Technologien für den Netzzugang

Virtuelle Welten werden real

Virtuelle Welten verdrängen immer mehr die reale Welt. Verfügbarkeit und ­Konnektivität als neuer Wettbewerbsfaktor? Wer in der Geschäftswelt von morgen wirtschaftlich und technisch überleben will, muss erheblich in Zukunftsplanung, ­Forschung und Mitarbeiterentwicklung stecken.

Businessfrau, Bildquelle: iStockphoto.com/sellingpix

Der Erfindergeist der Marketingabteilungen offeriert Kunden heute ungeahnte Möglichkeiten digitaler Kommunikation, Unterhaltung und Informationsgewinnung. Übertrieben? Weit gefehlt – hier Beispiele aus der mobilen Realität: Live Streaming von Parteitagen mit direktem Nutzerfeedback zu Abstimmungen oder Sportübertragungen mit Realtime-Sportwetten. Lokationsbasierende Produktofferten, die unter Einbeziehung von Benutzerpräferenzen entstehen, gepaart mit Augmented-Reality-Simulationen. Verfügbar ist diese Wunderwelt digitaler Kommunikation einfach mit dem gestengesteuerten mobilen Gerät in der Hosentasche. Die Veränderungen in der neuen mobilen Erlebniswelt zeigen sich nicht erst beim Anwender. Es beginnt schon viel früher. Die Basis für eine optimale Interaktion sowie schnelle Realtime-Geschäftsprozesse ist eine zukunftstaugliche Infrastruktur – leistungsstark, allzeit und überall verfügbar. Das Kabel, der fixe Netzzugang, der statische Arbeitsplatz haben ausgedient. Zum Aussterben bestimmt ist der Vertriebsdinosaurier, der seinen Kundenbesuch per Fax an einen Sachbearbeiter weiterleitet. Heute wird digital mit dem Tablet präsentiert, es wird automatisch getrackt, was gut ankam und per digitaler Signatur bestellt. Versand oder Produktion sind Sekunden später über das zentrale ERP angestoßen. Wer sich hier nicht zügig einklinkt, bleibt schnell auf der Strecke.

Welche Technologien empfehlen sich für den Netzzugang? Hier gibt es die Technologien der Mobilfunkprovider, GSM, UMTS, HSPA, LTE sowie WiFi als universeller Standard. Für eine gezielte Kommunikation im öffentlichen Bereich via Device gibt es somit heute zwei Möglichkeiten: Die Datenservices der Mobilfunkbetreiber sind mit Lizenzkosten für das Funkspektrum verbunden und die verfügbare Bandbreite ist begrenzt. HSPA+ und LTE stehen noch nicht flächendeckend zur Verfügung bzw. werden auf Smartphones und Tablets nur eingeschränkt unterstützt. Grundsätzlich ist aber eine fast lückenlose Flächenabdeckung in verschiedenen Ausbaustufen verfügbar. Die Alternative bilden WiFi-Hotspots. WiFi ist als Technologie lizenzfrei und keinem großen Kostendruck unterworfen. Zudem werden sehr hohe Bandbreiten unterstützt. Sofern ein paar rechtliche Aspekte wie die Mitstörerhaftung beachtet werden, kann der drahtlose Zugang jedem – je nach Servicemodell auch kostenlos – angeboten werden.
Wenn Geräte nur noch WLAN sprechen, dann nutzt das beste Highspeed-Ethernet nichts – die Ära der kabelgebundenen Netzwerke geht zu Ende. Primärer Netzzugang moderner Smartphones und Tablets ist einzig WLAN. Da die mobile Geräteflotte stetig wächst, ist der Anforderungsdruck in Sachen drahtloser Netzwerkplanung groß – quantitativ wie qualitativ. WiFi bietet aufgrund der starken Lokationsbezogenheit und der großen verfügbaren Bandbreite ein enormes Potential, um Benutzerinformationen und -bindung zu fördern. Die eingangs erwähnten öffentlichen Szenarien Zielgruppeninteraktion und Point-of-Sale-Funktionalität sind mit WiFi schon heute abbildbar. Aber auch im Geschäftsumfeld ist WiFi eine Option, um mit Notebooks, Tablets und Smartphones eine sichere und performante Datenautobahn für die Unternehmens-IT zu bekommen.

