Dank des Einsatzes von Joulex Energy Manager

Sparkasse Pforzheim Calw senkt die Energiekosten

Die Sparkasse Pforzheim Calw begreift sich als ökonomisch und ökologisch ­wirtschaftendes Unternehmen. Mit einer Managementsoftware senkte sie ihren ­Energieverbrauch beträchtlich und steigerte den Bedienkomfort für Mitarbeiter.

Kurs, Bildquelle: © Markus Greitschus/pixelio.de

In Finanzinstituten ist der Energieverbrauch der zahlreichen IT-Systeme ein wichtiger Kostenfaktor, da sie ansonsten keine energieintensiven Maschinen oder Anlagen einsetzen. Energieeinsparmaßnahmen für IT und nachgelagerte Systeme sind hier ökonomisch und ökologisch besonders sinnvoll. Ein Beispiel ist die Sparkasse Pforzheim Calw. Sie betreibt an zentralen Standorten zahlreiche Server (größtenteils virtualisiert) und in ihrem Geschäftsgebiet über 150 Filialen, in denen neben Thin Clients, PCs und Netzwerkkomponenten auch zahlreiche Selbstbedienungsautomaten arbeiten. Viele dieser Systeme liefen Tag und Nacht ununterbrochen, ob sie nun gebraucht wurden oder nicht. Deshalb wollte das Finanzinstitut den Energieverbrauch der internen IT-Landschaft, der Selbstbedienungssysteme und der Gebäudeautomatisierung optimieren.

Die gesuchte Lösung sollte den Energieverbrauch ­jedes Systems erfassen und die Verbrauchswerte übersichtlich darstellen. Regeln sollten das Herauf- und ­Herunterfahren der Systeme definieren. Wegen der ­Sicherheitsarchitektur der zentral gewarteten Selbst­bedienungsautomaten musste die Lösung agentenlos arbeiten, also ohne Softwareinstallationen auf den Geräten. Vor diesem Hintergrund entschied sich das Finanzinstitut im Frühjahr 2010 für die Implementierung von Joulex Energy Manager: Die Software misst ohne Hard- oder Softwareinstallationen auf den Geräten Auslastung und Stromverbrauch aller IP-Systeme. Sie visualisiert den Energieverbrauch und ermöglicht ein automatisiertes, regelgesteuertes Herauf- und Herunterfahren jedes angeschlossenen Geräts.

Zuerst implementierte die Sparkasse die Software auf den IP-fähigen IT-Systemen der Arbeitsplätze. Sie erfasste den Energieverbrauch aller PCs, Drucker, Thin Clients und VoIP-Telefone. Dann wurde anhand der jeweils betriebsnotwendigen Anwendungen festgestellt, wann sie nicht gebraucht werden – etwa abends oder an den Wochenenden. Unnötige Systeme fährt das Managementtool automatisch und regelgesteuert herunter und, wenn nötig, wieder hoch. Einige Arbeitsplatzsysteme, die länger booten, werden jeden Tag zur gleichen Zeit vor Arbeitsbeginn gestartet.

Heute werden über 1.350 Thin Clients und 450 Windows-PCs regelmäßig abends und am Wochenende abgeschaltet. Das reduziert den Stromverbrauch der mit der Software verwalteten Clientsysteme je nach Gerätetyp zwischen 30 und 40 Prozent.

Inzwischen bezieht die Sparkasse mit Ausnahme von VoIP-Telefonen und Netzkomponenten alle IP-Systeme an Arbeitsplätzen in diese Steuerung ein – auch die an zwei Standorten redundant vorgehaltenen 32 Hostserver für die Bereitstellung der virtualisierten Terminalserver. Über 20 von ihnen werden jeden Abend und über das Wochenende komplett herunter- und zum benötigten Zeitpunkt wieder hochgefahren. Das reduziert die Betriebsstunden pro Server um knapp 4.000 Stunden im Jahr und damit den Stromverbrauch um circa 45 Prozent.

SB-Automaten sollen den Kunden immer, wenn sie darauf zugreifen, zur Verfügung stehen. Sie bestehen aus zwei Einheiten: dem internen PC und den zugehörenden Systembestandteile (wie Drucker, Bildschirm, Kartenleser, Beleuchtung). Wird nur der interne PC heruntergefahren, kann nur ein Teil der Energie eingespart werden. Aufgrund der noch „blinkenden“ Kartenleser und der Anzeige am Monitor erweckt der SB-Automat dem Kunden gegenüber den Eindruck auf Funktionalität. Das muss und sollte unbedingt vermieden werden.

Zudem brauchen die SB-Automaten einige Minuten zum Booten und Erlangen der Funktionsbereitschaft. Deshalb schied es aus, sie vollständig abzuschalten und erst hochzufahren, wenn ein Kunde das Foyer, den Servicebereich betritt. Diverse Foyers sind für die Kunden jedoch aufgrund der räumlichen Bedingungen nur bedingt zugänglich, die Geräte liefen aber auch dort ständig durch – hier gab es also ebenfalls Einsparpotential.

So wurde den SB-Automaten eine Stromverteilungseinheit mit Ein-/Ausschalter – per Netzwerk steuerbar – vorgeschaltet. SB-Automaten werden nun zu Zeiten, wenn diese Räume Kunden nicht zugänglich sind, ganz abgeschaltet. Hier liegen die Einsparungen des Energieverbrauchs bei rund 75 Prozent.

Geplant ist zudem die Optimierung bei Filialen mit doppelt vorhandenen SB-Automaten. Eine Erhebung ergab, dass abends und am Wochenende die SB-Automaten von den Kunden weniger frequentiert werden. Deshalb kann einer der doppelt vorhandenen SB-Automaten der Filiale zu den nicht benötigten Zeiten heruntergefahren werden. Fällt aus irgendeinem Grund der laufende Automat aus, soll der Ersatzautomat automatisch die Funktion übernehmen. So können Kunden immer auf ein arbeitsfähiges Gerät zugreifen.

Für die Mitarbeiter bringt die neue Lösung Vereinfachungen: Während sie sonst ihre Clients vor Softwareeinspielungen gezielt anlassen mussten, ist dies nun nicht mehr nötig. Die Managementsoftware fährt die Geräte hoch, die Software wird überspielt und das Tool schaltet sie wieder ab. Möchte ein Mitarbeiter mehr für Energieeinsparungen tun, kann und soll er seine Systeme bei Arbeitsende selbstständig herunterfahren. Und letzte Zweifler ließen sich durch deutlich sinkende Energierechnungen überzeugen.

Innerhalb von 440 Tagen konnte die Sparkasse Pforzheim Calw dank der Managementsoftware 50 MWh Strom bzw. einen Kohlendioxidausstoß von 30 Tonnen einsparen. Dazu kommen indirekte Effekte, die sich schlecht messen lassen: Die geringeren Laufzeiten erhöhen die Standzeit der Geräte und verringern Wartungseinsätze.

 

Die Sparkasse Pforzheim Calw
Für die Jahresbilanz 2010 verzeichnete die Sparkasse Pforzheim Calw ein Geschäftsvolumen von über 12 Mrd. Euro. Das Unternehmen betreibt 152 Geschäftsstellen in Baden-Württemberg und beschäftigte im Jahr 2010 rund 2.050 Mitarbeiter sowie 170 Auszubildende.
Im Internet: www.sparkasse-pforzheim-calw.de

 

Bildquelle: © Markus Greitschus/pixelio.de

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