Die IT vieler Unternehmen ist auf eine solche Arbeitsweise noch nicht ausreichend vorbereitet. Strukturen und Technologien, um diesen Trends mit entsprechenden Sicherheitskonzepten zu begegnen, sind meist noch nicht hinreichend ausgebaut. Es fehlen zum Beispiel Unified-Communications-Lösungen, mit denen sich verschiedene Kommunikationskanäle integrieren und in die IT-Umgebung einbinden lassen.
Der Arbeitsplatz ist längst nicht mehr nur „ein Ort“. Mitarbeiter erwarten eine jederzeit und überall mögliche, unterbrechungsfreie Anbindung an Netzwerke, Anwendungen und Daten sowie verschlankte Kommunikationswege. Mit der Umsetzung einer Voice-over-IP-Lösung (VoIP) können die Verantwortlichen einen wesentlichen Schritt in Richtung effizienteres Arbeiten mit Unified Communications machen. Dabei liegt eine der größten Herausforderung bei der VoIP-Einführung in der Gewährleistung der Sprachqualität. Die Technologie bietet nur dann eine Effizienzsteigerung, wenn wichtige Kennwerte wie Bandbreite, Laufzeit und Jitter bei einem voll ausgelasteten Netzwerk ausreichend sind. Qualitätsparameter definieren diese Kennwerte und machen sie messbar.
Grundsätzlich sollte die Qualität von Sprachübertragungsdiensten auf der Qualitätsskala des Mean Opinion Score (MOS; 1= schlechtester Wert, 5= bester Wert) nicht den Wert 4 unterschreiten. Die Skalenwerte 4 und 5 sprechen für die Wahrnehmung der Sprache ohne Anstrengung. Die Qualität der Sprache hängt dabei maßgeblich von der Übertragungsgeschwindigkeit der Sprachpakete ab. Für ein VoIP-Telefongespräch in guter Qualität muss eine bestimmte Bandbreite für die Dauer des Gesprächs gewährleistet sein. So wird beispielsweise für den Codec G.711 eine Bandbreite von ca. 100 kb/s. benötigt. Die Sprachqualität eines VoIP-Telefonats mit G.711 entspricht derjenigen von ISDN.
Die Laufzeit der Datenpakete, d.h. die Gesamtverzögerung zwischen dem Sprechen des Senders und dem Hören des Empfängers (Ende-zu-Ende-Verzögerung) ist ein wichtiges Kriterium für die Sprachqualität. Die größte Verzögerung in der Laufzeit (Delay) der Datenpakete entsteht bei deren Transport. Sie sollte in Summe (Round Trip Time) 150 ms nicht überschreiten. Übersteigt die Round Trip Time diesen Wert, kommt es zu Aussetzern, Rauschen und Knacken bis hin zum Abbruch des Gesprächs. Eine Verzögerungszeit darunter spricht für eine hochwertige Sprachqualität.
Die Sprachqualität kann zudem durch den Einsatz eines Jitter-Buffers gesichert werden. Ein solcher Buffer speichert eingehenden Datenverkehr und gleicht ungleichmäßigen, wiederholten oder fehlerhaften Datenfluss aus. Je größer der Jitter-Buffer desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass ein Paket vor der Weiterleitung verworfen wird. Wichtig ist: Die Verwendung eines Jitter Buffers hat Einfluss auf die Gesamtlaufzeit (+ 30 msec). In der Regel liegt der Wert der verlorengegangenen Datenpakete (Packet Loss) bei unter einem Prozent. Bis zu fünf Prozent Datenverlust sollte ein Codec ausgleichen können.
Mobilität wird in Zukunft ein weiteres wichtiges Thema bei Geschäftsführern und CIOs sein. Längst haben noch nicht alle eine Mobile-Strategie entwickelt oder implementiert. Aber, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein, müssen Unternehmen ihren Mitarbeitern mobilen Zugriff auf Unternehmensdaten gewähren oder das Arbeiten mit privaten Geräten (Bring your own Device, kurz BYOD) erlauben.
