CA stellt Lisa vor

Servicevirtualisierung als Kostenbremse

Dem wachsenden Testaufwand in service-orientierten Infrastrukturen (SOA) will CA mit Simulation zu Leibe rücken. Möglich machen soll dies die Produktsuite Lisa, die das Verhalten der Systeme mittels Servicevirtualisierung klont.

Stop, Bildquelle: iStockphoto.com/m_71

„Software-Entwickler sind heute oft frustriert!" Für die schlechte Stimmung macht Justin Vaughan-Brown etwa die enormen Einschränkungen verantwortlich, die die üblichen Methoden der Software-Entwicklung und -tests in komplexen SOA-Infrastrukturen mit sich bringen. Zum Beleg führt der Manager von CA Technologies, dort zuständig für Strategic Relationships in der EMEA-Region, die Ergebnisse einer Studie an, die Coleman Parkes im Auftrag des Anbieters durchgeführt hat.

Für die Untersuchung wurden in Deutschland, Frankreich und UK über 300 Software-Entwicklungs-Manager aus Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar befragt. 71 Prozent der Teilnehmer aus Deutschland gaben an, dass der Ruf ihrer IT-Abteilung darunter leidet, weil keine zeitgemäßen Entwicklungs- und Testverfahren anwendet werden. Knapp die Hälfte führten als eine der Hauptherausforderung die Punkte Qualität und Zeit an, die bei der Applikationseinführung durch Integrationstests entstehen. Ein Drittel weist wiederum auf Schwachstellen im Performancetest hin; knapp 30 Prozent berichteten von Problemen beim Probebetrieb.

Der Druck auf die IT-Abteilungen wird künftig eher zunehmen. Die Mehrheit der deutschen Entwickler ist beispielsweise überzeugt, dass die Funktionalität der Software weiter steigt. „Servicevirtualisierung ist hier eine Antwort, um die Entwicklung neuer Services einschließlich Tests innerhalb des geplanten Zeit- und Budgetrahmens zu erhalten", erläutert Vaughan-Brown. Der Begriff steht für ein technisches Verfahren, zu Entwicklungs- und Testszwecken eine virtuelle Service-Umgebung einzurichten.

Klonen und Simulieren

Im Grunde findet eine Art Moch-up in der Software-Entwicklung statt. Die virtuelle Service-Umgebung, die mit dem Tool Lisa erstellt wird, bildet das Verhalten der Produktionslandschaft eines Unternehmens nach. Um an die notwendigen Daten zu gelangen, wird ein Rekorder zwischengeschaltet, der konsequent den Informationsfluss zwischen Services mitzeichnet. Zu diesem laut CA-Berater Jens Dollenbacher "elegantesten Weg" können zusätzlich Daten aus Performance-Management-Tools beispielsweise aus Wily oder NetQoS in die Analyse und Modellierung einfließen. In der Lisa-Workstation wird auf diesem Weg das dynamische Verhalten des bzw. der Services geklont, mit denen sich die neuen Programme oder Service integrieren sollen. Die so erstellten virtuellen Services entsprechen in ihrer Außenwirkung – also Schnittstellen, Datenformaten und Inhalten (Zeit und Leistungsverhalten) – den physischen Originalen. Im Anschluss wird die Workstation abgeklemmt und die Klone stehen via Lisa für Test- oder Qualitätssicherungssicherungsaufgaben zur Verfügung. IT-Teams sind damit in der Lage, eine Applikation auf einer virtuellen Infrastruktur zu testen, die einer realen Produktionsumgebung entspricht. Die reale Produktionsimplementierungen selbst sind nicht mehr oder nur noch in geringem Umfang erforderlich.

Das beschriebene Konzept bringt alle Vorteile einer Virtualisierung mit sich. Es lassen sich auf diesem Weg beliebig viele Kopien bereitstellen, um die parallele Entwicklung in Teams zu unterstützen. Das erlaubt, viele Teilaufgaben im Rahmen des Software-Entwicklungsprozesses auf einen früheren Punkt vorzuziehen, da nicht mehr um die verfügbaren Zeitfenster auf den Test- oder Integrationssystemen konkurriert werden muss. Darüber hinaus ermöglicht das Tool den Entwicklern und Testern, neue Testszenarien zu durchlaufen. Ohne großen Aufwand lässt sich so ein höheres Antwortverhalten oder der teilweise Ausfall einer Komponente simulieren, um die Auswirkungen auf den eigenen Anwendungsservice zu prüfen. Es muss nur ein wenig an den entsprechenden Verhaltensparameter im Servicemodell "gespielt" werden.

Der Hersteller ist überzeugt, dass Servicevirtualisierung viele der zu Beginn genannten Einschränkungen im Software-Entwicklungslebenszyklus aufhebt. Als Beleg verweist Dollenbacher auf den Nutzen, den US-Kunden bereits erzielt hätten. Danach konnte ein großer TK-Provider seine Entwicklungs- und Testzykluszeiten in den ersten drei Monaten des Projekts um mehr als 40 Prozent kürzen, mit einem ROI von 450 Prozent. Oder eine Bank konnte in einem Jahr 30 Mio. US-Dollar an Kosten für Infrastruktur- und Performance-Konfigurationen vermeiden, indem manuell codierte Stubs und Responder durch virtuelle Services ersetzt wurden.

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