IBM Innovate 2011

SAP sicher in die Cloud bringen

Neue Rational-Werkzeuge von IBM integrieren die Entwicklung von SAP-Anwendungen in das Anforderungs-, Qualitäts- und Fehlermanagement, sorgen für Sicherheit in Cloud-Umgebungen und schließen den Betrieb in den Anwendungslebenszyklus mit ein.

Sicherheitscheck, Bildquelle: iStockphoto.com/ymgerman

Anlässlich der Innovate-2011-Konferenz in München stellte IBM die Integration des SAP Solution Managers in das Application-Lifecycle-Management der Rational-Tool-Familie vor. Die Werkzeuge Quality Manager und Rational Requisite Pro übernehmen aus dem Business Blueprint und dem Business Process Change Analyzer des SAP Solution Managers Modelle, Anforderungen und Prozessbeschreibungen. Sie generieren daraus Anforderungsbeschreibungen, Prozessabläufe nach dem BPMN-Standard, Testpläne, Testcases und Testscripte, um diese mit Planungsdaten und Qualitätsmetriken anzureichern. Die darauf aufbauenden Tests der SAP-Lösung erfolgen durch Ausführung der Testskripte, deren Ergebnisse ebenso wie manuelle Ergänzungen in den Solution Manager zurückgespielt werden. Dabei werden Lasttests mit dem Rational Performance Tester und funktionalen Tests mit dem „3rd Party“-Werkzeug Certify von Worksoft vorgenommen.

IBM gleicht mit diesem Angebot eine Schwäche der Produktpalette der Walldorfer aus und ermöglicht gleichzeitig die Einbindung von Entwicklungen auf der SAP-Plattform – unter den gleichen Qualitätsbedingungen – in heterogene Entwicklungsprojekte mit moderneren Komponenten und Bausteinen anderer Plattformen. Die Übernahme der Business Blueprints ermöglicht einen Abgleich der SAP-Modelle mit der in den Rational-Werkzeugen gepflegten Unternehmensarchitektur. Die Abbildung der SAP-Prozessbeschreibungen in den IBM-Werkzeugen ermöglicht den anwendungsübergreifenden End-to-End-Test von Geschäftsprozessen unter Anwendung identischer Qualitätsmetriken für alle eingebundenen Komponenten.

Ergänzend bietet Big Blue mit dem Werkzeug Appscan Unterstützung für den Check der Sicherheit von SAP-Anwendungen an. Appscan ist in der Lage, SAP-Web-Anwendungen, Javacode und auch Abap-Code – neben anderen Quellformaten – durch einen automatisierten Code Review auf sicherheitsrelevante Schwachstellen hin zu untersuchen. Durch die Einbindung von Javascript und der verwendeten Plugins in die Analyse werden typische Schwachstellen wie SQL Injection oder Cross Site Scripting identifiziert und können von den Entwicklern noch während der Testphase beseitigt werden. Durch die Analyse und die Generierung von Handlungsempfehlungen kann der Sicherheitsgrad erhöht werden.

Sind die heterogenen Anwendungen ausgetestet und sicherheitsüberprüft, erfolgt mit dem Rational Automation Framework die vollautomatische Provisionierung der fertigen Anwendungen einschließlich der SAP-Komponenten in die Smart Cloud von IBM. Dies schließt auch die Generierung der notwendigen Systemimages und Konfigurationsskripte ein. Das Framework enthält außerdem Werkzeuge, die für die Lastverteilung und gegebenenfalls die Reskalierung bzw. Dekommissionierung sorgen und ein laufendes Monitoring der Cloud-­Nodes durchführen.

Durch das Appscan-Werkzeug kann ergänzend ein einheitlicher Mindest­sicherheitsstandard für die Cloud-Anwendungen geschaffen werden, die durch das Rational Automation Framework in die Smart Cloud deployed werden. Dies ist insbesondere für die von Big Blue angebotenen Shared-­Public-Umgebung in der Smart Cloud wichtig, in der nicht nur verschiedene Kunden ihre Cloud-Anwendungen parallel betreiben, sondern auf die auch die breite Öffentlichkeit zugreifen kann und in der Sicherheitsprobleme schnell offensichtlich werden.

Zur Erkennung von Problemen oder Fehlern, die im Betrieb auftreten, sammelt das Rational Automation Framework laufend Informationen zum Verhalten von Anwendungen. Parallel in SAP erfasste Incidents werden zwischen dem Solution Manager Service Desk und dem mit dem Rational Quality Manager synchronisierten Rational Clearquest bidirektional ausgetauscht, durch die IBM-Werkzeuge analysiert und für die Weiterentwicklung der Anwendungen genutzt.

IBM schließt auf diese Weise den Anwendungslebenszyklus durch Einbeziehung der Betriebsphase in den Entwicklungsprozess für alle Arten von Anwendungen. Der bislang schwerfällig über manuelle Auswertungen der Service Desk Logs laufende Rückfluss von Anwenderfeedback kann nun  zeitnah, wenn nicht in Realtime für die Weiterentwicklung der Anwendungen ausgewertet werden.

Bildquelle: iStockphoto.com/ymgerman

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