03.04.2017 Die große Herausforderung der nächsten Monate

„UCC richtig vermitteln“

Von: Lea Sommerhäuser

„UCC ist wesentlich mehr als Telefonie“, betont Thomas Muhr, Regional Manager DACH & NL bei Shoretel, im Interview. Dies zu vermitteln und die Vorteile dieser modernen Kommunikationslösungen zu verdeutlichen, sei mit Sicherheit eine der größten Herausforderungen der kommenden Monate.

Thomas Muhr, Shoretel

„Durch die Gestaltung von flexiblen Arbeitsplätzen werden Mitarbeitern stets die gleichen Arbeitsbedingungen geboten, sei es im Home Office oder im Büro“, weiß Thomas Muhr, Regional Manager DACH & NL bei Shoretel.

IT-DIRECTOR: Herr Muhr, was sind Ihrer Ansicht nach die drei wichtigsten Unified-Communications-and-Collaboration-Trends (UCC) in 2017?
T. Muhr:
Das Hauptaugenmerk im Bereich „UCC“ wird 2017 darauf liegen, Unternehmen einen deutlichen Mehrwert durch effiziente Kommunikationsprozesse zu liefern. Ein essentieller Aspekt bleibt dabei die Mobilität, die garantiert, dass Mitarbeiter komplett unabhängig vom Arbeitsplatz agieren können und vollkommen flexibel bleiben. Die einfache Handhabung dieser Technologie spielt dabei eine immer größere Rolle.

IT-DIRECTOR: Welche Bedeutung schreiben Sie an dieser Stelle der „agilen Zusammenarbeit“ – Stichwort „Collaboration“ – zu?
T. Muhr:
Collaboration bzw. agile Zusammenarbeit nimmt einen zentralen Stellenwert ein. Durch die erhöhte Interaktionsgeschwindigkeit erzielen Unternehmen deutliche Wettbewerbsvorteile, da sie vor allem die „Time-to-Market“-Zyklen durch optimierte Collaboration verkürzen können.

IT-DIRECTOR: Wie sieht demnach der „Arbeitsplatz der Zukunft“ aus?
T. Muhr:
Am Arbeitsplatz der Zukunft, der nicht mehr an einen festen Ort gebunden ist, stehen dem Mitarbeiter alle denkbaren Kommunikationsoptionen zur Verfügung. Dieser kann selbst wählen, welche Kanäle die besten für sein jeweiliges Anliegen sind, und genießt dadurch jederzeit die entsprechenden Vorzüge. Somit eröffnet der Arbeitsplatz der Zukunft – sowohl räumlich als auch zeitlich – jedem Einzelnen die Möglichkeit, flexibler und dem Anlass entsprechend optimal zu agieren.

IT-DIRECTOR: Inwieweit befassen sich Großunternehmen bereits mit der Umsetzung eines „Modern Workspace“?
T. Muhr:
Einige HR-Abteilungen unserer Kunden arbeiten bereits aktiv an übergreifenden Campus-Konzepten, die den Modern Workspace abbilden bzw. verwirklichen sollen. Grundsätzlich spielen die Themen „Mobilität“ und „Flexibilität“ bei gleichzeitig optimalem Kommunikationsfluss in allen Gesprächen mit unseren Kunden – egal ob Großkunde oder Mittelstand – eine zentrale Rolle.

IT-DIRECTOR: Welche Vorteile und Möglichkeiten ergeben sich durch die Gestaltung von flexiblen Arbeitsplätzen, mit welchen Nachteilen müssen Büronomaden zugleich rechnen?
T. Muhr:
Durch die Gestaltung von flexiblen Arbeitsplätzen werden Mitarbeitern stets die gleichen Arbeitsbedingungen geboten, sei es im Home Office oder im Büro. Dies ist ein zentraler Vorteil des flexiblen Arbeitens. Für manche Mitarbeiter kann der dann fehlende tägliche Kontakt mit den Kollegen eine Herausforderung darstellen. Hier kann von Seiten des Unternehmens zusammen mit dem Mitarbeiter ein maßgeschneidertes Konzept bestehend aus einem Mix an mobilem Arbeiten und dem festen Arbeitsplatz in der Firma erstellt werden. Auch hierfür bieten moderne UCC-Lösungen alle Voraussetzungen.

