VPN-Provider

Vertrauliches Privates Netzwerk

Boom bei Anbietern von VPNs: Die relativ sicheren und anonymen Internetzugänge werden trotz zusätzlicher Kosten immer beliebter.

Vertrauliches Privates Netzwerk

Der unerfreuliche Prism-Skandal hat zumindest für Unternehmen im Bereich IT-Security erfreuliche Folgen: Ihre Produkte werden plötzlich stärker nachgefragt als noch vor wenigen Monaten. Vor allem zahlreiche VPN-Provider berichten von deutlich wachsenden Bestellungen.

Der Begriff “VPN” steht für “Virtuelles Privates Netzwerk”. Dahinter verbirgt sich eine Technologie, mit der ein verschlüsselter “Tunnel” Im Internet geöffnet werden kann. Durch ihn können dann Daten zum Beispiel an ein Firmen-LAN gesendet werden.

Unternehmen nutzen diese Technologie, um Mitarbeitern im Home Office den Zugang zu ihren internen Intranets und Anwendungen zu erlauben. Doch die Technologie kann noch mehr: So ist es zum Beispiel möglich, mit einem VPN einen ganz normalen Internetzugang zu verwirklichen.

Der eigentliche Internetzugang, der üblicherweise bei einem Telefonanbieter gebucht wird, dient in diesem Fall lediglich als Vehikel für das VPN.  Der VPN-Kunde kann den Internetzugang wie gewohnt nutzen, aber seine IP-Adresse (die Rückschlüsse auf den Wohnort erlaubt) erscheint nicht in den Protokolldateien der aufgerufenen Webseiten.

Es gibt inzwischen eine Vielzahl an VPN-Anbietern, die einen relativ anonymen Internetzugang erlauben, da sie keinerlei Nutzungsdaten speichern. Ein weiterer Vorteil: Probleme mit in Deutschland gesperrten YouTube-Videos und ähnliche Dinge gehören der Vergangenheit an. Doch wie bei allen Sicherheitsdienstleistern ist hier Vertrauen sehr wichtig.

AnchorFree ist der Betreiber des VPN-Dienstes Hotspot Shield und gibt an, in den vergangenen zwölf Monaten 140 Millionen E-Mails und 2,3 Milliarden mobile und Web-Nachrichten aus Chats, Nachrichten- und Social-Media-Anwendungen vor neugierigen Blicken geschützt zu haben.

"Wir wachsen derzeit schneller als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in unserer Geschichte. Dies liegt an der wachsenden Besorgnis hinsichtlich der Online-Privatsphäre und -Sicherheit in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern", sagt David Gorodyansky, der Gründer und CEO von AnchorFree in einer Pressemitteilung. Hotspot Shield wachse aktuell um 250.000 neue Nutzer pro Tag.

Das Programm ist für PC, Mac, Android und iOS verfügbar. Jeden Monat wird es circa 5 Millionen Mal auf Desktops und 1,5 Millionen Mal auf mobile Endgeräte heruntergeladen, um so die Privatsphäre von Nutzern zu schützen und sichere Online-Kommunikation zu ermöglichen.

So viel zu den Erfolgsmeldungen. Doch das Unternehmen hat seinen Sitz in den USA. Es ist also nicht völlig aus der Luft gegriffen, auch hier einen relativ kurzen Dienstweg zu den Behörden zu vermuten. Wie in den anderen bekannt gewordenen Fällen (Microsoft, Google, Facebook) Ist eine solche Vermutung weder zu beweisen noch zu widerlegen, aber sehr vernünftig.

Doch es gibt ausreichend Alternativen. Einige VPN-Provider erlauben sogar die Bezahlung mit Bitcoins, so dass nur sehr wenige Daten auf den Nutzer der VPN-Verbindung zurückverweisen. Wer nicht mit Bitcoins experimentieren will, findet natürlich trotzdem ausreichend VPN-Anbieter ohne Protokollspeicherung.

Bildquelle: Carsten Müller / sxc.hu

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