Nachgefragt bei Heino Kleiß, Auerswald

Unterschiede hinsichtlich der Sprachübertragung

Interview mit Heino Kleiß, Produktmanager bei Auerswald

Heino Kleiß, Auerswald

Heino Kleiß, Produktmanager bei Auerswald

IT-DIRECTOR: Herr Kleiß, welchen Stellenwert besitzt die telefonische Kommunikation in deutschen Großunternehmen aktuell im Vergleich zu anderen Kanälen wie E-Mail, Instant Messaging oder sozialen Netzwerken?
H. Kleiß:
Auch wenn ein Großteil der Kommunikation heute über Mail oder lokale Messaging-Systeme erfolgt, behält die Telefonie einen sehr hohen Stellenwert. In vielen Situationen ist das direkte Gespräch einfach durch nichts zu ersetzten. Fragen werden sofort beantwortet und Unklarheiten direkt ausgeräumt. Eine schriftliche Kommunikation ist hier deutlich langsamer.

IT-DIRECTOR: Blickt man auf aktuelle UC-Projekte – auf welche Art und Weise telefonieren die Mitarbeiter bevorzugt: mit Software-UC-Client (Softclient) und Headset, mit klassischem oder schnurlosem IP-Telefon?
H. Kleiß:
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn die Wahl der Kommunikationslösung ist sehr abhängig von der Arbeitsumgebung. Softclients mit Headset finden sich eher in Callcenter-Lösungen, wo die Mitarbeiter arbeitsplatzgebunden telefonieren. Schnurloslösungen sind dort gefragt, wo die Mitarbeiter im Unternehmen oder auf großen Geländen mobil erreichbar sein müssen und in normalen Office-Umgebungen ist sehr häufig noch das klassische Tischtelefon die erste Wahl.

IT-DIRECTOR: Welche Vor- und Nachteile sprechen für die Nutzung von Headsets beziehungsweise von IP-Telefonen?
H. Kleiß:
Freie Hände beim Telefonieren ist das Hauptargument von Headset-Lösungen. Danach muss die Frage beantwortet werden, wie komfortabel und ob die Lösung schnurgebunden oder schnurlos, sein soll. Letzteres erweitert den Bewegungsradius des Anwenders. IP-Telefone erfordern keine separate Infrastruktur, sie können einfach in das vorhandene Netzwerk eingebunden werden. Eine strukturierte Verkabelung kann sowohl für das Computernetzwerk als auch für die Telefonie verwendet werden. Es müssen also keine separaten Kabel für die Telefone verlegt werden. Ein weiterer Vorteil ist die gemeinsame Administration in einem Netzwerk. Häufig ist bei reinen IP-Lösungen der PC-Administrator auch für die Telefonie mit verantwortlich.

IT-DIRECTOR: Wie wichtig ist den Anwenderunternehmen das Design der IP-Telefone? Wie wichtig die Ergonomie?
H. Kleiß:
Das Design von Telefonen ist ein wichtiger Faktor. Das Telefon ist die Komponente, die der Anwender vor sich auf dem Tisch sieht und bedient. Damit sind wir auch schon bei der Bedienung. Diese muss trotz großem Funktionsumfang und zusätzlichen Einstellungen im IP-Bereich einfach und intuitiv sein. Einfache Bedienung ist nicht nur für den Anwender wichtig. Auch Administratoren und Integratoren favorisieren eine einfache und schnelle Inbetriebnahme.

IT-DIRECTOR: Wie ist es generell um die Sprachqualität bei Unified Communications bestellt? Welchen Einfluss haben die eingesetzten UC-Endgeräte auf die Sprachqualität?
H. Kleiß:
Inzwischen werben fast alle Hersteller von IP-Endgeräten mit HD- oder Wideband-Audio. Dennoch gibt es trotz breitbandiger Sprachübertragung deutliche Unterschiede. Insbesondere bei sehr günstigen IP-Geräten werden häufig auch sehr günstige Audiokomponenten (z.B. Lautsprecher und Mikrofon) verbaut. Diese beeinflussen die Sprachqualität meist eher negativ.

IT-DIRECTOR: Welche Merkmale und Funktionalitäten sollten IP-Telefone für den Business-Einsatz auf jeden Fall aufweisen können? Auf welche Features können Anwender in der Regel eher verzichten?
H. Kleiß:
Der Zugriff auf einen zentralen Adressdatenbestand ist für Geschäftsanwendungen zwingend erforderlich. Unsere Geräte bieten zudem die Möglichkeit, die Daten zu synchronisieren. Das hat den Vorteil, dass Änderungen, die direkt am IP-Telefon erfolgten, auch am Smartphone direkt zur Verfügung stehen.

IT-DIRECTOR: Über welche Zertifizierungen bzw. Standards sollten die UC-Endgeräte verfügen?
H. Kleiß:
Insbesondere zum Stromverbrauch stellen wir fest, dass geringe Verbrauchswerte und Nachhaltigkeit immer häufiger Bestandteil von Ausschreibungen sind.

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