08.08.2017 Ein kluger Schachzug?

Rossmann und Amazon verbünden sich

Von: Robert Schindler

Rossmann ist der erste große Händler in Deutschland, der eine Kooperation mit Amazon eingeht. Bisher arbeitete Amazon bei seinem Schnell-Lieferprogramm Prime Now nur mit wenigen regionalen Händlern zusammen.

Etwa ein Viertel des rund 17.000 Artikel umfassenden Sortiments von Rossmann soll demnächst bei Amazon Prime Now verfügbar sein. Rossmann bestimmt laut Lebensmittelzeitung die Preise und das Sortiment. Amazon stelle die Plattform sowie die Logistik. Die Zusammenarbeit sei zunächst auf Berlin beschränkt, im Erfolgsfall dann auch in München verfügbar.

Die Kooperation scheint für beide Seiten Vorteile zu bieten:

  • Einerseits erweitert die Kooperation auf einen Schlag das Sortiment von Amazons Lieferdienst, andererseits erhöht es die Reichweite von Rossmann in Deutschland.
  • Auf lange Sicht könnte es für Rossmann zudem klug sein, sich mit Amazon zu verbünden, statt gegen den Online-Riesen zu kämpfen. Angesichts der Beispiele vieler amerikanischer Einzelhandlesketten, die gegen Amazon beständig an Boden verlieren, ein kluger Schachzug.
  • Zudem könnten die über 2.000 Rossmann-Märkte in Deutschland für Amazon in Zukunft vielleicht auch als Warenlager und Filiale dienen.
  • Für Amazon ist es strategisch günstig, dass Drogerieartikel von Konsumenten im Moment bereitwilliger im Netz bestellt werden als Lebensmittel. Damit sinkt die Hemmschwelle für die Nutzung des Lieferdienstes auch für Lebensmittel.
  • Und natürlich sind da noch die Kundendaten, die für beide Unternehmen in der Auswertung eine wertvolle Rolle spielen.

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