15.03.2017 Kommunikationserlebnis für Büronomaden

So schaut ein Modern Workspace aus

Von: Lea Sommerhäuser

Die effektive Umsetzung zeitgemäßer „Unified Communications“ macht es möglich, dass Teams an verschiedenen Standorten ohne Reibungsverluste zusammenarbeiten. Büronomaden müsse aber ein Kommunikationserlebnis und verbesserte Produktivität auf demselben Niveau geboten werden wie den Mitarbeitern am Schreibtisch, meint Steve Harris, Managing Director Siphon und EVP Unified Communications für die Nuvias Group.

Steve Harris, Nuvias

„Letztlich geht es beim Arbeitsplatz der Zukunft um die erfolgreiche Integration von Sprache, IT und Video und darum, wie eine effektive Kommunikationsplattform die Produktivität erhöht“, meint Steve Harris, EVP Unified Communications für die Nuvias Group.

IT-DIRECTOR: Herr Harris, was sind Ihrer Ansicht nach die drei wichtigsten Unified-Communications-and-Collaboration-Trends (UCC) in 2017?
S. Harris:
Sicherheit im Bereich UC: Das Thema „Sicherheit“ steht stärker im Mittelpunkt, da Telekommunikationsunternehmen endgültig auf ein All-IP Access Network umsteigen und SIP-Trunks in weiten Teilen Europas ISDN ersetzen.

Integration von Voice, Video und IT: Die Integration aller Teilbereiche der UC sowie die Integration in andere IT-Applikationen wird zunehmen.

Cloud UC: 2017 werden wir auf dem Markt für Cloud Unified Communications ein noch schnelleres Wachstum sowie ein cloud-basiertes Nutzungsmodell für alle UC-Services erleben.

IT-DIRECTOR: Welche Bedeutung schreiben Sie an dieser Stelle der „agilen Zusammenarbeit“ – Stichwort „Collaboration“ – zu?
S. Harris:
Die Umsetzung der digitalen Transformation ist im Technologiebereich bereits in vollem Gange. UC müssen es den Menschen ermöglichen, über alle Medien hinweg zu kommunizieren und diese Kommunikation einfach sowie in alle anderen täglich genutzten Anwendungen integriert bereit zu stellen.

IT-DIRECTOR: Wie sieht demnach der „Arbeitsplatz der Zukunft“ aus?
S. Harris:
Letztlich geht es beim „Arbeitsplatz der Zukunft“ um die erfolgreiche Integration von Sprache, IT und Video und darum, wie eine effektive Kommunikationsplattform die Produktivität erhöht, unabhängig davon, wo sich der Anwender befindet. Immer mehr Menschen nutzen im privaten Umfeld bereits Skype und Facetime und erwarten diese Art von Services auch zunehmend am Arbeitsplatz.

IT-DIRECTOR: Welche Vorteile und Möglichkeiten ergeben sich durch die Gestaltung von flexiblen Arbeitsplätzen, mit welchen Nachteilen müssen Büronomaden zugleich rechnen?
S. Harris:
Die effektive Umsetzung zeitgemäßer „Unified Communications“ macht es möglich, dass Teams an verschiedenen Standorten ohne Reibungsverluste zusammenarbeiten. Büronomaden muss ein Kommunikationserlebnis und verbesserte Produktivität auf demselben Niveau geboten werden wie den Mitarbeitern am Schreibtisch. Natürlich können Unified Communications den menschlichen Kontakt nicht ersetzen – ihn aber dafür wesentlich agiler machen.

IT-DIRECTOR: Welche UCC-Technologien unterstützen konkret die Umsetzung eines „Modern Workspace“?
S. Harris:
In der Vergangenheit wurden komplexe Video-Systeme separat eingesetzt, um etwa Konferenzräume miteinander zu vernetzen, allerdings ohne einfache Schnittstelle zu Desktops, Tablets oder Mobiltelefonen. Jetzt geht es um die Integration von Sprache, IT und Video, unabhängig vom Standort eines individuellen Anwenders und zu einem Preis, der Unternehmen jeder Größe einen erheblichen ROI bietet. Zudem nutzen die Menschen im privaten Umfeld bereits Skype und Facetime und erwarten diese Möglichkeiten auch zunehmend am Arbeitsplatz. Durch diesen Gebrauch im sozialen Umfeld haben sie sich an die Technologie bereits gewöhnt.

IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielt hier die Cloud? Inwieweit konnte sie bereits das Vertrauen der Anwender gewinnen?
S. Harris:
Die Cloud-Technologie setzt sich bereits in verschiedenen Anwendungsbereichen durch. Besonders ist jedoch Wachstum im Bereich „cloud-basierter UC“ zu vermerken, und das bleibt auch 2017 der Fall. Disruptive Cloud-UC-Anbieter wie Broadsoft und Microsoft führen das Feld an. Premise-basierte Anbieter wie Avaya sind unter Druck, ihr Geschäftsmodell entsprechend anzupassen.

IT-DIRECTOR: Und inwieweit konnten gesetzliche Fragen zu den Themen „Sicherheit“ und „Datenschutz“ im Rahmen von Cloud-Telefonie geklärt werden?
S. Harris:
Immer mehr Nutzer steigen von bestehenden Systemen und Protokollen auf All-IP um. Dieses Thema bezieht sich auf alle cloud-basierten Anwendungen. Aus UC-Perspektive entsteht damit der Bedarf nach einer Session-Border-Controller-Technologie, um das Thema „Sicherheit“ bei der UC abzudecken, ebenso wie die Themen „Erkennung und Abwehr von betrügerischen Aktivitäten“. Hier dürfte ein starkes Wachstum zu erwarten sein, da die Umstellung auf All-IP-Netzwerke sowie cloud-basierte UC weiter Fahrt aufnimmt.

IT-DIRECTOR: Wie stellen Unternehmen fest, ob sie grundsätzlich für die Kommunikation aus der Wolke bereit sind?
S. Harris:
Heute ist es wesentlich einfacher geworden, den Weg in die Cloud zu vollziehen. Die meisten Unternehmen sind prinzipiell bereit, für UC as a Service zu bezahlen. Ohne besondere Anfangsinvestitionen und mithilfe nutzungsabhängiger Vergütungsmodelle führen seit einer Weile gerade kleine Unternehmen auf vielfältige Weise in diesem Bereich. Sie suchen nun verstärkt nach Anwendungen und Dienstleistungen, die üblicherweise mit großen Konzernen in Verbindung gebracht werden.

IT-DIRECTOR: Welche Voraussetzungen müssen letztlich erfüllt sein, damit alle Kommunikationsdienste (Telefonie, Videokonferenzen, Desktop-Sharing, etc.) reibungslos funktionieren und der Kollaboration der Mitarbeiter unternehmensweit nichts im Wege steht?
S. Harris:
Im Gegensatz zu früher, als Anforderungen an Sprache, IT und Video separat betrachtet wurden, muss heute das gesamte UC-Erlebnis als einheitliches Paket und als einheitliche und einfache Benutzerschnittstelle umgesetzt werden. Die derzeitigen Marktführer haben sich auf die Benutzerschnittstelle konzentriert und fahren nun die Vorteile ein. Dies wäre letztlich ohne einen kosteneffektiven Breitbandzugang nicht möglich gewesen. Durch die Einführung von FTTC und 4G hat UC somit europaweit ein gutes Momentum.

IT-DIRECTOR: An welchen Stellen sehen Sie aktuell noch viel Handlungsbedarf im Bereich „UCC“?
S. Harris:
Die Endnutzer brauchen einen Partner, der die erforderlichen Fähigkeiten besitzt, um sie beim Umstieg ihrer bisherigen Plattform auf eine Next-Generation-Plattform zu unterstützen – z.B. beim Umstieg von einer bestehenden PBX auf broadsoft-basierte Lösungen oder auch auf Skype for Business. Die Nutzer wollen in der Lage sein, den Umstieg von alt auf neu möglichst effizient zu vollziehen. Deshalb ist der Markt für Partner, die ihnen dabei helfen können, vielversprechend.

Bildquelle: Nuvias

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