Martin Ulmer, Loglogic
Der aktuelle Report des US-amerikanischen Office of the National Counterintelligence Executive war dem Spiegel Online einen Aufmacherartikel wert. Die Risiken durch Industriespionage nehmen kritische Formen an mit einem kaum zu bezifferbaren Schaden für Unternehmen und Regierungsbehörden. Wenig überraschend ist daher, dass in diesem Report unter anderem das Echtzeitmonitoring interner IT-Netzwerke angeraten wird. Insbesondere soll protokolliert werde, wer wann was an welchen Daten gelesen, geändert, kopiert, gelöscht oder weitergeleitet hat.
So verständlich und übertragbar die Warnung auf Deutschland ist, so stößt sie doch an hiesige Grenzen des Datenschutzes. Der Weg aus diesem Dilemma führt über zwei zentrale technische Aspekte: Zwar ist es technisch möglich, lückenlos alle Aktivitäten im IT-Netz zu erfassen, zu analysieren und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen automatisch einzuleiten. Der Schutz persönlicher Daten von Mitarbeitern oder Kunden muss aber gewährleistet sein. Es bedarf daher moderner Lösungen, die eine Anonymisierung der Protokollinformationen bieten. Erst im Falle einer Sicherheitsverletzung kann über ein Vier-Augen-Prinzip offengelegt werden, wer dafür verantwortlich ist oder war. Sofortmaßnahmen oder Forensikanalysen im Nachhinein sind ebenso erfolgsversprechend möglich, da legal alle dafür notwendigen Informationen über ein IT-Daten- und Log-Management erfasst und in einer Weise vorgehalten werden können, die nicht manipulierbar ist.
Der zweite Aspekt im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) betrifft die Dauer der Datenvorhaltung aus der Netzwerküberwachung. Dazu gibt es relativ klare Regeln seitens des BDSG, die allerdings Lösungen erfordern, die automatisch und richtlinienbasiert die Löschung der gespeicherten IT-Daten ermöglichen. Ist dies gewährleistet, können Unternehmen und Behörden ihre IT-Netze und sämtliche damit verbundenen Systeme, Geräte und Anwendungen kontinuierlich überwachen und gleichzeitig sicherstellen, die Vorschriften zu den Aufbewahrungsfristen nicht zu verletzen.
Deutlich wird, dass IT-Datenmanagement schon allein aufgrund der Risiken durch Industriespionage für Organisationen aller Größenordnung unverzichtbar ist. Mit den neuen Möglichkeiten, die Datenanonymisierung und fristgerechte Datenlöschung zu automatisieren, erfüllen die Schutzmaßnahmen nun auch die Richtlinien des Bundesdatenschutzgesetzes.
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