Besondere Vorsicht ist hier bei der Planung der IT-Sicherheit geboten. Allgemeine Sicherheitskonzepte durch firmenkontrollierte Server funktionieren heutzutage nicht mehr. Firewalls und VPN-Zugänge reichen nicht aus, um die Sicherheit sensibler Daten zu garantieren. Benötigt werden klar definierte Client-Security-Systemanforderungen, die bestimmen, auf welche Weise, wann und wo ein Client auf Daten zugreifen darf.
Knifflig wird das Thema Sicherheit, wenn man die Vermischung von privater und beruflicher Nutzung der mobilen Endgeräte berücksichtigt. Unternehmen sollten bei ihrer mobilen Strategie klar definieren, welche Geschäftsapplikationen über private Endgeräte abgerufen werden können und welche nicht. So können sie beispielsweise individuelle BYOD-Unternehmensrichtlinien aufstellen und den Arbeitsverträgen der Mitarbeiter anhängen. Diese definieren die Unternehmensziele mit BYOD klar und deutlich. Leider scheinen jedoch viele hiesigen Unternehmen die Sicherheitsrisiken immer noch zu ignorieren. Das zeigt auch das Ergebnis des Whitepapers „BYOD: an emerging market trend in more ways than one“, welches Logicalis im Rahmen einer BYOD-Studie in Auftrag gegeben hat: 42,5 Prozent der deutschen Unternehmen sind sich nicht über die Sicherheitsrisiken der beruflichen Nutzung privater Endgeräte durch ihre Mitarbeiter im Klaren oder vernachlässigen diese bewusst. Nur 19,3 Prozent der befragten Mitarbeiter haben eine BYOD-Unternehmensrichtlinie unterschrieben.
Zudem gilt es für die Unternehmen, rechtliche Hürden zu nehmen. Das betrifft vor allem die Bereiche Haftung, Eigentum an Daten, Datenschutz, Verschwiegenheit, Geheimnisverlust und auch Daten- bzw. Know-how-Abfluss. Dadurch, dass sich das Gerät im Besitz des Mitarbeiters befindet, darf das Unternehmen rechtlich gesehen nur mit dessen Zustimmung darauf zugreifen. Die Daten auf dem Gerät wiederum gehören teilweise dem Unternehmen – je nachdem wo, wann und von wem die Daten erstellt worden sind. Das Unternehmen haftet für seine Daten und Programme sowie deren Verwendung. Gleichzeitig will der Mitarbeiter seine privaten Daten und Programme sowie deren Verwendung geschützt wissen. Urheberrechtlich ist zudem die Gültigkeit von Firmenlizenzen auf Privateigentum und umgekehrt zu beachten. Es besteht Klärungsbedarf bezüglich der Besitz- und Eigentumsrechte hinsichtlich während der Arbeitszeit eingesetzten Devices.
Zur Vermeidung von Haftungsproblemen zum Beispiel im Falle eines Diebstahls oder Verlusts des Geräts empfiehlt sich zudem eine genaue Regelung der Haftungsverteilung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Mitarbeiter sind generell dazu verpflichtet, die mobilen Endgeräte mit Sorgfalt zu verwenden – sowohl am Arbeitsplatz, auf Geschäftsreisen als auch im Urlaub. Im Falle des Geräteverlust sollte das Unternehmen dafür sorgen, dass die IT- Abteilung aus der Ferne eine Sperrung oder eine Säuberung des Geräts vornehmen kann.
Wie aufgezeigt scheinen die Anforderungen an den Arbeitsplatz der Zukunft nahezu ins Endlose zu gehen. Schließlich bringt die IT-Branche stetig neue Entwicklungen hervor. Kaum eine andere Branche ist solch extremen Schwankungen in Rekordtempo unterworfen. Um dennoch nicht den Anschluss zu verlieren und auch zukünftig erfolgreich zu sein, sollten IT-Verantwortliche gemeinsam mit CEOs frühzeitig individuelle Arbeitsplatzanforderungen identifizieren, die mit über den Erfolg eines Unternehmens entscheiden. Technologiepartner, die über entsprechende Tools und Expertise verfügen, können dabei oftmals die Umsetzung und Implementierung neuer IT-Lösungen erleichtern.
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