08.05.2017 Attraktive Angebote für Mitarbeiter

Wege der Personalgewinnung

Von: Peter Buhrmann

Der Markt für IT-Fachkräfte wird zusehends enger – gerade hinsichtlich erfahrener ­Mitarbeiter für die Bereiche Entwicklung, DevOps und Projektmanagement. Um diese zu gewinnen und langfristig zu binden, müssen sich Arbeitgeber durch spannende Kundenprojekte oder attraktive Angebote für die Mitarbeiter von der Masse abheben.

Generell sollten Mitarbeiter kontinuierlich in die Positionierung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber miteinbezogen werden.

Gerade IT-Beratungshäuser suchen stetig neue Mitarbeiter, um Projektteams zu erweitern. Junge Unternehmen stehen dabei vor besonderen Herausforderungen, denn sie haben einen geringeren Bekanntheitsgrad. Deshalb ist es für sie wichtig, bei der Ansprache potentieller Mitarbeiter neue Wege zu gehen. Welche Ansätze können hier für eine erfolgreiche Recruiting-Strategie hilfreich sein?

Junge Firmen können nicht auf althergebrachte Organisationsmodelle und -kulturen zurückblicken. In vielerlei Hinsicht ist dies ein Segen, denn es verleiht den Vorteil, flexibler und agiler als andere Unternehmen zu sein. Der Firmenauftritt und die Mitarbeiteransprache sollten dabei von Anfang an zielgruppenorientiert sein. Dies bedeutet, dass Unternehmen die gleiche Sprache wie ihre Bewerber sprechen müssen. Wie lässt sich das konkret im Bewerbungsprozess erreichen? Ein Erfolgsfaktor liegt darin, neben den üblich Involvierten – wie Recruiting, Personal- und Fachabteilung – auch andere Mitarbeiter bereits während der Bewerbungsphase miteinzubinden. Dies ermöglicht den Bewerbern einen intensiveren Einblick, denn sie können sehen und erleben, wie im Unternehmen gearbeitet wird. Die Mitarbeiter haben die Gelegenheit, die Bewerber kennenzulernen und zu interviewen und werden somit an der Auswahl der Bewerber beteiligt – was es leichter macht, diejenigen auszuwählen, die gut ins Team passen.

Generell sollten Mitarbeiter kontinuierlich in die Positionierung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber miteinbezogen werden, denn sie sind die überzeugendsten Testimonials, empfiehlt der Technologieberater Thoughtworks. Dies setzt eine Firmenkultur voraus, die auf Wissensaustausch, Weiterentwicklung und Kommunikation basiert. So können die Mitarbeiter kreativ und beständig Blogposts veröffentlichen, Artikel für die Homepage einreichen oder Präsentationen auf Konferenzen halten. Mitarbeiter können auch an Recruiting-Veranstaltungen teilnehmen, um das Engagement für den Arbeitgeber nach außen sichtbar zu machen. Sie können Infomaterial mitbringen, potentielle neue Mitarbeiter ansprechen und diese dazu einladen, Bewerbungen einzusenden.

Der Markt für Recruiting-Veranstaltungen ist riesig und kaum zu überschauen. Deshalb sollten Unternehmen gezielt auswählen, an welchen Events sie teilnehmen, wo sie als Sponsor auftreten oder ob sie vielleicht sogar Kollegen aus anderen Ländern einfliegen lassen. Dabei sollte immer die zielgruppengerechte Ansprache im Mittelpunkt stehen, weniger das Gießkannenprinzip. Dieser Ansatz sollte sich auch in den Job-Anzeigen widerspiegeln. Stellenanzeigen schalten Unternehmen besser in speziellen Job-Portalen, nicht aber in den üblichen Online- oder Printmedien. Internationale Unternehmen können zusätzlich oft globale Kampagnen für das lokale Recruiting nutzen, wie ­recruiting-spezifische Videos oder Statements von Mitarbeitern unterschiedlicher Nationen und Kulturen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 04/2017. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Eine flexible und agile Unternehmenskultur spiegelt sich in den Büros und Auftritten auf Konferenzen wider. Transparenz zeigt sich auch in einer Open-Door-Policy. Diese Transparenz lässt sich gut nutzen, um in den Büros Meetups zu bestimmten aktuellen Themen zu organisieren. Diese können entweder von Mitarbeitern geleitet werden oder von Mitgliedern anderer Organisationen, die als Speaker dazu eingeladen werden. Über die Meetup-Szene lassen sich leicht Communities für alle Standorte eines Unternehmens aufbauen. So wird das Unternehmen in der Branche bekannter, während die Communities gleichzeitig wertvolle Kontakte zu potentiellen Bewerbern erschließen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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