IT-DIRECTOR: Welche UCC-Technologien unterstützen konkret die Umsetzung eines „Modern Workspace“?
T. Muhr:
Hier ist natürlich die Mobility-Technologie zu nennen, da Mitarbeiter so auch Funktionen, die ansonsten nur auf Tischtelefonen laufen, auf ihren Smartphones und Tablets nutzen können. So ist man mit jedem Endgerät, das man nutzt, unter der gleichen Telefonnummer erreichbar. Auch die Integration von „Conferencing“ (Voice und Video) in eine UCC-Plattform unterstützt die Zusammenarbeit über oft große Distanzen.

IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielt hier die Cloud? Inwieweit konnte sie bereits das Vertrauen der Anwender gewinnen?
T. Muhr:
Die Cloud wird auch im Bereich „UCC“ immer wichtiger und stellt eine alternative Bereitstellungsoption dar. Gerade in der Diskussion um eine zukunftssichere, flexibel skalierbare und nahtlos in die Geschäftsprozesse integrierbare UCC-Lösung kommt man an einer Cloud-Lösung kaum vorbei. Darüber hinaus überzeugt sie auch durch die geringe TCO (Total Cost of Operations). Neben Ersparnissen bei der Installation, an Platz und Energiekosten, die man für eine On-Premise-Lösung benötigen würde, fallen hier auch die geringen Wartungs- und Upgrade-Kosten ins Gewicht.

IT-DIRECTOR: Wie stellen Unternehmen fest, ob sie grundsätzlich für die Kommunikation aus der Wolke bereit sind?
T. Muhr:
Jedem Wechsel in die Cloud sollte eine eingehende Bestandsaufnahme des bestehenden Systems, den existierenden internen Anforderungen und den absehbaren künftigen Herausforderungen vorgenommen werden. Darauf basierend sollte ein Anforderungsprofil erstellt werden, das dann mit den zur Verfügung stehenden UCC-Lösungsangeboten On-Premise, Hybrid oder Cloud abgeglichen werden sollte. Die IT-Verantwortlichen sollten sich zudem mit den Cloud-Angeboten und ihren Vorteilen vertraut machen, um letztendlich die optimale Lösung im Sinne einer zukunftsfähigen und wirtschaftlichen Aufstellung für ihr Unternehmen identifizieren zu können.

IT-DIRECTOR: Welche Voraussetzungen müssen letztlich erfüllt sein, damit alle Kommunikationsdienste (Telefonie, Videokonferenzen, Desktop-Sharing, etc.) reibungslos funktionieren und der Kollaboration der Mitarbeiter unternehmensweit nichts im Wege steht?
T. Muhr:
Die gesamte Netzwerkinfrastruktur muss VoIP-ready sein und zwar über das gesamte Unternehmen hinweg, an allen Standorten und in allen Filialen. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle Kommunikationsdienste einwandfrei funktionieren. Darüber hinaus müssen alle Mitarbeiter mit der Lösung gut vertraut sein, um sie auch in Gänze nutzen zu können. Ein System, das quasi „brilliantly simple“ ist und wenig Schulungsaufwand erfordert, erleichtert eine tiefgehende Nutzung der UCC-Lösung.

IT-DIRECTOR: An welchen Stellen sehen Sie aktuell noch viel Handlungsbedarf im Bereich „UCC“?
T. Muhr:
UCC ist wesentlich mehr als Telefonie. Dies zu vermitteln und die Vorteile dieser modernen Kommunikationslösungen zu verdeutlichen, ist mit Sicherheit eine der größten Herausforderungen der kommenden Monate. Je mehr Firmen die Lösungen nutzen werden, desto einfacher wird es werden, weitere zu überzeugen, da die Erfahrungen für sich sprechen werden. Zudem sollte mehr darauf geachtet werden, dass die Features einer UCC-Lösung auch in ihrer gesamten Breite zum Einsatz kommen – zum Nutzen von optimierten und immer flexibler werdenden Abläufen.

Bildquelle: Shoretel

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