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Hosting: Interview mit Michael Heuer, Akamai

Website-Performance besitzt Priorität

Im Interview spricht Michael Heuer, Regional Vice President & Country Manager Central Europe bei Akamai , darüber, was Unternehmen beim Hosting des eigenen Onlineshops zu beachten haben und welche Rolle etwa die Website-Performance dabei spielt.

„Performance, Verfügbarkeit und vor allem Datensicherheit sind die primären Kriterien bei der Auswahl des passenden Providers“, so Michael Heuer von Akamai.

IT-Director: Herr Heuer, auf welche Aspekte sollten Großunternehmen beim Outsourcing von Teilen ihrer Applikationen und IT-Infrastruktur – wie etwa dem eigenen Onlineshop – auf jeden Fall achten?
M. Heuer:
Bevor Unternehmen sich auf die Suche nach einem passenden Outsourcing-, Hosting- beziehungsweise Cloud-Provider machen, sollten sie zuallererst genau klären, welche Aufgaben sie auslagern wollen. Eine Motivation für das Teil-Outsourcing kann daraus entstehen, dass der Onlineshop zu einem anderen Provider verlagert werden soll. Dazu ist eine Abstimmung zwischen Geschäftsführung, IT und den Fachabteilungen notwendig. Wichtig sind beispielsweise Kriterien wie die technische Kompetenz des Providers, eine ausfallsichere Hosting-Umgebung und vor allem wie der Provider mit dem Thema Sicherheit umgeht.

IT-Director: Wie sieht es speziell bei einer gehosteten Applikation oder auch einem E-Commerce-Shop bezüglich der bereits angesprochenen Sicherheit bzw. Performance und Zuverlässigkeit aus?
M. Heuer:
Performance, Verfügbarkeit und vor allem Datensicherheit sind die primären Kriterien bei der Auswahl des passenden Providers. Unternehmen sollten hier genau nachfragen und folgende Fragen stellen: Wo befinden sich die Kundendaten? Wer hat Zugriff darauf? Wie sind die Daten der Kunden voneinander abgeschottet? Können die Daten bei der Übertragung verschlüsselt werden? Welche Maßnahmen hat der Provider implementiert, um sich selbst sowie die Applikationen und Daten seiner Kunden vor Cyber-Attacken zu schützen? All diese Punkte sollten explizit im Rahmen eines individuellen Service-Level-Agreements beziehungsweise im Hosting-Vertrag berücksichtigt werden.

IT-Director: Was können Unternehmen zum Schutz vor Internetbedrohungen, angefangen von DDoS-Attacken über Viren, Würmer, SQL Injection bis hin zu Malware und Datendiebstahl, tun?
M. Heuer:
Wir empfehlen einen mehrstufigen Sicherheitsansatz. Dieser enthält u.a. die Definition und Umsetzung unternehmensweiter Sicherheitsrichtlinien im eigenen Rechenzentrum für eine hybride Cloud-Lösung, die sowohl interne als auch gehostete Applikationen und Daten integriert. Zudem sollten die Sicherheitsvorkehrungen des Cloud-Providers in diesem Ansatz berücksichtigt werden. Komplettiert werden die Schutzmaßnahmen durch einen digitalen Schutzwall wie ihn etwa unsere Intelligent Platform bietet. Damit entsteht eine zusätzliche Sicherheitsschicht für die gehosteten Applikationen und Daten.

IT-Director: Inwiefern werden heutzutage die Unternehmenswebsites bzw. E-Commerce-Shops mit unterschiedlichen Endgeräten benutzt? Sollten Unternehmen dies berücksichtigen?
M. Heuer:
Das ist ein sehr wichtiger Punkt, denn die Internetnutzung hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Damit sind nicht die unterschiedlichen Browser gemeint, sondern die Vielfalt der mobilen Endgeräte und deren Betriebssysteme.

Die Mobilität hat die Möglichkeiten von Unternehmen mit Kunden und Interessenten zu kommunizieren, völlig verändert. Heute entscheidet der Endanwender, wann und wie er den traditionellen und den mobilen Content sowie den Onlineshop eines Unternehmens nutzt. Aufenthaltsort, Gerät, Betriebssystem und Netzwerk bestimmen mehr und mehr die Art und die Qualität der Weberfahrung.

IT-Director: Stichwort: Qualität. Inwieweit sollten Unternehmen auf Performance-Optimierung Wert legen? Welche Möglichkeiten bestehen auf der Serverseite und welche am Front-End?
M. Heuer:
Das Performance-Tuning konzentriert sich zunächst einmal auf das Application-Back-End, also auf die Serverseite. Hier sind die Webentwickler gefragt, jedoch haben deren Ergebnisse keine sehr großen spürbaren Auswirkungen für die Endanwender. Was im Back-End passiert – die Datenbankaufrufe und die Generierung der HTML-Seite – ist unseren Schätzungen zufolge nur für zehn Prozent der von Benutzern wahrgenommenen Ladezeit verantwortlich. Der große Rest entfällt auf die Übertragung und vor allem auf die Latenzzeiten am Front-end. Anders ausgedrückt: Was zählt, ist die Front-End-Optimierung.

IT-Director: Warum ist gerade die Front-End-Optimierung für die Optimierung von Web-Erlebnissen so wichtig? Welche Vorteile ergeben sich dadurch?
M. Heuer:
Die Bereitstellung der Webinhalte sollte für jede einzelne Nutzersituation und deren spezielle Bedingungen optimiert werden, abhängig vom immer häufiger eingesetzten mobilen Endgerät und dem Netzzugang. Das ist entscheidend für die Web-Erlebnisse der Benutzer. Ein wichtiger Aspekt der Front-End-Optimierung ist das DNS Pre-Fetching. Damit lassen sich Wartezeiten verkürzen, wenn Unternehmen oder Cloud-Provider auch Services von Drittanbietern verwenden.

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