S&OP: Kommentar von Michael Weidel, Infor

Transparente Überwachung

Im Kommentar erklärt Michael Weidel, Director Strategic Solutions bei Infor, dass in der Ersatzteilelogistik spezielle Algorithmen vonnöten sind, um den Bedarf an Produkten exakt zu prognostizieren. Moderne Lösungen für Sales and Operations Planning (S&OP) ermöglichen außerdem kontextbasierte Analysen.

Michael Weidel, Infor

Michael Weidel, Director Strategic Solutions bei Infor

Das Ersatzteilgeschäft ist für viele Branchen von lebenswichtiger Bedeutung: In der Baumaschinenindustrie etwa werden Produkte in enger Marktlage gar unter dem Selbstkostenpreis verkauft – der eigentliche Gewinn entsteht durch langfristige Serviceverträge. So werden Abraumbagger im Lauf ihres Lebenszyklus praktisch mehrmals komplett erneuert. Das geschieht Stück für Stück. Damit der Lieferant diese Teile bedarfsgerecht liefern kann, muss er Ereignisse wie Aufträge und Lieferungen überwachen. Geeignete Softwarelösungen nutzen diese Daten und arbeiten mit zweierlei Prognosen: Die eine sagt die Menge des nächsten Verkaufsereignisses voraus, während die zweite mögliche Abweichungen schätzt. Daraus entstehen dynamische Modelle, mit denen sich die Prognoseverfahren für normale Artikel und Langsamdreher in einem System vereinen lassen. Ganz ohne Sicherheitsbestand geht es aber nach wie vor nicht. Eine minimale Lagermenge sorgt dafür, dass keine Lieferengpässe entstehen, wenn die tatsächliche Nachfrage die Prognose übersteigt. Beim Festlegen dieses Sicherheitsbestands geht es vor allem darum, die Unsicherheit der Prognose zu beziffern sowie Nachschubfrequenz und Wiederbeschaffungszeit zu berücksichtigen.

In der Praxis sind bei vielen Unternehmen noch diverse Excel-Sheets im Einsatz, die auf Unternehmens- oder Konzernebene zusammengeführt werden müssen. Mit einer Lösung für das Sales and Operations Planning können Supply-Chain-Manager den Prozess hingegen verschlanken und automatisieren. Im Idealfall ist die Lösung durch eine flexible Middleware an das Enterprise-Resource-Planning-System (ERP) angebunden und mit sozialen Collaboration-Funktionen ausgestattet. Dann profitieren die Anwender von durchgängigen Workflows mit Benachrichtigungsfunktionen. Mitarbeiter können sich zudem untereinander und mit dem S&OP-Workflow verknüpfen. Innerhalb dessen generieren sowohl die beteiligten Personen als auch Maschinen und Prozesse Nachrichten, die – ähnlich wie bei Facebook – einen Feed erzeugen und sich in Echtzeit verfolgen lassen. Diese Timeline wird nachvollziehbar gespeichert. Bei einem Audit ist dann etwa eine spezifische Freigabe der Geschäftsleitung nachweisbar. Das geschieht nicht in einer separaten Applikation, sondern direkt aus der Supply-Chain-Management- (SCM) bzw. S&OP-Lösung heraus.

So werden eine enge, abteilungsübergreifende Zusammenarbeit, straffe Geschäftsprozesse und kontextbezogene Analysen möglich. Stellt sich etwa heraus, dass es eine überraschend hohe Nachfrage durch Neukunden gibt, klickt der Nutzer auf das Objekt und ruft darüber die zugrundeliegende ERP- oder Produktionsplanungsanwendung auf. Anschließend kann er dem Problem in Echtzeit auf den Grund gehen und gegebenenfalls eine Analyse der Kundenstrukturen oder Lieferkapazitäten starten und Handlungsalternativen simulieren.

Ist Hilfe von Kollegen vonnöten, lassen sich diese mit wenigen Klicks in die Konversation miteinbeziehen. Solche Nachrichten erscheinen dann in den individuellen Feeds der Beteiligten oder tauchen in Suchaufträgen auf. Im besten Fall macht das Unternehmen es sich zur Aufgabe, Bedarfsplanungen als monatlichen Workflow in das Tagesgeschäft einzubinden. Die verschiedenen Prozesse lassen sich dann transparent überwachen – und nicht zuletzt das gebundene Kapital verringern.

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