ausgeschlossen.
Innerhalb weniger Wochen war die neue TK-Anlage betriebsbereit. Zusätzlich zur IP-Telefonanlage selbst hat man das DRK-Generalsekretariat mit IP-Telefonen ausgestattet. Dabei lassen sich an den Anlagen alle gängigen IP-Telefone betreiben, wobei der Karlsruher Anbieter jedoch zu Snom-Geräten geraten hat, da man in der Vergangenheit gute Erfahrungen damit gemacht hat. Die genutzten Telefone zeichnen sich neben der intuitiven Bedienung durch eine hohe Standardkonformität aus. Dies wiederum erleichtert Rollout und Administration, weil sich die Geräte per Auto-Provisioning konfigurieren lassen. Das funktioniert generell nur zuverlässig, wenn Hersteller sich an die SIP-Standards halten – was nicht selbstverständlich ist.
Ein weiterer Vorteil der neuen IT-Telefone: Der Schulungsaufwand ist gering, da Grundfunktionalitäten wie gewohnt nutzbar sind. Die mehr als 300 Mitarbeiter im DRK-Generalsekretariat müssen sich nicht groß umgewöhnen und können zudem über die frei programmierbaren Funktionstasten der eingesetzten Geräte Snom 710 und 760 schnell auf die gewünschten Funktionen zugreifen.
„Dank der neuen Telefonanlage haben wir die Kommunikationsmöglichkeiten, die wir für unsere Aufgaben brauchen“, sagt Christoph Intemann. „Die neue Anlage ermöglicht uns eine kostengünstige und zuverlässige Kommunikation, die auch Mobilgeräte nahtlos einbeziehen kann.“ Auch für die Zukunft sieht man sich gerüstet: Falls Landes-, Kreis- oder Ortsverbände nach einer neuen TK-Lösung suchen, ist es möglich, die Anlage zu erweitern. Selbst wenn alle DRK-Organisationen mit insgesamt rund 150.000 Mitarbeitern sich dazu entschließen sollten, können die Karlsruher die Erweiterung umsetzen.
Bildquellen: DRK