In Eisenberg in Thüringen bietet ein neues Online-Portal der Stadtwerke den Verbrauchern Mehrwertdienste und detaillierte Einblicke in den eigenen Stromverbrauch.
Kleine wie große Versorgungsunternehmen stehen derzeit mächtig unter Strom. Mit immer neuen gesetzlichen Anforderungen hält sie die Politik auf Trab. Gefordert ist zum Beispiel ein Angebot an Tageszeit- und lastvariablen Tarifen sowie eine Rechnungslegung, die mehrmals im Jahr stattfindet. Hinzu kommen neue Entwicklungen wie Smart Grids, die die öffentliche Hand als große Chance betrachtet. Auf dem Weg zu dieser modernen Form der Stromerfassung und -abrechnung sind jedoch noch einige Hürden zu überwinden: Einerseits verspricht sich der Staat von der innovativen Technologie eine effizientere Steuerung der Stromlast, andererseits lässt er sich mit konkreten Anweisungen, etwa zum Datenschutz, Zeit. Viele Anbieter glauben deshalb, dass Abwarten in dieser Situation die beste Strategie ist.
Dieses zögerliche Verhalten allerdings könnte sich als wirtschaftlich fatal erweisen. Immerhin lastet auf der Energiewirtschaft derzeit ein besonders hoher Wettbewerbsdruck im Kampf um Kunden. Um diese zu binden, sind deshalb vor allem attraktive Mehrwertdienste ein probates Mittel, sich von der Konkurrenz abzuheben. Dieser Ansicht ist auch das Stadtwerk Eisenberg bei Gera in Ostthüringen. Das bereits 1898 gegründete Unternehmen ist eine Tochter der Stadt Eisenberg und der E.ON Thüringer Energie AG. Es betreibt ein Gas- und Stromnetz mit rund 12.000 Messstellen.
Die Verantwortlichen des regionalen Energieversorgers kennen die Bedeutung eines attraktiven Internet-Angebots und suchten für die Umsetzung eines Online-Portals für Endkunden einen passenden Partner. Dabei hatten die Stadtwerke genaue Vorstellungen und fassten ihre Wünsche in mehreren Punkten detailliert zusammen: So kam es den Verantwortlichen auf eine genaue Modellierung und Implementierung von effizienten und dabei gesetzeskonformen Geschäftsprozessen an. Mit den Datenschutzrichtlinien im Blick wünschte sich das Unternehmen eine attraktive Aufbereitung der Verbrauchsdaten. Gerade in Verbindung mit der Smart-Grid-Nutzung war dieser Punkt wichtig. Vor allem aber sollten die Kunden den gewünschten Tarif wie in jedem anderen Online-Shop mit wenigen Mausklicks buchen können.
„Wir wollten eine Seite, die dem Benutzer den von vielen Web-Angeboten gewohnten Komfort bietet – bei der ersten Recherche zu Vertragsdetails bis zum Bezahlen des Warenkorbs“, berichtet Bettina Pohl, Leiterin Kundenservice bei den Stadtwerken Eisenberg über die Anforderungen. Auch die Implementierung von Mehrwertdiensten war den Entscheidern wichtig. So sollten besondere Verkaufsaktionen, etwa über Gutscheincodes, ohne weiteren Aufwand mit dem Portal unterstützt werden. Auch in diesem Bereich wünschten sich die Verantwortlichen eine möglichst nahtlose Integration in nachgelagerte Systeme.
Nach einem Evaluationsprozess setzte sich die T-Systems Multimedia Solutions GmbH mit ihrem Angebot für ein neues Portal durch. „Bei unserer Konzeption stehen die Neukundengewinnung und die Kundenbindung gleichermaßen im Vordergrund“, erklärt Heike Nickisch, Business Unit Leiterin bei T-Systems Multimedia Solutions den Ansatz. „Durch den gezielten Einsatz von E-Commerce-Tools können sich Energieversorger vom Wettbewerb sehr gut abgrenzen. Die Mehrwertdienste des Angebots sollten für eine regelmäßige Nutzung und Interaktion auf der Seite sorgen und bei der Intensivierung von Kundenbeziehungen helfen.“
Das Angebot des Dienstleisters bestand aus einem kompletten Self-Service-Portal, das auf der Lösung des Softwareherstellers Intershop basiert. Damit war es möglich, ein Angebot zu schaffen, dass nicht nur die aktuellen Strom- und Gasverbrauchsdaten stundengenau aufbereiten und visualisieren kann, sondern darüber hinaus zahlreiche weitere Funktionen bietet. So ist es für die Kunden des Anbieters problemlos möglich, Vertragsdetails einzusehen, den günstigsten Tarif zu berechnen und weitere Produkte und Merchandising-Artikel zu kaufen. „Unser Marketing kann ohne große IT-Unterstützung Kampagnen umsetzen, bei denen das Portal eingebunden ist“, berichtet Pohl.
Auch die Integration in bestehende IT-Systeme gestaltete sich relativ einfach. „Wir haben jetzt wesentlich weniger Schnittstellen zu weiteren Systemen und Probleme durch Medienbrüche gehören der Vergangenheit an“, so Pohl. Für sie sind die Vorteile des Portals deutlich sichtbar. So sei die Effizienz kundenbezogener Prozesse durch die Self-Services deutlich gestiegen und auch die Produktivität der Mitarbeiter habe sich deutlich erhöht. „Vor allem bei den direkten IT-Kosten können wir nun stark sparen. Die Kosten für das Portal machen sich so innerhalb kurzer Zeit bezahlt“, fasst Pohl zusammen.
portal.stadtwerke-eisenberg.de
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