17.02.2017 Wann wird IT zur Frauendomäne?

So will Konica Minolta Frauen für IT begeistern

Von: Ina Schlücker

Im Interview erläutert Dr. Teresa Haller-Mangold, Team Manager Corporate ­Branding und Sustainability bei Konica Minolta, wie ihr Unternehmen immer mehr Frauen in ganz Europa für Informationstechnologien begeistern möchte.

Dr. Teresa Haller-Mangold, Konica Minolta

Dr. Teresa Haller-Mangold, Konica Minolta

IT-DIRECTOR: Frau Haller-Mangold, das mit der Non-governmental Organization (NGO) „Czechitas“ bislang in Tschechien realisierte Projekt, mit welchem Ihr Unternehmen junge Frauen für die IT begeistern will, soll nun international ausgeweitet werden. Was genau steckt hinter diesem Projekt?
T. Haller-Mangold:
Unsere Motivation, Frauen in der IT zu fördern, ist, eine stärkere geschlechtsspezifische Balance in der IT-Welt zu erreichen und zur Chancengleichheit von Frauen beizutragen. Oftmals denken gerade junge Mädchen, dass sie für Informatik nicht gut genug sind. Auch herrscht im Familien- und Freundeskreis die Meinung vor, dass diese Domäne Männern vorbehalten ist. Darüber hinaus ist der Hintergrund unseres Engagements, dass in Europa nur nur etwa 20 Prozent der Beschäftigten in der IT weiblich sind und bis 2020 im Arbeitsmarkt geschätzt rund fünf Millionen IT-Spezialisten fehlen. Förderprogramme für Frauen in der Branche sind deshalb essentiell, auch um Nachwuchs für unser IT-Business zu rekrutieren.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 01-02/2017. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Wir bieten daher gemeinsam mit Czechitas kostenlose Workshops an, die Frauen – unabhängig von Alter, Vorbildung und sozialem Hintergrund – Einblick in Logik und Denken der IT-Welt verschaffen sowie IT-Know-how vermitteln. Themenfelder sind u.a. Geschäftsanalytik, Web-Entwicklung, Datenanalyse und Grafikdesign. Ziel ist es, immer mehr Frauen in ganz Europa zu erreichen.

IT-DIRECTOR: Welche Aktivitäten und Förderprogramme sind hierzulande geplant?
T. Haller-Mangold:
In Deutschland wurden bereits zwei Workshops in Berlin und München im Dezember 2016 durchgeführt. Der Fokus wurde hierbei auf das Thema Datenanalyse gelegt. Meine Kolleginnen vermittelten während der Veranstaltungen auch ihr Wissen zu „Power BI“, einem Analyseservice von MS Office 365, sowie „SQL“ (Structured Query Lan­guage), einer Sprache zum Abfragen und Bearbeiten von Datenbanken. Nach einer positiven Resonanz der Teilnehmerinnen sollen die Angebote von Czechitas und Konica Minolta in Deutschland weiter bekannt gemacht werden.

IT-DIRECTOR: Welche jungen Frauen und Mädchen wollen Sie besonders ansprechen?
T. Haller-Mangold:
Wir laden Frauen jeglichen Alters und sozialen Hintergrunds zur Teilnahme an den Workshops ein. Auch ist die Teilnahme an keine besonderen Vorkenntnisse gebunden. An den Czechitas-Veranstaltungen haben insbesondere Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren teilgenommen. Aber auch junge Mütter, die auf der Suche nach neuen beruflichen Perspektiven sind, und ältere Frauen 60+ waren bereits Teilnehmer der IT-Weiterbildungsveranstaltungen. Ein spezielles Angebot für junge Mädchen im Schulalter wird durch die „IT Summer Schools“ geboten.

IT-DIRECTOR: Wie wollen Sie das Interesse und die Leidenschaft junger Frau für die IT wecken?
T. Haller-Mangold:
Themen, die in den Workshops vermittelt werden, reichen von Excel, Grafikdesign, Spiel- und Web-Entwicklung bis hin zu Programmierung, Datenanalyse und Geschäftsanalytik. Wir möchten damit ein attraktives Programm schaffen und interessante Inhalte vermitteln, die verschiedene Talente und Interessen ansprechen. In den „Inspirational Talks“, einer Art Plenumsdiskussion, werden von unseren Kolleginnen der Personalabteilung darüber hinaus Karrierewege bei einem IT-Arbeitgeber vorgestellt.

Bildquelle: Konica Minolta

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