Wie sollten sie also aussehen, die WiFi-Netzwerke der Zukunft, um die straffen Anforderungen adäquat zu erfüllen? Site Surveys, Funkzellenplanung, Redundanz und Ausfallsicherheit sind bei Funknetzwerken die Schlagwörter, die aufgrund der individuellen Gebäudecharakteristika stark variieren können. Eine gute Planung ist hier die halbe Miete. Wer die wichtigsten Determinanten schon im Vorfeld klärt, ist gut beraten: Dazu gehören die Anzahl der erwarteten Benutzer, die Anzahl der Geräte pro Benutzer, welche Anwendungen (Daten, Sprache, Video) müssen unterstützt werden, wie wird die Sicherheit gewährleistet, wie sind absehbare neue Standards (GBit-Übertragung mit 802.11ac) im WiFi-Bereich einzubeziehen, wie stellt sich die Wirtschaftlichkeit der Infrastruktur dar. Eine große Zukunft zeichnet sich hier für WiFi-Systeme ab, die sich an der bewährten Mobilfunktechnologie orientieren. Vorreiter wie Xirrus setzen dabei auf Multifunkzellen-WiFi, das dem traditionellen Ansatz mit omnidirektionalen Access Points und Controller in vielen Aspekten weit überlegen ist. Solche WiFi-Konzepte schaffen nicht nur eine erfolgsentscheidende technische Basis für zahllose WLAN-Nutzer mit ihren bandbreitenhungrigen Applikationen. Sie sind auch wirtschaftlich gesehen zukunftstauglich. Flexible Skalierbarkeit und sparsame TCO-Werte sind Killerargumente mit Blick auf Investitionssicherheit. Wer heute die WiFi-Weichen für morgen stellen muss und kann, sollte strategisch weise wählen: Zehn Jahre traditionelle Konzepte für eine WiFi-Infrastruktur einkaufen oder gleich eine WiFi-Lösung in Betracht ziehen, die bereits die nächsten fünf Jahre in die Designüberlegungen eingebaut hat. Das gilt auch für das Thema Sicherheit. Aktuell gilt WPA2 als der Verschlüsselungsstandard in Sachen WLAN-Sicherheit. Welche Standards künftig zum Einsatz kommen, ist derzeit noch nicht absehbar. Idealerweise wählt man heute WLAN-Hardware, bei der künftige Sicherheitsstandards nachträglich eingebunden werden können. WiFi-Arrays von Xirrus beispielsweise bauen mit dem Einsatz von ­FPGAs vor. Diese Bausteine können individuell angepasste Verschlüsselungsverfahren in Echtzeit verarbeiten.

 

Paradigmenwechsel in Sachen Mobile Security
Mit nackter WLAN-Verschlüsselung ist es noch lange nicht getan. Da werden private Smartphones unbemerkt an die Unternehmens-IT angebunden – „Bring your own Device“ macht es möglich. Das Ergebnis: Kontrollverlust bezüglich der Geräte und des Zugriffs auf sensible Unternehmensdaten. Mit rigiden Restriktionen im traditionellen Sinn kommt man hier nicht weiter. Derlei Eingriffe sind nicht nur Motivationskiller, sondern bei teil-privater Nutzung schon rein rechtlich nicht haltbar. Realistisch und durchsetzbar sind in Zukunft ganzheitliche Sicherheitskonzepte, die

  •   ein Maximum an Sicherheit bei größtmöglicher Freiheit für den Nutzer zugrunde legen,
  •   unerwünschte und/oder risikobehaftete Geräte „aussperren“,
  •   kontrollierten Zugriff auf Unternehmensressourcen ­gewährleisten,
  •   plattformunabhängig einsetzbar sind,
  •   flexible Konzepte für unterschiedliche Zugriffsoptionen ­bereitstellen.

 

Quelle: Brainworks Computer Technologie GmbH

 

Bildquelle: iStockphoto.com/sellingpix

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