09.12.2016 Der Weg ins Internet of Things

Warum Mobile als wichtige IoT-Basis gilt

Von: Ina Schlücker

Investitionen in mobile und Cloud-Technologien sind für Unternehmen erst der Anfang. Vielmehr ist das Internet of Things (IoT) die wichtigste Technologie, auf die sie sich vorbereiten müssen, glaubt David Eden von Tata Communications.

David Eden, Tata Communications

David Eden, Future Technologist and Product Innovator bei Tata Communications

IT-DIRECTOR: Herr Eden, inwiefern haben deutsche Großunternehmen und Konzerne bereits eine dezidierte „Mobile Strategie“ aufgesetzt?
D. Eden:
Viele Unternehmen in Deutschland haben bereits erkannt, dass eine Cloud-First- und Mobilstrategie essenziell ist, um agil und wettbewerbsfähig zu bleiben – umso mehr, da immer neue Konkurrenten auftauchen und bestehende Märkte nachhaltig verändern. Es mag vielleicht ein überstrapaziertes Beispiel sein, aber die Art und Weise, wie Uber die Taxi-Branche auf den Kopf gestellt hat, wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch in anderen Sektoren wiederholen.

In mobile und Cloud-Technologien zu investieren, ist nur der Anfang. Laut Bitkom ist das Internet der Dinge (IoT) die wichtigste Technologie, auf die sich Unternehmen vorbereiten müssen. Dazu benötigen sie eine solide mobile Strategie. Während immer mehr vernetzte Geräte entwickelt werden, entsteht ein völlig neuer Markt, der die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten und mit ihren Kunden in Kontakt treten, nachhaltig verändert. Das Wachstumspotential, welches IoT mit sich bringt, ist enorm. Aus der Sicht der Netzwerke stellen jedoch die Milliarden an Vernetzungen im IoT eine ganz eigene Herausforderung dar, die gelöst werden muss.

IT-DIRECTOR: Wo liegen die Herausforderungen bezüglich des Internets der Dinge?
D. Eden:
Das IoT macht Netzwerke vor allem dadurch komplexer, dass kabellose Technologien einen zusätzlichen Layer auf der kabelgebundenen Infrastruktur erzeugen. Durch fortschrittliche Technologien wie LoRa (Long-Range Low-Power) und LPWAN (Low Power WAN), kombiniert mit WLAN und 4G/5G scheint die Zukunft in der Tat kabellos zu sein. Dennoch benötigen diese kabellosen Technologien ein robustes Backbone an kabelgebundener Infrastruktur. Die Vielzahl an Netzwerk-Technologien bedeutet für Unternehmen, dass sie ihre mobile Strategie immer „end-to-end“ planen müssen. Nur so kann sichergestellt werden, dass sie flexibel und skalierbar genug ist, um die steigenden Anforderungen zu erfüllen, da gerade neue Innovationen mehr denn je auf verlässliche und sichere Konnektivität angewiesen sind.

IT-DIRECTOR: Welche Branchen erweisen sich dabei als Vorreiter? Bei welchen besteht noch Nachholbedarf?
D. Eden:
Deutschland ist neben Japan führend im Bereich Industrie 4.0. So gibt es bereits viele innovative Smart-Manufacturing-Projekte, die auf einer ganze Reihe an IoT-Anwendungen aufbauen. Die Automobilbranche nimmt dabei schon seit einiger Zeit eine Vorreiterrolle ein und erst kürzlich hat Volkswagen ein Forschungslabor gegründet, das speziell das Geschäft in Bereichen wie IoT und autonome Fahrzeuge vorantreiben soll. Ziel ist natürlich, hier ein großer Player für die Mobilität der Zukunft zu werden. Dank solcher Investitionen ist es nun möglich, dass innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre selbstfahrende Autos auf der Straße zur Normalität werden.

Dennoch zeigen die Vorfälle in Tests von autonomen Fahrzeugen, dass die fahrerlose Autorevolution noch ein gutes Stück entfernt ist: Um selbstfahrende PKW wirklich zu autonomen Fahrzeugen zu machen, müssen die beteiligten Unternehmen einen Blick auf die Konnektivität werfen, auf die diese fortschrittliche Technologie basieren wird. Dazu benötigt man beispielsweise ein tieferes Verständnis des Datenvolumens, der von tausenden oder sogar zehntausenden von selbstfahrenden Autos produziert wird – und man muss verstehen, welche Anforderungen dies für die Netzwerkinfrastruktur weltweit bedeutet.

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