Einsatz von Smarter Commerce

Supercomputer IBM Watson gibt Anlagetipps

Das intelligente Computersystem Watson hilft Unternehmen künftig bei der ­Kundenberatung, so lautete die wichtigste Nachricht auf dem Smarter Commerce Summit von IBM in Monaco.

Smarter Commerce Summit, Bildquelle: IBM

Der Smarter Commerce Summit von IBM fand dieses Jahr in Monaco statt.

In Monaco ging es vor allem um eines: Daten. Je mehr Informationen Unternehmen über ihre Kunden sammeln und analysieren können, desto besser können sie diese erreichen – und an sich binden. Damit Firmen Smarter Commerce betreiben können, setzt Big Blue zwar auf alle der vier aktuellen Trends Cloud, Social, Mobility und Big Data. Doch das Letztere steht eindeutig im Mittelpunkt.  Dafür nutzt der Anbieter jetzt auch seinen intelligenten Supercomputer Watson, der vor zwei Jahren in der Quizsendung Jeopardy seine menschlichen Konkurrenten besiegte. Um ihren Kunden einen besseren Service zu bieten, können Unternehmen den „Watson Engagement Advisor“ einsetzen. Das System hilft Firmen bei der Beratung der Konsumenten. Erster Anwender ist die New Zealand Bank. Das System unterstützt dort die Bankberater. Wenn ein Kunde etwa wissen möchte, welche Folgen eine bestimmte Investition hat, liefert Watson die entsprechenden Ergebnisse. Und er ist in der Lage, diese auch zu begründen. Ein Beispiel ist die Anfrage eines Kunden, welche Auswirkungen der Kauf eines bestimmten Hauses auf seinen Rentenplan hat. Watson gibt die passende Auskunft.

Das Besondere an Watson ist, dass er verschiedene Eigenschaften miteinander kombiniert, die seinen Einsatz für viele verschiedene Branchen interessant macht. Er kann große Datenmengen schnell durchsuchen und analysieren. Er ist in der Lage, die Bedeutung von Information zu verstehen und kann die Wahrscheinlichkeiten richtiger Antworten abschätzen. Zudem versteht er natürliche Sprache und ist lernfähig.

Supercomputer Watson ist kleiner und arbeitet schneller

Im Vergleich zu der Version, die Jeopardy gewonnen hat, ist Watson laut IBM mittlerweile um drei Viertel kleiner und arbeitet 25 Prozent schneller. Der Engagement Advisor wird zunächst als Cloud-Lösung angeboten, es soll aber auch eine On-Premise-Version folgen.Aber selbst in der Wolke ist Watson noch kostspielig. Einen niedrigen sechsstelligen Dollarbetrag müssten Unternehmen pro Monat für das intelligente IT-System zahlen, wie Manoj Saxena berichtet, der als General Manager für die IBM Watson Solutions verantwortlich ist. Die Investition könne sich jedoch schnell lohnen, so Saxena. „Es ist möglich, einen Return on Investment innerhalb von sechs Monaten zu erreichen.“

Wenn Unternehmen den Engagement Advisor nutzen, bedeutet dies, dass auch Kundendaten in der Wolke landen. Probleme in Sachen Datenschutz sieht Saxena jedoch nicht. Die Informationen würden in der Verantwortung der Anwenderfirmen bleiben. „Wir sind ein globales Unternehmen“, so Saxena, „wir haben Rechenzentren weltweit und erfüllen jeweils alle lokalen Anforderungen.“ Für die Anwenderunternehmen dürfte dies ein wichtiges Kriterium sein. Laut einer Studie des Beratungshauses Infosys achten Verbraucher sehr stark darauf, wem sie ihre persönliche Informationen geben. „Vertrauen ist der Schlüssel“, sagt Martin Lockstrom, Principal Consultant bei Infosys. Wer als Konsument glaubt, dass ein Unternehmen sorgsam mit den Daten seiner Kunden umgeht, ist auch bereit, diese preiszugeben.

Business Analytics aus der Cloud

Analysetechnik aus der Cloud bietet IBM aber nicht nur mit Watson. In Monaco stellte der IT-Anbieter eine Lösung vor, die speziell auf Marketingverantwortliche zugeschnitten ist. Mit der Cloud-Lösung „Social Media Analytics“ sollen diese die Inhalte von Seiten wie Facebook, Twitter oder von Blogs analysieren können, um den Meinungen und Bedürfnissen der Verbraucher auf die Spur zu kommen. Der Service ist Teil eines großen Cloud-Angebots, bei dem IBM unterschiedlichen Vertretern der Führungsetage jeweils speziell abgestimmte Lösungen bereitstellt. Zur Zielgruppe gehören neben dem Chief Marketing Officer u.a. der Finanzvor- und Personalvorstand oder der Chief Information Officer. „Die Entscheidungen, in Cloud-Technik zu investieren, werden heute von Verantwortlichen aus dem C-Level getroffen“, so Craig Hayman, General Manager für Industry Solutions bei IBM. Daher müssten diese auch jeweils angesprochen werden. Gartner-Analyst Peter Sondergaard hält diese Strategie für richtig. Seiner Meinung dürfe sich ein IT-Anbieter nicht mehr allein auf die IT-Veranwortlichen konzentrieren. Deren Budgets würden stetig kleiner, während andere Bereiche stärker in IT investierten.

Bildquelle: IBM

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