04.10.2017 Geringer Energieverbrauch

So durchdringt Narrowband-IoT alle Wände

Von: Ina Schlücker

Mit Narrowband-IoT lässt sich auch in den entlegentsten Gebäudewinkeln mobil kommunizieren, betont Helmut Schnierle von Telefónica Deutschland.

Helmut Schnierle, Telefónica Deutschland

Helmut Schnierle, Head of Business Sales IoT/M2M bei Telefónica Deutschland

IT-DIRECTOR: Herr Schnierle, im Internet der Dinge fällt immer wieder der Begriff Schmalband-Internet, neudeutsch Narrowband-IoT (NB-IoT). Was steckt dahinter?
H. Schnierle:
Die Technologie zählt zu den vielversprechendsten Innovationen im Bereich der M2M-Kommunikation für das Internet der Dinge. Besonders lange Batterielaufzeiten von bis zu zehn Jahren bei Devices mit NB-IoT-Technik eröffnen ganz neue Lösungen. Diese schmalbandige Technologie macht all das möglich – entwickelt werden können kostengünstige Lösungen mit niedrigem Energiebedarf und hoher Gebäudedurchdringung sowie Reichweite. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig und die Zahl der Anwendungen endlos.

IT-DIRECTOR: Welche Vor- und welche Nachteile kann die Kommunikation via Narrowband-IoT mit sich bringen?
H. Schnierle:
Die Narrowband-IoT-Technologie hat sehr geringe Anforderungen an den Energieverbrauch. Dadurch lassen sich viele Anwendungsbereiche mit eingebauten Sensoren ermöglichen, die ohne externe Energiequelle auskommen müssen. Narrowband IoT hat außerdem den Vorteil, auch in die Winkel des Hauses zu kommen, die andere Funkstandards nicht optimal durchdringen. Nicht geeignet ist diese Technologie zur Übertragung großer Datenmengen.

IT-DIRECTOR: Inwieweit ist Narrowband-IoT hierzulande bereits verbreitet?
H. Schnierle:
Im Pilotnetz des 4,5-G-Forschungsprojektes „Tech City“ von Telefónica Deutschland und Huawei in München haben wir Narrowband-IoT (NB-IoT) erfolgreich implementiert. Damit sind wir in der Lage, die Technologie in diesem Jahr in Deutschland auszurollen. Dabei können wir auf die Erfahrungen von Telefónica in Chile zurückgreifen. Dort wurde die Technologie bereits in einem umfangreichen Feldtest mit smarten Wasserzählern im Alltag getestet.

IT-DIRECTOR: Für welche Zwecke wird Narrowband-IoT vor allem genutzt? Können Sie uns bitte einige Anwendungsbereiche skizzieren?
H. Schnierle:
Bei uns kann die NB-IoT-Technologie in zwei Bereichen zum Einsatz kommen. Zum einen in Lösungen für IoT für Business-Anwendungen beispielsweise smarte Wasserzähler. Parallel dazu arbeitet das Tochterunternehmen Telefónica Next an IoT-Anwendungen für Endkonsumenten, wo NB-IoT ebenfalls zur Anwendung kommen soll.
Bei der digitalen Wasserzähleranbindung mit Hilfe von NB-IoT sind wir in Chile bereits über einen einfachen Labortest hinaus. Die umfangreichen Technologietests in Südamerika belegen die Funktionalität der Wasserzähler-Fernmesslösung unter realen Bedingungen. Mit diesem Test haben Huawei, Kampstrup und wir das erste große Projekt mit Narrowband-IoT in Lateinamerika verwirklicht.

Das Internet der Dinge hat aber auch im Endkundenbereich noch starkes Wachstumspotential. Darauf fokussiert sich bei uns Next. So könnten wichtige bewegliche Gegenstände im Haushalt einen eingebauten Diebstahlschutz bekommen. Auch Sensoren zur automatischen Nachbestellung von alltäglichen Verbrauchsgütern könnten über Narrow-Band-IoT kommunizieren. Narrow-Band-IoT hat außerdem den Vorteil, auch in die Winkel des Hauses zu kommen, die andere Funkstandards nicht optimal durchdringen. Das ermöglicht auch die Vernetzung von Gegenständen an Orten wie dem Keller.

IT-DIRECTOR: Wie ist es bei Datenübertragungen via Narrowband-IoT um die Sicherheit bestellt? Wie lässt sich vermeiden, dass IoT-Geräte als Angriffsziele für Hacker dienen?
H. Schnierle:
Narrowband-IoT greift auf bewährte 4G-Sicherheitsmechanismen zur Sicherstellung von Integrität und Vertraulichkeit der Daten zu. Ausschlaggebend für die E2E-Security sind allerdings außerhalb des Mobilfunknetzes liegende Vorkehrungen zur Sicherheit auf den Endgeräten selbst sowie auf Komponenten, die zum Mobilfunknetz hin terminieren.

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