„Im Falle eines Stromausfalles erfolgt die Weiterversorgung ohne jegliche Unterbrechung in dem die notwendige Energie aus den Batteriesystemen genutzt wird“, erklärt Rüdiger Gilbert, Vice President IT Business Germany bei Schneider Electric.
IT-DIRECTOR: Herr Gilbert, hohe Ausfallsicherheit bei niedrigen Energiekosten ist eine zentrale Anforderung bei der Konzeption moderner IT-Infrastrukturen. An welcher Stelle kommt Schneider Electric für Unternehmen ins Spiel?
R. Gilbert: Durch unser Lösungsportfolio und Erfahrungen in der Planung von Rechenzentren können wir entsprechend der spezifischen Anforderungen für das Rechenzentrum optimierte Vorschläge erarbeiten. Wichtig ist es, auf den tatsächlichen Bedarf zu optimieren. Im Fokus steht die auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittene Balance zwischen Investitions- und Betriebskosten. Da wir von der Energieversorgung über Präzisionsklimatisierung und Data Center Infrastructure Management (DCIM) alle notwendigen Bereiche mit Systemen aus dem eigenen Hause abdecken können, fällt es uns leicht diese Optimierungen zu erreichen. Bei der Überarbeitung von Bestandsrechenzentren setzen wir stark auf Vor-Ort-Analysen um alle real vorliegenden Betriebszustände einfließen zu lassen.
IT-DIRECTOR: Schon wenige Sekunden Ausfall bedeuten mitunter hohe wirtschaftliche Verluste. Systeme für unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sollen Spannungsschwankungen im Stromnetz oder Defekte der Stromverteilung vermeiden. Wie genau funktionieren diese Systeme?
R. Gilbert: USV-Systeme puffern elektrische Energie in Batteriesystemen. Die Versorgung aller kritischen Verbraucher, also aller IT-Komponenten und besonders kritischerer Versorgungssysteme, erfolgt kontinuierlich über die USV. Im Falle eines Stromausfalles erfolgt die Weiterversorgung der Verbraucher ohne jegliche Unterbrechung in dem die notwendige Energie aus den Batteriesystemen genutzt wird. Der Zeitraum in dem die Systeme aus den Batterien versorgt werden können – die Autonomiezeit – kann frei gewählt werden. Er hängt von den Verfügbarkeitsanforderungen und den gewählten Notfallszenarien ab.
IT-DIRECTOR: USV-Systeme alleine reichen nicht aus um eine dauerhafte Verfügbarkeit zu gewährleisten. Welche Komponenten kommen noch hinzu?
R. Gilbert: Eine tragende Rolle spielen Meldesysteme, die Störungen umgehend weitergeben. In hochverfügbaren Datacenters ist inzwischen auch der Einsatz einer Software zur Messung und umfassenden Überwachung der Infrastruktur zum Standard geworden. Solche DCIM-Lösungen bieten neben der Überwachung der physischen Komponenten wie Stromversorgung, Kühlung und IT-Infrastruktur in Datacenters heute auch umfangreiche Planungs-Tools. Die Daten werden in Echtzeit ausgewertet, so dass die Betreiber des Datacenters automatisch Trendanalysen, Reports und Benachrichtigungen generieren können. Dadurch lassen sich die meisten Störungen bereits durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden, strategische Entscheidungen können auf Grundlage valider Daten getroffen werden und der gesamte Datacenter-Betrieb gestaltet sich effizienter.
IT-DIRECTOR: Wie wirken sich die immer weiter steigenden Datenmengen auf den Energieverbrauch aus?
R. Gilbert: Big Data stellt im Hinblick auf Sicherheit und Energieeffizienz hohe Ansprüche an die IT. Moderne Datacenter müssen nicht nur sichere und energieeffiziente IT-Infrastrukturen bieten, sondern auch für künftige technologische Entwicklungen skalierbar sein. Ideal sind hier modulare Konzepte, denn so kann die IT je nach Anforderung mitwachsen. Eine Alternative ist nach wie vor die Verlagerung in virtuelle Systeme. DCIM-Software kann helfen, die Energieeffizienz zu verbessern, indem der Stromverbrauch gemessen und die Auslastungen aller Geräte geprüft wird, um diese an den Bestwerten zu halten. Somit wird der Strombedarf verringert und der PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) verbessert.
Tipps für eine zuverlässige Stromversorgung
Notstromversorgung: USV-Systeme überbrücken die Stromversorgung so lange wie die zu schützenden Systeme benötigen, um ordnungsgemäß herunterzufahren oder bis ein zusätzliches Notstromaggregat gestartet ist und seine Arbeit aufgenommen hat.
Monitoring-Systeme: DCIM-Lösungen bieten umfassende Informationen und Trendanalysen, somit werden frühzeitig Verschleißerscheinungen oder Verschmutzungen erkannt, bevor das betroffene System ausfällt.
Regelmäßige Schulung und Wartung: Oft sind es banale Dinge, die eine katastrophale Auswirkung haben. Regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter sorgen für Abhilfe und vermeiden Fehler durch menschliches Versagen. So wird sichergestellt, dass jeder weiß, wie er im Ernstfall zu reagieren hat. Alle Systeme müssen zudem gemäß Herstellerempfehlung durch Fachpersonal gewartet und Verschleißteile vor Ablauf ihrer Gebrauchsdauer erneuert werden.
Betriebs- und Notfallhandbücher: Ein Handlungsplan mit klaren Prioritäten und Sicherheitszielen sowie -maßnahmen ist notwendig, sobald es um kritische Systeme geht. Dabei empfiehlt es sich, Zuständigkeiten festzulegen: Für jede identifizierte Aufgabe muss klar sein, wer für die Durchführung verantwortlich ist.
Datacenter-Assessment: Vor-Ort-Analysen zeigen Schwächen auf und gewährleisten mit entsprechenden Empfehlungen besseren Schutz gegen Ausfallrisiken.