19.08.2015 3D-Druckservice auf Abruf

Was kosten 3D-Drucker?

Von: Ina Schlücker

Im Interview berichtet Stefan Fuchs, General Manager Germany bei Conrad Business Supplies, über die aktuellen Anschaffungspreise von 3D-Druckern und dem eigenen 3D-Druckservice, der sozusagen als eine Art „3D-Copyshop“ fungiert.

Stefan Fuchs, Conrad Business Supplies

Stefan Fuchs, General Manager Germany bei Conrad Business Supplies

IT-DIRECTOR: Herr Fuchs, welche professionellen Anwendungsbereiche sehen Sie für 3D-Drucker im Unternehmensumfeld?
S. Fuchs:
3D-Druck verändert die Lebens- und Arbeitswelt enorm und die Anwendungsbereiche sind vielseitig. Die 3D-Drucktechnik wird heute bereits häufig zur Konzept- und Prototypenentwicklung sowie zur kostengünstigen Herstellung von Kleinstserien eingesetzt und ist somit ideal für innovative produzierende Unternehmen. Weiterhin können Muster- und Miniaturexemplare hergestellt, getestet und weiterentwickelt werden, was beispielsweise im Architektur- und Designumfeld eine wichtige Rolle spielt. Auch Marketing- und Eventunternehmen nutzen 3D-Druck, um ihren Kunden realitätsgetreue Entwürfe für Kampagnen vorzustellen oder ganz besondere, personalisierte Werbeartikel zu fertigen. In der Forschung und Medizin kommen spezielle 3D-Drucker u. a. zur passgenauen Herstellung von Medizintechnik und -produkten zum Einsatz.

IT-DIRECTOR: Inwieweit sind 3D-Drucker hierzulande bereits in den Unternehmen verbreitet? Welche Branchen sind besonders hervorzuheben?
S. Fuchs:
Wie erwähnt, sind die Anwendungsbereiche bereits sehr breit – das ganze Potential der 3D-Drucktechnik wird sich künftig aber erst voll entfalten. 3D-Drucker gibt es heute schon in vielen Unternehmen, egal ob Klein- oder Großbetrieb. Auch in der Maker-Szene werden 3D-Drucker u.a. beim Prototypenbau sehr geschätzt. Produzierende Großunternehmen haben die Potentiale des 3D-Druckens seit längerem erkannt und setzen die teils sehr großen, industriellen Geräte u.a. zur kostengünstigen Herstellung von Kleinstmengen ein. Ebenso nutzen Selbstständige, wie Architekten, Handwerker, Planer, Installateure, Forscher und Entwickler die Möglichkeiten der 3D-Drucktechnik, z.B. zur Herstellung von dreidimensionalen Skizzen, Spezialwerkzeugen und vielem mehr.

IT-DIRECTOR: Wie teuer sind professionelle 3D-Drucker aktuell in der Anschaffung? Über welche Quellen lassen sich diese insbesondere in Deutschland beziehen?
S. Fuchs:
Die Preise für 3D-Drucker reichen von ca. 399 Euro bis weit in den sechsstelligen Bereich. Je nach Preis können die jeweiligen Technologien, die zu verarbeitenden Materialien und damit verbunden die Qualität stark variieren – hier kommt es auf die Ansprüche des Nutzers an. Doch gerade Selbstständige und Kleinbetriebe oder auch Bildungseinrichtungen, die oft mit einem limitierten Budget auskommen müssen, können zu Preisen von etwa 1.500 bis 2.500 Euro leistungsfähige und für den professionellen Einsatz zuverlässig nutzbare 3D-Drucker erwerben.

Für alle, die dennoch 3D-Druck vor einer Investition zunächst einmal ausprobieren möchten oder nur einen geringen Bedarf haben, bieten wir in der Filiale in München Moosach seit Mai dieses Jahres einen 3D-Druckservice, eine Art „3D-Copyshop“ an. Dort stehen 3D-Drucker unterschiedlicher Marken für jeden zur Verfügung. Zudem kann unter www.conrad.biz ein industrietauglicher 3D-Druckserivce in Anspruch genommen werden. Diejenigen, die sich einen eigenen 3D-Drucker kaufen möchten, sollten sich an den Fachhandel wenden. Gerade auch um bei der Auswahl und Inbetriebnahme der Geräte sowie bei etwaig auftretenden Problemen gut betreut zu sein.

IT-DIRECTOR: Worauf müssen die Verantwortlichen bei der Einbettung von 3D-Druckern sowohl in vorhandene Geschäftsprozesse als auch IT-Landschaften achten?
S. Fuchs:
Auch wenn der Name etwas anderes suggeriert: 3D-Drucker sind keine mit einem Office-Drucker vergleichbaren Geräte. Sie sind Werkzeuge und bedürfen daher einer dementsprechenden Handhabung. Das beginnt bei der Beachtung der Hitzeentwicklung im Inneren des Geräts und endet bei der druckerabhängigen Art der Zuführung des Verbrauchsmaterials. Weiterhin erfordern die verschiedenen Filamentarten, die abhängig vom Einsatzzweck und den Möglichkeiten des 3D-Druckers selbst zum Einsatz kommen, eine jeweils spezifische Handhabung. Hier spielen Punkte wie Umgebungstemperatur, Luftzirkulation aber auch die Druckgeschwindigkeit eine Rolle. Daher gilt: 3D-Druck ist nicht einfach Plug & Play, sondern erfordert individuelle Schulung. Dies gilt natürlich auch für die jeweils zum Einsatz kommende Software, denn ohne die, funktioniert auch im 3D-Druck nicht viel.

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