Stefan Haenisch, SAP AG
IT-DIRECTOR: Herr Haenisch, was verbirgt sich hinter dem neuen Angebot „Rapid Deployment Solutions (RDS) für Hana“?
S. Haenisch: Dabei handelt es sich um Komplettlösungen aus vorkonfigurierter Software, vordefinierten Services und fertig entwickelten Abläufen, die Kunden zum Festpreis und mit schneller Rentabilität umsetzen können. Dabei erweitern wir das RDS-Portfolio quartalsweise um Innovationen. Neben den Kernlösungen der SAP Business Suite stehen auch Bereiche wie Mobilität und In-Memory-Computing im Vordergrund. Die Komplettlösungen im In-Memory-Umfeld ermöglichen es Kunden, ihre bestehenden SAP-Systeme einfach und günstig um Hana-Lösungen zu erweitern, z.B. für die interne Berichterstattung und Profitabilitätsanalyse. Unternehmen können so auch in Bereichen mit großem Datenvolumen, etwa im Controlling, ein schnelles Reporting umsetzen.
Bis Ende 2012 ist die Verfügbarkeit von über 20 RDS-Lösungen für Hana geplant. Diese richten sich insbesondere an SAP-Bestandskunden, die Hana für konkrete Geschäftsszenarien in bestimmten Fachbereichen wie Finanzwesen, Controlling, Vertrieb und Marketing, aber auch in bestimmten Branchen wie Banken, Öffentlicher Dienst und Handel nutzen wollen. Daneben bieten wir auch eine RDS an, die die Migration eines Business-Warehouse-Systems von einer traditionellen relationalen Datenbank auf eine Hana-Datenbank unterstützt.
IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielen hier Ihre Partner?
S. Haenisch: Ein wichtiger Bestandteil aller RDS-Pakete ist der Implementierungsservice zum Festpreis. Dieser wird sowohl von den Beratern von SAP Consulting als auch von unseren Partnern angeboten. Bereits heute sind mehrere Partnerunternehmen qualifiziert, RDS-Pakete für Hana einzuführen. Ebenfalls Teil des Pakets ist ein „Schritt-für-Schritt“-Vorgehen. Vordefinierte Datenmodelle und Auswertungen sowie Informations- und Schulungsmaterial helfen unseren Partnern bei der Implementierung.
IT-DIRECTOR: Welche Vorteile können sich vor allem Großkunden von den Komplettlösungen versprechen?
S. Haenisch: Sie können Hana preiswert einführen und profitieren schnell von den Vorteilen der Technologie. Denn diese sind in vielen Anwendungsfällen geradezu revolutionär, etwa wenn selbst bei riesigen Datenvolumen die Antwortzeiten nur im Sekundenbereich liegen und somit interaktive Analysen und daraus resultierende Aktivitäten in Echtzeit möglich werden.
IT-DIRECTOR: Wie aufwendig ist der Einsatz der Lösung?
S. Haenisch: Dank der Komplettlösungen wird die Implementierungsdauer deutlich reduziert. Je nach Szenario sind in der Regel zwischen vier und sechs Wochen nötig. Dies kann im Einzelfall noch zügiger vonstatten gehen. So hat ein Kunde vom Projektstart bis zur produktiven Nutzung von Hana für Profitabilitätsanalyse (Co-Pa) nur zwei Wochen und zwei Tage benötigt. Der Implementierungsaufwand liegt je nach gewählter Lösung und Zahl der gewählten Szenarien beispielsweise bei 16 bis 70 Personentagen. Dabei benötigen Nutzer insbesondere für die Such- und Business-Intelligence-Funktionen des im Paket enthaltenen Business Objects Explorer so gut wie keinen Schulungsaufwand.
IT-DIRECTOR: Was können die Anwender hinsichtlich der Entwicklung von In-Memory-Computing in der nächsten Zeit erwarten?
S. Haenisch: Hana wird zunehmend über unser komplettes Lösungsportfolio hinweg genutzt werden, sei es für Anwendungen, mobile Lösungen, Datenbanken, Analytik oder Cloud-Lösungen. Bestehende SAP-Lösungen werden sukzessiv dadurch unterstützt werden. Darüber hinaus werden völlig neue Anwendungen entstehen, die ohne In-Memory-Technologie noch gar nicht möglich gewesen wären, wie zum Beispiel Smart-Meter-Analysen in der Versorgungsbranche.