Hauptverwaltung der Energie und Wasser Potsdam GmbH
Die Unternehmen der Stadtwerke Potsdam GmbH sind mit rund 1.100 Mitarbeitern im Firmenverbund einer der größten Arbeitgeber in Brandenburg. Die IT des Verbundes wird von der Energie und Wasser Potsdam GmbH als Dienstleister realisiert. Die Potsdamer Stadtwerkeunternehmen sind Ver- und Entsorger in fast allen möglichen Sparten, betreiben den öffentlichen Personennahverkehr der Landeshauptstadt, die Schwimmbäder, die Stadtbeleuchtung und vieles andere mehr. Entsprechend umfangreich und komplex ist auch die IT-Infrastruktur. Rund 50 physikalische und weitere 70 virtuelle Server sind hierfür erforderlich.
Anfang 2010 begann die IT-Abteilung der Stadtwerke damit, die physikalischen Server schrittweise zu virtualisieren. Sie entschied sich für die Virtualisierungssoftware Citrix Xenserver, die einen 64-Bit-Hypervisor bietet und ein zentralisiertes Management von virtuellen Windows- und Linux-Servern ermöglicht.
„Durch die Konsolidierung der vielen physikalischen Server auf eine deutlich geringere Anzahl virtualisierter Server konnten wir die Kosten für die Hardware mitsamt Wartungsverträgen und Ersatzteilen erheblich reduzieren“, erklärt IT-Leiter Frank Rausch. Zugleich konnten die Stadtwerke mit diesem Schritt ihre Abhängigkeit von einzelner Hardware verringern und ihre Flexibilität deutlich erhöhen. „Wenn heute ein Rechner ausfällt, so übernehmen zunächst einmal die anderen Rechner im ´Pool´ dessen Aufgabe, wodurch wir einen unterbrechungsfreien Betrieb sichern. Wir können bei Leistungsspitzen einzelne virtuelle Maschinen im Handumdrehen auf andere Hardware umziehen. Auch neue Server und IT-Services können wir dank Virtualisierung jetzt in wesentlich kürzerer Zeit bereitstellen“, erläutert Frank Rausch. Und letztlich sorgt die Virtualisierung auch für Einsparungen bei Energie-, und Raumbedarf im Rechenzentrum.
Schnell wurde den Technikern klar, dass die Backupsoftware, die bislang bei den Stadtwerken im Einsatz war, für eine Sicherung der virtualisierten Infrastruktur nicht geeignet war. Eine Sicherung der kompletten virtuellen Server war damit nicht möglich. Entsprechend machten sich die Stadtwerke auf die Suche nach einer Alternative – und wurden unter anderem auf den Webseiten von SEP fündig. „Die beschriebenen Leistungsmerkmale von SEP Sesam entsprachen unserem Anforderungsprofil“, erinnert sich Frank Rausch. „Entsprechend setzten wir Testinstallationen dieses Anbieters wie auch von drei weiteren Softwarekandidaten auf. Aus diesem Vergleich ging SEP Sesam als klarer Sieger hervor.“
Die Stadtwerke wandten sich direkt an den Hersteller, um ein Angebot einzufordern. Schnell war man sich auch beim Preis einig, und so konnte bald der SEP-Partner Netfox aus dem nahegelegenen Kleinmachnow die Installation und Konfiguration des Backupservers durchführen. Frank Rausch: „Wir wussten, dass wir einer der ersten Anwender waren, die diese Lösung für die Sicherung von Citrix Xenserver einsetzen wollten. Entsprechend gab es auch anfangs ein paar Anlaufschwierigkeiten, bei denen uns jedoch sowohl Netfox als auch SEP sehr schnell weiterhalfen.“ Nach der Installation übernahmen die Administratoren der Stadtwerke die Überwachung der neuen Sicherungslösung, die seitdem nahezu reibungslos arbeitet.
