Bei dem diesjährigen Festival Rock im Park versammelten sich ca. 64.000 Musikfans auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg.
Während der dreitägigen Open-Air-Veranstaltung im Juni 2012 versammelten sich ca. 64.000 Musikfans auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg. Ein System von Sicherheitsmaßnahmen, Unfallhilfsstellen und Rettungssanitätern sorgte dafür, dass die Teilnehmer zeitnah medizinisch versorgt wurden. Rund 100 Einsatzkräfte hatten die medizinische Betreuung der Gäste an der Center Stage übernommen. Die übergeordnete Einsatzführung erfolgte in der Leitstelle von „Rock im Park“.
„Ein solches Massenevent stellt eine Herausforderung für die Rettungsdienste und Krankenversorgung dar. Viele der Mitarbeiter sind jedes Jahr dabei. Ihre Erfahrung ist von enormer Bedeutung, wenn es beispielsweise nach einem Kreislaufkollaps darum geht, schnell zu helfen und die Einsatzkräfte an den richtigen Ort zu dirigieren“, schildert Uwe Merklinger, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe, eine typische Situation. Die neue Lösung bietet den Rettungskräften vor Ort und der Leitstelle nun einen großen Vorteil. Denn trotz aller Erfahrung der Mitarbeiter sind Ortsangaben von Besuchern aus einer Menschenmenge heraus nicht immer eindeutig zuzuordnen. Dank der Videokonferenztechnik und den live übermittelten Kamerabildern konnten sich die Rettungskräfte schneller ein Bild machen und unmittelbarer reagieren.
Kern des Konzeptes war das Videokonferenzsystem zum Beobachten der Besucherströme und zur besseren Koordination der Einsatzkräfte. Dafür hatten die Partner eine Video-as-a-Service-Infrastruktur (VaaS) von Interoute und Kameras zur Beobachtung des Festivals mit einer mobilen Einsatzzentrale von Cisco kombiniert. Die VaaS-Lösung diente dabei als virtueller Videokonferenzraum, über den die gesamte Kommunikation gemanagt wurde. Hinzu kamen ein LTE-Breitbandnetz von Vodafone und ein 52-Zoll-Videosystem mit Kamera von Dimension Data, das in der Leitstelle stand. An der Center Stage waren Masten mit Überwachungskameras installiert, die es den Mitarbeitern der Johanniter-Unfall-Hilfe erlaubten, die Bewegungen der Besucherströme zu verfolgen sowie die Erstversorgungstrupps zu koordinieren. Über das von Kameras gelieferte Livebild hätte die Leitstelle im Falle von Evakuierungsmaßnahmen schnell einschätzen können, wie viele Menschen in welchen Bereichen hätten evakuiert werden müssen, und zeitgleich Maßnahmen zur medizinischen Versorgung einleiten können.
Ergänzt wurde das Kamerasystem durch eine über WLAN gesteuerte Parrot-Drohne, die aus einer Höhe von 50 Metern die Besucherströme übertrug. „Die von der Drohne gelieferten Aufnahmen verschafften uns einen genaueren Überblick als die von den auf den Masten befestigten Kameras. Mit diesem Luftbild als Grundlage konnte die Einsatzleitung ständig die Geländekarten aktualisieren und die Massenbewegungen mit Zu- und Abläufen erfassen“, so Tim Stog vom Katastrophenschutz. Die Aufnahmen ermöglichten es der Leitstelle auch, sich ein „uninterpretiertes Bild“ von den Vorgängen auf dem Gelände zu machen. Der Einsatz der IT-Lösungen zeigt, dass Videokonferenzsysteme nicht nur für die Kommunikation im Unternehmen, sondern auch für Einsatzszenarien wie Open-Air-Festivals geeignet sind.
Johanniter-Unfall-Hilfe
Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. ist in sozialen und karitativen Bereichen aktiv, ob in der ambulanten Krankenpflege, in der Kinder- und Jugendarbeit oder bei internationalen Hilfsprojekten. Immer steht dabei der Mensch im Mittelpunkt. Sie ist eine der größten europäischen Hilfsorganisationen.
Im Internet: www.johanniter.de
Bildquelle: G. Pfannmüller