Die Zahl der virtuellen Server steigt bei den Stadtwerken kontinuierlich an. Zum einen werden vorhandene Dienste Schritt für Schritt virtualisiert und zum anderen werden neue Services grundsätzlich als virtuelle Maschinen aufgesetzt. Derzeit betreibt die IT-Abteilung sieben Pools mit jeweils drei bis vier physikalischen Servern, die jeweils rund zehn virtuelle Server beherbergen. Die virtuellen Maschinen der einzelnen Pools wurden so zusammengestellt, dass sie jeweils unterschiedliche Lastspitzen haben. Die Daten der virtuellen Serverfarm liegen auf einem performanten SAN von Dell mit einer Kapazität von 40 TB.
Die virtuellen Server werden nun einmal pro Woche bzw. täglich (je nach Bedarf) komplett mit Betriebssystem, Konfigurationen und Nutzerdaten auf ein zweites Plattensystem gesichert. Von der Platte werden die Daten anschließend mit Hilfe von zwei SEP-Sesam-Remote-Device-Servern auf LTO 4- und LTO 5-Bänder übertragen, die zur Risikominimierung an unterschiedlichen Standorten in Potsdam untergebracht sind. Der Aufwand für die Administration, die im Wesentlichen in der Kontrolle der Logfiles der Datensicherung besteht, liegt bei drei bis vier Stunden pro Woche.
Überzeugt sind die Stadtwerke von einer Reihe von Funktionen, die die Backuplösung von Wettbewerbern unterscheidet: Der Backupserver kommuniziert direkt mit der Xenserver-Umgebung – ohne Installation eines Agenten oder sonstiger Software auf dem Hypervisor. Das erhöht die Performance der Datensicherungen und reduziert den Administrationsaufwand bei Vollsicherungen. Zudem müssen Änderungen in der virtuellen Umgebung – beispielsweise durch Verschieben oder Hinzufügen von virtuellen Maschinen – bei der Sicherung nicht gesondert berücksichtigt werden.
Die Einführung von der Backuplösung bot die Möglichkeit der einfachen Applikationsmigration von Novell Netware nach Novell Open Enterprise Server. Diese nutzten die Potsdamer auch umgehend beim Umzug von physikalischen Servern in virtuelle Maschinen. Dazu werden die Applikationsdaten des Netware-Servers mit SEP Sesam gesichert und anschließend auf Server mit vorinstalliertem Open Enterprise Server zurückgesichert.
Ein weiterer Vorteil der Lösung ist die vollständige Sicherung von Novell Storage Services einschließlich der Verwaltungsberechtigungen. Mit dem Rücksicherungsassistenten können Volumen einfach mitsamt allen Benutzerberechtigungen, Objekten und Parametern rückgesichert werden. Eine Funktion, welche die bislang bei den Stadtwerken genutzte Backupsoftware nicht bieten konnte. „Da wir rund 20 Novell-Server im Einsatz haben, ist diese Funktion für uns besonders wichtig. Wir müssen im Ernstfall den entsprechenden Server in kürzester Zeit wieder am Netz haben. Wenn wir die Konfiguration neu erstellen müssten, könnte dies im schlimmsten Fall einen halben Tag in Anspruch nehmen. Das ist heute nicht mehr tragbar“, erklärt Frank Rausch.
Die Stadtwerke Potsdam konnten mit der neuen Backupsoftware eine umfassende Sicherung für ihre mit Citrix Xenserver virtualisierte Infrastruktur etablieren. Nach Optimierung der Konfiguration läuft die Sicherung der 70 virtuellen Maschinen seit über einem halben Jahr ohne nennenswerte Störungen. Die neue Lösung wird langfristig eine wachsende Bedeutung im Sicherungskonzept der Stadtwerke Potsdam einnehmen. Zum einen schreitet die Virtualisierung der physikalischen Server weiter voran. Zum anderen planen die IT-Verantwortlichen eine zusätzliche Sicherung an einem anderen vorhandenen Unternehmensstandort in der Stadt Potsdam, um für den Desasterfall gewappnet zu sein.
Bildquelle: Energie und Wasser Potsdam GmbH